der bio-adapter (Wiener)

 

der bio-adapter

(fuer w. pichler)

(prospekt 1965/66)

(nicht ueberarbeitet)

 

1.

philosophische ansaetze nebst vorgriffen auf die

systembeschreibung.

 

der bio-adapter bietet in seinen grundzuegen die m. e. erste

diskutable skizze einer vollstaendigen loesung aller welt-probleme.

er ist die chance unseres jahrhunderts: befreiung von philosophie

durch technik (1). sein zweck ist es naemlich, die welt zu

ersetzen, d. h. die bislang voellig ungenuegende funktion der

„vorgefundenen umwelt“ als sender und empfaenger lebenswichtiger

nachrichten (nahrung und unterhaltung, stoff- und geistwechsel) in

eigene regie zu uebernehmen – und seiner individualisierten aufgabe

besser zu entsprechen, als dies die „allen“ gemeinsame, nunmehr

veraltete sog. natuerliche umwelt vermag. in seiner wirkung kann

der bio-adapter mit der eines aeusserst hochgezuechteten, durch

laufende anpassung auch den differenziertesten beduerfnissen

hoechstorganisierter lebewesen gewachsenen uterus verglichen

werden („gluecks-anzug“). er kann als die sich ins zunaechst noch

„ausserleibliche“ erstreckende hypertrophie der organmoduln sowie

der nervoesen baukomplexe seines inhabers interpretiert werden, und

ist in dieser betrachtungsweise ein konverter der vom menschen in

dessen umgebung projizierten lustimpulse (servo-narziss).

es ist die auffassung des designers des bio-adapters, dass erst die

einheit mensch-adapter den anforderungen einer verantwortungsbewussten

anthropologlschen kritik standhalten kann –

aber daneben auch dem gesundheroischen Ideal eines den kosmos

regierenden homo sapiens erstmalig genuegt, und zwar durch

trockenlegung des kosmos einerseits, und zum andern durch

liquidation des homo sapiens. der mensch, ausserhalb seines

adapters ein preisgegebener, nervoes aktivierter und miserabel

ausgeruesteter (sprache, logik, denkkraft, sinnesorgane, werkzeug)

schleimklumpen, geschuettelt von lebensangst und von todesfurcht

versteinert, wird nach anlegen seines bio-komplements zu einer

souveraenen einheit, die des kosmos und dessen bewaeltigung nicht

mehr bedarf, weil sie auf eklatante weise in der hierarchie

denkbarer wertigkeiten ueber ihm rangiert.

der mensch bedarf des adapters, weil er im zuge seiner geschichte

(welche eben im adapter abhanden kommt) durch hervorbildung seines

bewusstseins in einen gegensatz zu seiner immer verbaler

apperzipierten (d. h. im verlauf der progressiven verbalisierung

ueberhaupt erst „wahrgenommenen“) umwelt geraet, diese geradezu

erst herausfordert, vorhersagt, materialisiert, erzeugt er

vereinzelt sich… sein bewusstsein, dem er sich immer

verzweifelter ueberlaesst, draengt ihn unter bildung und

zuhilfenahme kraenklicher begriffe individualitaet, polaritaet

gegenueber einer vexierbildhaften umgebung, welcher er in

ueberanstrengung seiner sinne bestandteile anzuerkennen bemueht

ist, gegenueber einer erfundenen, gleichwohl erlittenen, ihn

blindwuetig mit nachrichten befetzenden objektwelt, und

neurotisch-anankistische organisierung derselben zu kategorien und

methodisch angehauchten hierarchien auf. der mensch wurde schutzlos

durch das bewusstsein seiner symbolischen singularitaet, dieser

seiner Iyrischen hoffnung, und seiner ergo fiktiven gegnerschaft

zum alsbald bedrohlich empfundenen all. hier setzt nun der

bio-adapter an, und reduziert das all auf den status einer

unterhaltsamen… fabel.

