A Dream within a Dream (Poe)

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Night Traveler (Oliver)

Passing by, he could be anybody:
A thief, a tradesman, a doctor
On his way to a worried house.
But when he stops at your gate,
Under the room where you lie half-asleep,
You know it is not just anyone —
It is the Night Traveler.

You lean your arms on the sill
And stare down. But all you can see
Are bits of wilderness attached to him —
Twigs, loam and leaves,
Vines and blossoms. Among those
You feel his eyes, and his hands
Lifting something in the air.

He has a gift for you, but it has no name.
It is windy and woolly.
He holds it in the moonlight, and it sings
Like a newborn beast,
Like a child at Christmas,
Like your own heart as it tumbles
In love’s green bed.
You take it, and he is gone.

All night — and all your life, if you are willing —
It will nuzzle your face, cold-nosed,
Like a small white wolf;
It will curl in your palm
Like a hard blue stone;
It will liquefy into a cold pool
Which, when you dive into it,
Will hold you like a mossy jaw.
A bath of light. An answer.

© Mary Oliver

Einfach alles über mich ergehen lassen (Sigurdardottir)

 

 

 

Ich finde mich flotter als die Französinnen. Ich habe mehr Substanz. An den Passanten merke ich, dass ich außerordentlich attraktiv bin. Natürlich könnte man einmal einen Franzosen in Betracht ziehen, es wäre besonders einfach jetzt, wo Alma und Sigga nicht dabei sind. Die Männer haben sich in dieser Woche häufig nach mir umgedreht. Einige steigen mir nach. Ich kenne keine Angstgefühle, ich bin eine Frau, die niemand wagen würde zu vergewaltigen. Aber wenn es dazu käme, habe ich mir schon lange überlegt, was das Beste wäre. Einfach alles über mich ergehen lassen. Was bedeutet schon ein Schwanz mehr oder weniger für mich. Und ich würde mich auch kein bisschen verändern, selbst wenn irgendein Psychopath mich vergewaltigen würde. Nein. Dass so ein Vorfall mein Leben fortan dominieren sollte und mich zum Beispiel zum Hasenfuß machen sollte. Nein. Nein, ich würde mich einfach in die Horizontale begeben, was ja schon oft vorgekommen ist, ohne dass es mir etwas ausgemacht hätte, und aufpassen, dass man mich nicht misshandelt. Ich bin davon überzeugt, dass viele Frauen in ihrer Einstellung zu Vergewaltigungen mit mir übereinstimmen könnten. Aber so ist es mit den Leuten. Sie sind niemals auf etwas vorbereitet. Deswegen werden sie so total überrascht, wenn etwas passiert. Anstatt so zu denken wie ich: Soso, da bist du ja endlich, du verdammter Schmutzfink und Waschlappen, kannst keinen Rock in Frieden lassen und machst dir zunutze, dass du körperlich stärker bist.

 

© Sigurdardottir

Mathematiker und Manager

Ein Mann fliegt einen Heißluftballon und realisiert, dass er die Orientierung verloren hat. Er reduziert seine Höhe und macht schließlich einen Mann am Boden aus. Er läßt den Ballon noch weiter sinken und ruft: „Entschuldigung, können Sie mir helfen. Ich versprach meinem Freund, ihn vor einer halben Stunde zu treffen aber ich weiß nicht, wo ich mich befinde.“
Der Mann am Boden überlegt eine Weile und sagt dann: „Ja, kann ich. Sie befinden sich in einem Heißluftballon, etwa 20 Meter über dem Boden. Ihre Position ist zwischen 40 und 42 Grad nördliche Breite und zwischen 58 und 60 Grad westliche Länge.“

„Sie müssen ein Mathematiker sein“, sagt der Ballonfahrer.
„Bin ich“, antwortet der Mann. „Woher wissen Sie…?“

„Sehen Sie“, sagt der Ballonfahrer, „Erstens hat es ewig gedauert, bis eine Antwort kam. Zweitens war die Antwort vollkommen richtig. Und drittens war sie zu überhaupt nichts zu gebrauchen…“

Der Mathematiker sagt daraufhin: „Sie müssen ein Manager sein!“
„Bin ich“, antwortet der Ballonfahrer, „aber… woher wissen Sie das?“

„Sehen Sie“, sagt der Mathematiker, „Sie wissen nicht, wo Sie sind oder wohin Sie gehen. Sie haben ein Versprechen gegeben, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und Sie erwarten, daß ich Ihnen dieses Problem löse. Tatsache ist: Sie befinden sich in exakt derselben Position, in der Sie waren, bevor wir uns getroffen haben, aber irgendwie ist jetzt alles meine Schuld.“

© Anonymus (im Netz gefunden)

Rumis Gasthaus

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.

Jeden Morgen ein neuer Gast.

Freude, Depression und Niedertracht –

auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit

kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüsse und bewirte sie alle!

Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,

die gewaltsam Dein Haus

seiner Möbel entledigt,

selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll.

Vielleicht bereitet er dich vor

auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit –

begegne ihnen lachend an der Tür

und lade sie zu Dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,

denn alle sind zu Deiner Führung

geschickt worden aus einer anderen Welt.

