Einmal haben (Bobrowski)

 

 

Einmal haben
wir beide Hände voller Licht -
die Strophen der Nacht, die bewegten
Wasser treffen den Uferrand
wieder, den rauhen, augenlosen
Schlaf der Tiere im Schilf
nach der Umarmung – dann
stehen wir gegen den Hang
draußen, gegen den weißen
Himmel, der kalt
über den Berg
kommt, die Kaskade Glanz,
und erstarrt ist, Eis,
wie von Sternen herab.

Auf deiner Schläfe
will ich die kleine Zeit leben,
vergeßlich, lautlos
wandern lassen
mein Blut durch dein Herz.

 

 

 

© Johannes Bobrowski

 

liebevolle augenblicke

 

 

ich sehe in ihre augen und
minileuchtfeuer strahlen mir
entgegen wie glühwürmchen

 

 

ich erschrecke ein wenig und
zucke vor ihr sanft zurück und
sie lacht laut auf gen himmel

 

 

das macht mir nichts denke ich
und werde noch viel viel mutiger
verdammt auf teufel komm raus

 

 

ich versuche sogar von ganz nah
hinter ihre augen zu schauen und
erblicke wasserkaskadenfontänen

 

 

ich bin es nun der lustvoll lächelt
und sie voller eifer an mich zieht
wasserbespritzt und voller feuer

 

 

© finbarsgift