der adapter legt sich – von „aussen“betrachtet – zwischen den

ungenuegenden kosmos und den unbefriedigten menschen. er schliesst

diesen hermetisch von der herkoemmlichen umwelt ab und greift nur

in den ersten stadien der adaption auf zu diesem zweck gespeicherte

eigene informationen und auf solche seines inhalts zurueck. der

mensch geniesst dabei zunaechst eine aufbereitete, therapeutisch

angereicherte wahrnehmung ausgewaehlter aspekte des erinnerten

kosmos. in der ersten adaptions-stufe vertritt der adapter

foermlich das „aussen“, er simuliert wechselbeziehungen, indem er

sich als partner versteht. der sich von seiner umwelt auf

attraktive weise ausgeeinzelt fuehlende mensch weiss sich inmitten

einer konversation, in einem spiel-aehnlichen dialog mit einer

wohlwollenden instanz begriffen. die tatsaechliche aktivitaet des

bio-adapters in dieser phase besteht jedoch in der simulation eines

kommunikationsschildes, einer membran zwischen den verschiedenen

strukturen des bewusstseins seines inhalts. er simuliert einen

verkehr mit dem „aussen“, indem er, staendig umfassenden

lernprozessen unterworfen, im verlaufe seiner exploration des

inkorporierten menschen saemtliche nachrichten desselben an das

nunmehr hypothetische all analysiert (auch die produkte des

metabolismus), und ausgewaehlte portionen davon durchkombiniert

wieder zurueckbietet, wobei der nachdruck stets auf dem kriterium

der glueckhaftigkeit zu liegen kaeme. der bio-adapter funktioniert

also, um es kurz zu sagen, als ein makro-instruktionen einer nicht

mehr vorhandenen aeusseren nachrichtenquelle simulierender

informationsspiegel: die impulse der bio-einheit werden analysiert,

nach massgabe der zunaechst mutmasslichen lustbetonung

neugruppiert, transkodifiziert, und eingespiegelt.

der zu adaptierende mensch wird pausenlos nach seinen beduerfnissen

abgetastet, solange bis dieselben zum zwecke erhoehten lustgewinns

vom adapter selbst erzeugt werden koennen. die lernstrukturen des

adapters fuehren naemlich die komplette einheit behutsam aus dem

ausgangsstadium, welches unmittelbar nach inbetriebnahme gegeben

ist, in aufeinanderfolgende phasen immer umfassenderer sinnlicher

und intellektueller genussfaehigkeit, die schliesslich in einer

erweiterung des bewusstseins gipfeln, wie sie durch eine

hinsichtlich ihres grades variable koppelung der anfaenglich noch

als objektwelt empfundenen strukturen des adapters mit dem

nervensystem seines inhalts erreicht werden kann – eine koppelung,

die als um so effektiver gelten wird, je weniger

transkodifikationen der informationsabtausch zu durchlaufen hat.

dazu ist es noetig, die einheit mit grosszuegigst angelegten

feedback-kreisen auszustatten, um ihr programm-modifikationen jeder

erforderlichen groessenordnung zu ermoeglichen, auch muessen die

grund-instruktionen (monitoren) selbstverstaendlich den groessten

teil des zeitgenoessischen wissens umfassen; weiters muss der

adapter jedenfalls im stande sein, alle moeglichen operationen am

zunaechst ja noch menschlichen leib durchzufuehren (amputationen;

organverpflanzungen; neurochirurgie), sowie die regeneration

eigener etwa gestoerter funktionen bzwse. den entwurf und den

einbau von ersatz-moduln und ueberhaupt eigener neu-entwicklungen

bewerkstelligen koennen. er modifiziert also nicht nur seine

programme, die ja als unordnungs-abfolgen von „materie-zustaenden“

interpretiert werden muessen, sondern im rahmen der

selbst-adaptierung auch seine stofflichen moduln, die als

programmtraeger sequentielle steuerung erst ermoeglichen. sohin

sind diese in keiner weise mehr passive medien des ablaufs, sondern

eben bestimmende zustaende; die unterscheidung von hardware und

software ist ja bloss eine didaktische, und an sich ohne sachliche

berechtigung: der einbau eines gelenks zwischen schulter und

ellenbogen wird eine neue aera des rueckenwaschens einleiten.

 

2.

rudimentaere systembeschreibung, ferner mutmassungen ueber die

entwicklung des systems. fragmente. einzelne funktions-einheiten.

