Lebenslauf (Busch)

Mein Lebenslauf ist bald erzählt.
In stiller Ewigkeit verloren
Schlief ich, und nichts hat mir gefehlt,
Bis daß ich sichtbar ward geboren.
Was aber nun? – Auf schwachen Krücken,
Ein leichtes Bündel auf dem Rücken,
Bin ich getrost dahingeholpert,
Mitunter grad, mitunter krumm,
Und schließlich mußt ich mich verschnaufen.
Bedenklich rieb ich meine Glatze
Und sah mich in der Gegend um.
O weh! Ich war im Kreis gelaufen,
Stand wiederum am alten Platze,
Und vor mir dehnt sich lang und breit,
Wie ehedem, die Ewigkeit.

© Wilhelm Busch

kastaniengewitter

ei der daus, bläst heute ein superkräftiger wind mit karacho mitten durch den kessel der landeshauptstadt, quasi wie jener mächtige boreas, ein immenser fallwind, der mich mal auf einer mittelmeerinsel drei tage hintereinander ins hotel verbannte, da es davor im boreas-erzeugten sandsturm am strand unmöglich war, die augen auch nur kurz zu öffnen, und fast so stark wie der passatwind auf meinem vor kurzem beschriebenen lieblingsort mitten im ozean, der insel des starken windes.

und so wurde ich vorhin beim rückweg vom mittagessen am rande des oberen schlossgartens, auf höhe der oper, von mutter allnatur schon vereinzelt kräftig mit windgelösten kastanien angegriffen, und in der kleinen kastanienallee an der nordseite des karlsplatzes dann etwas später mit diesen braunschaligen hartfrüchten geradezu so arg bombardiert, dass ich meine beiden hände quasi als kastanienabwehrschirm in position bringen musste, solange, bis ich dann in der nähe des alten schlosses mich wieder einigermaßen kopfsicher weiterbewegen konnte, das kurze kastaniengewitter überstanden hatte.

mitten durch die markthalle ging ich danach hindurch und dort war es dann natürlich ziemlich windstill, bis auf die teilweise recht lauten blähungen einiger einkäufer, die ich deutlich vor mir wahrnahm (warum habe ich nur ein solch feines, musikalisches gehör?), während ich ansonsten ruhigen schrittes – mit beobachtender süffisanz – an den feinen obst- und gemüse- und käse- und schinken- und trüffel- und süßigkeitenständen vorbeiging und wie stets nichts davon kaufte.

auf der anderen seite der markthalle war dann der wind wieder voll präsent – herrlich! – und zerzauste die frisuren der herumlaufenden leute in den gassen der kesselstadt nahezu vollkommen, auf dem weg hoch zur kö, an der stiftskirche vorbei, die wie immer von vor allem asiatischen touris belagert und schier totgeknipst wurde – noch eine kurze windstille gehpause in der kirche zu feinzarten orgelklängen, dann war es wieder zeit, zurück zur arbeit um die ecke zu kehren. 

© finbarsgift

Red Lips (Louise Burns)

 

Some other girl’s been sleeping in your bed
And you’ve been messin‘ around with my head
Well boy don’t you know that I’d rather be dead
Than let you keep messin‘ around with my head

You’ve been talkin‘ dirty in your sleep
Saying her name and talkin‘ in your sleep
Well boy don’t you know that I’d rather stay clean
Than listen to you talk dirty in your sleep

You need some time to think
You need some time to break
You need some time to be kissing red lips again
You’re going out all alone
You’re going out when you’re stoned
You’re going out to be kissing red lips again

Sometimes I wish I was out on my own
Nothin‘ but sounds of the mountain drones
There ain’t nothin‘ left but singing this song
I know that it’s time to get out on my own

I need some time to think
I need some time to break
I need some time to be kissing red lips again
I’m going out all alone
I’m going out when I’m stoned
I’m going out to be kissing red lips again

I’m sick and tired of the sidelines, baby
It’s really dragging me down, oh
I’m sick of being relentless, baby
It’s really dragging me down, ooh

Pick up the pieces and let me go home
Everytime I think of her I wanna go home
You ain’t gonna break this heart made of stone
Leave me alone and let me go home