© Dschalal ad-Din ar-Rumi

Lieblingsbücher

Abe: Die Frau in den Dünen

Andersch: Sansibar oder der letzte Grund / Die Rote

Aurel: Selbstbetrachtungen

Austen: Stolz und Vorurteil

Auster: New York Trilogie

Baudelaire: Die Blumen des Bösen / Die Prosagedichte (Der Fremde)

Baldursdottir: Die Eismalerin / Die Farben der Insel / Hinter fremden Türen

Borges: Fiktionen

Boyle: World’s End / Wassermusik / Amerika

Bruyn: Buridans Esel

Bulgakow: Der Meister und Margarita

Camus: Der Fremde / Die Pest / Der Fall / Sisyphus

Calvino: Wenn ein Reisender in einer Winternacht / Der Baron auf den Bäumen

Caroll: Alice im Wunderland

Céline: Reise ans Ende der Nacht

Cortázar: Rayuela – Himmel und Hölle / Erzählungen (Bestiarium)

Döblin: Amazonas / Berlin Alexanderplatz /
Erzählungen (Die Ermordung einer Butterblume)

Dostojewski: Schuld und Sühne / Die Dämonen

Ende: Die unendliche Geschichte / Momo

Flaubert: Die Erziehung des Herzens / Madame Bovary

Freud: Die Traumdeutung

Fried: (Liebes-)Gedichte

Frisch: Stiller / Homo Faber / Die Stücke (Biografie)

Gaarder: Sofies Welt / Das Orangenmädchen

Genazino: Die Liebesblödigkeit

Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen

Goethe: Faust / Die Gedichte (Zauberlehrling, Erlkönig)

Gogol: Die toten Seelen / Erzählungen (Der Mantel, Die Nase)

Grass: Die Danziger Trilogie (Die Blechtrommel, Katz und Maus, Hundejahre)

Gustafsson: Risse in der Mauer

Hadot: Philosophie als Lebensform

Hansen: Momente der Geborgenheit / Choral am Ende der Reise / Das Löwenmädchen

Heidegger: Sein und Zeit

Hemingway: Der alte Mann und das Meer

Herrndorf: Sand / Tschick

Hesse: Demian / Steppenwolf / Narziss und Goldmund / Siddharta / Das Glasperlenspiel

Hoeg: Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Hoffmann: Kater Murr

Houellebecq: Elementarteilchen

Huysmans: Gegen den Strich

Inoue: Das Jagdgewehr

Isau: Der Kreis der Dämmerung

Jahnn: Fluss ohne Ufer / Perrudja

Jonas: Das Prinzip Leben

Joyce: Ulysses

Kabat-Zinn: Zur Besinnung kommen

Kafka: Das Schloss / Der Prozess / Amerika /
Erzählungen (Verwandlung) / Brief an den Vater

Kertesz: Roman eines Schicksallosen

Kierkegaard: Entweder – Oder

Kirchhoff: Parlando

Köhlmeier: Abendland

Kristof: Das große Heft / Der Beweis / Die dritte Lüge

Kundera: Der Scherz / Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Lautréamont: Gesänge des Maldoror

Laxness: Atomstation / Am Gletscher

Lermontow: Ein Held unserer Zeit

Mann: Doktor Faustus / Der Zauberberg / Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull

Marias: Mein Herz so weiß

Marillier: Die Sevenwaters-Trilogie

Márquez: Hundert Jahre Einsamkeit

McKillip: Die Erdzauber-Trilogie

Mercier: Der Klavierstimmer / Perlmanns Schweigen / Der Zug nach Lissabon

Montaigne: Die Essais (Essays)

Murakami: Gefährliche Geliebte

Musil: Der Mann ohne Eigenschaften / Die Verwirrungen des Zöglings Törless

Mulisch: Die Entdeckung des Himmels

Nizon: Canto

Noteboom: Die folgende Geschichte

Onetti: Das kurze Leben

Orwell: 1984

Ovid: Metamorphosen

Pascal: Die Pensées (Gedanken)

Perec: Das Leben – Gebrauchsanweisung

Pessoa: Das Buch der Unruhe

Pirsig: Zen und die Kunst ein Motorrad zu warten

Plenzdorf: Die neuen Leiden des jungen W.

Poe: Die Gedichte (Der Rabe) / Die Erzählungen (Der Goldkäfer)

Powers: Der Klang der Zeit

Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Queneau: Stilübungen / Zazie in der Metro

Ransmayr: Die letzte Welt / Der fliegende Berg / Atlas eines ängstlichen Mannes

Rilke: Die Gedichte (Duineser Elegien) / Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

Roth: Portnoys Beschwerden / Der menschliche Makel

Rulfo: Pedro Páramo / Der Llano in Flammen

Saint-Exupéry: Nachtflug / Der kleine Prinz

Salinger: Der Fänger im Roggen

Sigurdardottir: Der Zeitdieb

Stendhal: Rot und Schwarz

Sterne: Tristram Shandy

Süskind: Das Parfüm / Der Kontrabass

Svevo: Zenos Gewissen

John Steinbeck: Die Früchte des Zorns / Die Perle / Von Mäusen und Menschen

‘t Hart: Das Wüten der ganzen Welt / Bach und ich

Tolstoi: Anna Karenina / Die Erzählungen (Die Kreutzersonate)

Tournier: Freitag oder im Schoss des Pazifik / Der Erlkönig / Zwillingssterne

Tschechow: Die Stücke (Die Möwe) / Die Erzählungen (Eine langweilige Geschichte)

Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel

Turgenjew: Väter und Söhne

Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

Williams: Das Geheimnis der großen Schwerter

Virginia Woolf: Die Wellen / Orlando

Zweig: Die Verwirrung der Gefühle

© finbarsgift