 

der bio-adapter wird in grosserie hergestellt; abgesehen von den

medizinischmechanischen effektor-moduln werden ausschliesslich

mikrominiaturisierte monolithisch integrierte schaltkreise

verwendet. jeder adapter greift auf einen ausreichenden vorrat

transformierbarer betriebskraft in gestalt menschlicher nahrung,

eigener betriebsenergie, pharmazeutischer stoffe und ersatz-materie

als rohstoff zurueck. chemische einheiten zur regeneration von

stoffwechselprodukten sind vorgesehen.

nach austestung und laden der monitoren ist der adapter

betriebsbereit. die ausloesung der start-routinen sollte dem sich

dem bio-adapter anvertrauenden menschen selbst ueberlassen bleiben.

die beschickung des adapters stellt wohl ein ethisch-rechtliches

problem dar, dieses sollte aber nicht unloesbar sein. sie kann auf

freiwilliger basis erfolgen, es koennte aber auch sein, dass die

staatlichen machtmittel zum besten der buerger in anwendung

gebracht werden muessen. man wird sich vorstellen duerfen, dass

millionen von adaptern dicht aneinander gepackt in unter- oder

oberirdischen wabensilos untergebracht werden koennen

(selbstverstaendlich bedeutet das anlaufen der internationalen

grossaktion das ende der menschheit – sicherlich jedoch nicht das

ende des bewusstseins als spitzenerzeugnis der evolution, ganz im

gegenteil!). einmal angelegt, kann der bio-adapter nicht mehr

verlassen werden – allein schon deshalb, weil der einmal in

adaptation befindliche mensch ausserhalb des adapters nicht mehr

lebensfaehig ist: der inhalt des adapters ist fuer die gesellschaft

verloren, weil er die wirklichkeit verlassen hat. da, aus

naheliegenden gruenden, keine information aus dem adapter in die

gesellschaft dringen darf (ueberdies waere sie ja in einem

fortgeschritteneren stadium der einheit voellig unintellegibel),

kann die entwicklung der einheit nur an hand der grundlegenden

dispositionen fuer das anfangsstadium vermutet werden. die

fundamentale instruktion des bio-adapters ist auf erhaltung des

bewusstseins gerichtet; es koennte jedoch der fall eintreten, dass

auf grund seelischer gegebenheiten (aber auch – selten! – auf grund

unguenstiger und ausserdem irreversibler evolution) das

„experiment“terminiert werden muss; in diesem fall besorgt der

adapter den gluecklichen tod seines patienten, und wird, nach

selbsttaetiger stillegung seiner funktionen, zum leblosen sarg

seines toten inhalts (euthanasie).

die wertestellung des bio-adapters laesst diesen mittels seiner

sensoren erkennen, ob sich ein mensch in seinem inneren zur reise

bereitmacht. sofort nach betaetigung des starthebels (welcher

dadurch funktionslos wird – er wird alsbald abgebaut und der

materie-reserve zugefuehrt) beginnt der adapter zu arbeiten. er

schliesst sich und stellt atemluft zur verfuegung. die

klima-einheit sorgt fuer ideale „aeussere“bedingungen.

gesteuert durch eine anzahl von sensoren, welche den konturen des

menschlichcn koerpers folgend plaziert sind, schmiegt er sich eng

von allen seiten an diesen, ohne ihn allerdings ausser an den unter

einbeziehung der schwerkraft vorauszusetzenden stellen zu

beruehren. mit diesen sensoren nimmt er jede bewegung des

menschlichen koerpers wahr, und eilt ihr an der entsprechenden

stelle voraus, indem er sich einbuchtet. so bleibt er der sich

staendig verschiebenden struktur angepasst, ohne seinen inhalt im

geringsten durch klausur empfindungen zu belaestigen; gilt die

intention einer transport-bewegung (geh-, kriech-, laufversuche),

so gibt der adapter an der gemaessen stelle in gewohnter weise

nach. von der das gesicht umgebenden partie des bio-adapters (der

raum unmittelbar um die augen) werden zu gestalten geformte

lichtkombinationen generiert; die lage-sensoren steuern im

zusammenspiel mit den registratoren der fortbewegungsversuche

bildausschnitte und bildlage sowie die parallaxenverschiebung des

hintergrunds (servo-zoom, perspektiv-automatik), ferner tonstaerken

und schallrichtungen inklusive eventuell erforderlich werdender

doppler-effekte.

freilich werfen die komplexe des tast- und raumsinns gewisse

probleme auf. sie koennen jedoch mit hilfe verschiedener haptischer

geber und kombinationen derselben gemeistert werden, umso leichter,

als ja die variationsbreite der tastempfindungen beim menschen

beschraenkt ist, und die empfindlichsten stellen relativ genau

umrissen, nicht allzu ausgedehnt und im zusammenwirken mit den

uebrigen sinnesorganen funktionell spezialisiert sind. der adapter

wird nur jene oberflaechensegmente „beruehrter gegenstaende“

simulieren, welche tatsaechlich mit der haut etc. des bio-moduls,

von diesem anvisiert, in beruehrung kommen sollen, und nicht etwa

gar die komplette ueber die video-einheit servierte gestalt. der

vom bio-modul erwartete tast-eindruck kann seitens des bio-adapters

durch registrierung der auf gezeigte bilder hin gerichteten

bewegungen ohne weiteres abgefolgert und bereitgestellt werden.

