ozeangesänge

niedrighängende nebelschleier, ein fressen für sonnengeier,
bergamasken groß wie füllen, tanzend ums höhenfeuer brüllen,

die himmelundhöllenwelt zwischen schein und wirklichkeit,
sich selbst genüßlich verzehrt in des feuerteufels heiterkeit,

wie durch ziegen intoniert wird (un)menschlich herumgemeckert,
getratscht, geschwätzt, angeschwärzt und kräftig redegekleckert,

traumidyllen angstvoll hinwegschweben über tieftraurige ozeane,
schaumrealitäten zerplatzen flugs wie aufgepumpte herzorgane.

 

 

 

 

 

 

© finbarsgift

Sex mit der Ex (Hustvedt)

 

 

Der bloße Gedanke daran, Erica bald zu sehen, erregte mich nicht, vielmehr tat er mir weh. Während ich, um mich zu beruhigen, im Loft auf und ab ging, merkte ich, dass ich mir die Brust hielt wie ein Mann, der gerade mit einem Messer angegriffen worden ist. Ich setzte mich und versuchte dieses Gefühl einer Verletzung zu entwirren, aber ich schaffte es nicht – nicht ganz. Ich wusste nur, dass Matt plötzlich überall war. Die ganze Wohnung war von seiner Stimme erfüllt. Die Möbel schienen den Abdruck seines Körpers zu tragen. Sogar das Licht im Fenster beschwor ihn herauf. Es wird nicht funktionieren, sagte ich mir. Es wird nicht klappen.

Sobald Erica zur Tür hereintrat, begann sie zu weinen. Wir stritten nicht. Wir unterhielten uns im intimen Ton von Exgeliebten, die sich lange nicht gesehen haben, aber einander nichts vorwerfen. An einem Abend gingen wir mit Bill und Violet in ein Restaurant, und Erica lachte so sehr über einen Witz über einen im Schrank versteckten Mann, den Bill erzählte, dass sie fast erstickte und Violet ihr auf den Rücken klopfen musste.

Mindestens einmal täglich stand Erica minutenlang in der Tür von Matts Zimmer und betrachtete, was davon übrig war – das Bett, seinen Schreibtisch und Stuhl und das Aquarell der Stadt, das Bill mir geschenkt hatte und das ich hatte rahmen lassen. Wir schliefen zweimal miteinander. Meine physische Einsamkeit hatte verzweifelte Züge angenommen, und als Erica sich einmal zu mir beugte, um mich zu küssen, sprang ich sie an. Sie ertrug meine Attacke zitternd und hatte keinen Orgasmus. Ihre Freudlosigkeit dämpfte meine Erleichterung, und danach fühlte ich mich leer.

In der Nacht vor ihrer Abreise versuchten wir es noch einmal. Ich wollte behutsam zu ihr sein, sanft. Ich berührte vorsichtig ihren Arm und küsste ihn, aber meine Zurückhaltung schien sie zu irritieren. Sie langte nach mir, packte meine Hüften und kniff mich. Sie küsste mich gierig und setzte sich auf mich. Als sie kam, stieß sie einen würgenden Schrei aus und seufzte immerzu, auch nachdem ich ejakuliert hatte. Doch inmitten unserer Vereinigung spürte ich Öde, die wir nicht verscheuchen konnten. Die Trauer steckte uns beiden in den Knochen, und ich glaube, wir hatten in jener Nacht Mitleid miteinander, so als wären wir zwei andere, die auf das Paar hinunterschauten, das dort zusammen im Bett lag.

 

 

 

© Siri Hustvedt

 

turmgesänge

turmgesänge, schreibeblüten,
olivengehänge, dauerbrüten,

weltweites wirken der schwebebirken,
langweiliges weißeln des ewig grauen,

aufmunternd der bachamsel klapperwirken,
interessant nur das schwärzeln des blauen,

olivengestänge, restlosblüten,
mauergesänge, schreibebrüten.

© finbarsgift

the consequences of falling (k.d. lang)

 

 

Are you breathing
What I’m breathing
Are your wishes
The same as mine

Are you needing
What I’m needing
I’m waiting for a sign

My hands tremble
My heart aches
Is it you calling
If I’m alone in this
I don’t think I can face

The consequences of falling

Are you thinking
What I’m thinking
Does your pulse
Quicken like mine

Are you dreaming
What I’m dreaming
I can’t read your mind

One step towards you
Two steps back
Feels like I’m crawling
If I’m alone in this
I don’t think I can face

The consequences of falling

(instrumental solo)

My hands tremble
My heart aches
Is it you calling
If I’m alone in this
I don’t think I can face

The consequences of falling