Der gleiche Fehler immer wieder

Manchmal mache ich den gleichen Fehler immer wieder, und das, obwohl er ziemlich wehtut.
So auch heute wieder, am Morgen auf dem Weg zur Arbeit.

Es regnete nur leicht und so entschloss ich mich trotzdem mit dem Töff loszufahren und nicht mit Auto, Bus oder Bahn, weil töffen vom Fahrgefühl her eben einfach nicht zu toppen ist, auch nicht mit neuen teuren SUV oder Cabrios.

Ich nehme also von meinem Turm auf dem Roten Berg aus die teilweise recht steilen, verbotenen Wege durch die umliegenden Weinberge – heute früh natürlich vom Regenwasser nass und rutschig – und prompt kommt doch an einer kleinen Kreuzung nach einer Weile des Fahrens in völliger Ruhe all by myself wieder mal – noch verbotener als ich hier unterwegs – viel zu rasch ein gewöhnliches Auto samt Fahrerin scharf von rechts – quasi lebensbedrohlich für mich – daher!

Ich erschrecke total – wie bisher in einer solch ähnlich überraschenden Situation auch immer – und bremse automatisch so schnell ab, dass auch ABS keine Chance hat, rutsche aus, falle zur Seite, stürze und schlittere samt Töff einige Meter dahin, kwer über die gesamte Kreuzung hinweg, auaaaah, verdammt, schon wieder, Mist, Scheissnässe!

Danach genieße ich den köstlichen Adrenalinschub in meinem Körper, was bleibt mir auch anderes übrig, erhebe mich mit schlackernden Knien, rede kurz mit der sympathischen Autofahrerin, die inzwischen auch gebremst hat und ausgestiegen ist.

Zusammen bekommen wir meine schwere Maschine nach einer Weile wieder in die senkrechte Position.
Ich bedanke mich herzlich bei der immer noch reichlich verdutzten Frau, checke das Töff mit wenigen Blicken und stelle fest, dass es okay und fahrbereit ist.

Was soll’s?! Ein paar weitere Kratzer an der Verkleidung, das bringt niemanden um.
Ich drehe mich kurz um, sage ciao zur immer noch perplex getuneten Autofahrerin und töffe pflichtbewusst los Richtung Büroarbeitsplatz.

© finbarsgift

Arbeit (Einstein-Zitat)

Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: Unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, etwas, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.
Albert Einstein (1879-1955), Physiker und Philosoph