streicht etwa die hand des bio-moduls, nach erreichen eines

gegenstandes, ueber diesen hin, so simuliert der adapter immer nur

die wenigen quadratzentimeter der tatsaechlich beruehrten flaeche,

indem er in der bewegungsrichtung mit geringem vorsprung neue

flaeche vorbereitet, um sie hinter der beruehrung sofort wieder

abzubauen.

nach aufnahme seiner taetigkeit stellt sich der bio-adapter

optisch und akustisch nach den erkenntnissen der

public-relations-technik als angenehmer gespraechspartner vor, und

zwar durch (aufeinanderfolgende oder simultane) darstellungen

verschiedener personen. mit der ersten willkuerlichen oder auch

unwillkuerlichen reaktion des inserierten menschen darf der kontakt

zwischen diesem und dem adapter als hergestellt betrachtet werden.

zu beginn findet die kommunikation natuerlich in menschlicher

sprache statt, d. h. der mensch aeussert verschiedentlich wuensche

und beschwerden, welche der adapter auf das gewissenhafteste zur

richtschnur seines weiteren verhaltens macht. jede aeusserung ist

dabei von wichtigkeit, weil sie als hinweis zur austestung der

wahrnehmung, des weltbilds und der normen des bio-moduls verwendet

werden kann. diese austestung muss so schnell und zwanglos wie

moeglich vorangetrieben werden, weil die gesamte erste

adaptionsphase hinsichtlich des energie-haushalts der einheit recht

unoekonomisch ist und deswegen moeglichst schnell beendet werden

muss. der bio-adapter wird daher alle

medizinisch-energetisch-psychologischen tests wo moeglich

gleichzeitig abfuehren, und daneben den menschen in ein dessen

intellektuelles niveau berechnendes gespraech verwickeln, um

weitere aufschluesse ueber das wissen und die persoenlichkeit des

patienten zu erhalten. es liegt im interesse einer schnellen

abwicklung dieser einleitenden routinen, dass sich der bio-adapter

dabei als leicht ueberlegener partner (etwa in der audio-visuellen

darstellung eines professoral wirkenden vaeterlichen freundes) und

mitmensch gibt. aus gruenden der kapazitaetsersparnis wird auf

vermittlung „objektiven wissens“durch den bioadapter verzichtet; er

stellt als gespraechsstoff zur verfuegung, was der patient an

kenntnissen ueber das jeweilige sachgebiet angehaeuft hat (2)

trotz aller anstrengungen und der ueberlegenheit des bio-adapters

wird der mensch gelegentlich an pannen und nicht zu vermeidenden

fehlleistungen merken, dass er sich nach wie vor im adapter

befindet. ausmittelung und konstruktion gewisser wichtiger

umgebungen (z. b. elternhaus, schauplaetze frueher kindheit,

arbeitsplatz, heim, vertraute vergnuegungsstaetten etc., mit den

fuer sie typischen gestaltkonfigurationen, tonstrukturen u. s. f.)

kann nur in einer reihe von verbesserungen ueber versuche und

irrtuemer hinweg gelingen . ueber krasse versager beschwichtigt der

adapter durch einsatz psychotechnischer kunstgriffe (u. a.

diskussionen, ablenkung der aufmerksamkeit, in besonders

gravierenden faellen auch einschlaeferung o. ae.) oder durch

belehrung ueber die verbal-hypothetische natur der wirklichkeit.

immerhin wird die kontinuierlich vervollstaendigte integration bald

einen grad erreicht haben, der im objekt des adapters zunaechst

einmal unsicherheit ueber seine kondition, spaeter jedoch die

ueberzeugung einer restlosen wiedereinsetzung in den status quo

ante zur folge haben muss. besonders im fall hartnaeckiger oder

ausnehmend aengstlicher menschen wird man sich vorstellen duerfen,

dass der adapter nach vervollstaendigung seiner informationen

seinem inhalt den totalen eindruck einer wiederauferstehung

beschert – komplett mit einer eindrucksvoll umstaendlichen sequenz

des aus-der-maschine-kletterns, der begruessung durch ein komitee

der mit der adapter-beschickung betrauten wissenschafter (soweit

sich der patient ueberhaupt an details wie gesichter,

raumausstattung etc. erinnern kann, bzwse. nach massgabe dieser

erinnerungen), eventuell der versicherung durch dieselben, es habe

sich um ein experiment von hoechster wichtigkeit fuer staat und

vaterland gehandelt, sowie der ehrung durch hoechste funktionaere

und der schliesslichen entlassung in ein hinfort muessiges

reichdotiertes privatleben; eine der zahllosen anderen

moeglichkeiten waere, unter benutzung ihm liebgewordener

gestaltkomplexe (geschlechtspartner, bester freund, mutter,

vorgesetzter, psychiater) dem patienten temporaere nun aber

remittierte psychosen u. dgl. zu suggerieren – eine deswegen

wichtige, weil in der uebrigen entwicklung angesichts von

schwierigkeiten immer wieder exazerbationen vorgeschuetzt werden

koennen.

in diesem stadium befindet sich die einheit unmittelbar vor dem

abschluss der ersten adaptions-stufe, welche, fuer viele jeweilige

faelle vermutlich recht aehnlich verlaufend, den grund fuer den nun

folgenden eigentlichen adaptionsprozess bereitet hat. der

inserierte mensch – noch ist er nicht mehr als das lebt in

gewohnter umgebung, jedoch angenehmer als er je zuvor ertraeumt

haette. seine umwelt „liest ihm die wuensche von den augen ab“: was

er auch unternimmt, gedeiht. seine lieblingspartner,

lieblingsspeisen, lieblingsgifte, lieblingsplaetze,

lieblingsbeschaeftigungen werden ihm laufend offeriert, und stets

cum grano salis, um ihn in spannung zu haltcn. er weiss sich

schoener, tuechtiger, klueger, begehrenswerter, begehrter,

gesuender. er erfuellt sich alte wuensche, leistet sich status und

luxus, sieht die welt, fuehrt.

der bio-adapter erreicht all dies in erster linie durch seine

moeglichkeiten, dem patienten ueber vorgefuehrte gespraechspartner

belehrungen zu erteilen, und erst in zweiter linie durch markierung

von sinneseindruecken. dabei geht er in nichts ueber die

gewoehnlichen suggestiv-eigenschaften der kommunikation hinaus,

welche ihm ohnedies erlauben, etwaigen beduerfnissen nach

sinnlicher verifikation mit den groebsten mitteln zu begegnen.

hinsichtlich dieser sinneseindruecke stuetzt sich der adapter

vorwiegend auf den gesichtssinn seines patienten. stets sind ja,

was der adaptierte sieht, anblicke, und nicht etwa „dinge“. nach

hinreichender neigung seines kopfes z. b. sieht er das bild seiner

beine, und nicht etwa „diese selbst“.

die weitere abstimmung auf ein sozusagen als handgreiflich

empfundenes weltbild besorgen auto-tuning-substrukturen der

verschiedenen an einem „gesamteindruck“beteiligten

empfindungsgeneratoren. diese stellen ein komplexes regelsystem zur

feineren dosierung von reizen dar. die intermodale korrelation,

unerlaesslich fuer das kompakte weltbild des menschen, wird weniger

durch wiederholte gleichzeitigkeiten von reizkomplexen (denen auf

der seite des bewusstseins auf grund der biologischen prinzipien

der wahrnehmungsoptimalisierung ohnehin bedeutende hindernisse

entgegenstehen), sondern mehr durch reafferenzen ausgehend von

verbal aufgerufenen begrifflichen strukturen hergestellt. der sich

dem bewusstsein praesentierende „hohe grad der korrelation“wird

durch relativ rohe konkomitanzen sinnlicher erregung auf gleichem

niveau erhalten; folglich wird es bei den (zunaechst in betracht

kommenden) auf ausserhalb der haut gerichteten sensorischen

komplexen (eine gewisse ausnahme bildet eben der gesichtssinn)

genuegen, wenn der bio-adapter relativ plumpe sinnesdaten generiert

und den reafferenzen des patienten das uebrige ueberlaesst. im

zweifelsfall wird eine verifikation immer besser ueber sprachliche

kommunikation mit „anderen menschen“erfolgen als durch naehere

untersuchung des gegebenen; und in besonders schwierigen faellen

wird der bio-adapter zur entscheidung derartiger fragen einfach

messinstrumente anbieten.

saemtliche verhaltensweisen seines insassen betrachtet der

bio-adapter als pathologisch-infantile offene handlungsabfolgen,

deren strukturschemata er nach ausreichender analyse der

verzweigungen in einem katalog der motlvationen sammelt: er stellt

variationsbreiten und sprungbedingungen fest, memoriert erstere als

huellkurvenparameter und legt letztere in speicherfelder mit

wahlfreiem zugriff ab: seine eigenen reaktionen assembliert er aus

den deduzierten elementen, und stimmt sie mit den monitoren ab auf

das alles beherrschende prinzip der therapie.

gewisse seelische zustaende des bio-moduls sind dem fortschreiten

der adaption besonders foerderlich. in erster linie ist hierbei an

alle formen der ekstase zu denken, darunter wieder besonders an

solche, die zu den „natuerlichen zustaenden“des organismus

gehoeren.

die sex-servomoduln sind daher besonders grosszuegig ausgelegt

und teilautonom. sie koennen im bedarfsfall sehr bedeutende

sektoren des bio-adapters uebernehmen, und verleihen dann der

gesamten umwelt des bio-moduls zuege die sich in hervorragender

weise zur verstaerkung seiner protopathischen erlebnisfaehigkeit

eignen. befindet sich der bio-modul im zustande sexueller erregung,

so stoesst er alsbald auf eine umwelt, die dieser erregung im

hoechsten grade foerderlich ist. alle ihm begegnenden menschen

blicken ihn luestern an. er hoert aufreizende worte von bruechigen

stimmen gefluestert, er betritt sinnliche musik. pflanzen und

leblose gegenstaende, landschaften und abstrakta wirken auf ihn

erotisch, erweisen eine auf ihn bezogene geschlechtlichkeit, je

nach persoenlichkeit erlebt er keusch-herbe ehrende eroberungen

oder unterfaengt sich bestialischer entladungen in gewalt und

willkuer. der bio-adapter sorgt fuer die abwechslungsreichste,

geschickteste regie auch in den faellen unsterblicher liebe, und

fuehrt ueber die erfahrungen seines inhalts hinaus in eine

heidnische geilheit. der patient waelzt sich in phallen, bruesten,

vaginen, aufgestachelt durch yohimbin, testoviron, moenchspfeffer,

seerosenabsud, kampfer, lupulin, natriumbromid, kantharidln,

colorines vom zompantlibaum… preludin, amphetamine steigern seine

vorlust… nupercainalpraeparate verzoegern, amyl-nitrit

verlaengert, chloraethyl, stickoxydul verstaerkt seine orgasmen…

stromstoesse in seine schleimhaeute machen seine lueste zum delir!

die welt besteht aus drauci und pathici. in der raserei kuendigen

phantastische irrumationen veraenderungen der wirklichkeit an, er

kopuliert mit bergen von geld, mit schraenken, viren, brillen,

firmen, efeu, buesten, er ejakuliert beim anblick des achats!

auch die ekstasen der vernichtung werden vom adapter provoziert

und uebersteigert, gleich ob sie sich gegen die welt oder gegen das

subjekt richten. mit leichtigkeit oder nach schweren kaempfen, ja

sogar – je nach persoenlichkeit unter grossen persoenlichen opfern

bis beinahe zur selbstvernichtung annulliert der bio-modul, wogegen

sich sein trieb richtet, als heroischer outlaw oder wuestling, im

zusammenwirken mit oder als beauftragter der oeffentlichkeit, oder

als hemmungsloser staatsfeind, niedermaehend, zerhackend,

zerfleischend, in tobenden paroxysmen zerbeissend, zermalmend,

zerstampfend, zer…, zer… oder nach reiflicher und schwerer

erwaegung allen fuers und widers erden, kosmen… annihilierend was

die vernunft bezeichnet, usw. usf.

 

3.

zweite adaptions-stufe.

 

der bio-adapter kontrolliert nun die leiblichen und seelischen

zustaende seines inhalts bis ins letzte, d. h. er hat den platz des

staates eingenommen. er kann nunmehr zur erweiterung (verbesserung)

des bewusstseins des bio-moduls schreiten.

der erste wichtige hier interessierende vorgang ist die

heraus-praeparierung des nervensystems verbunden mit der

herstellung eines direkteren informationsflusses zwischen adapter

und bio-modul. der abbau beginnt bei den gliedmassen, und schreitet

zu den zentraleren koerperteilen langsam fort. der bio-adapter wird

mit einem minimum an anaesthesierungen auskommen, da er vor den

operationen alle afferenten bahnen an eigene reizwandler

anschliessen kann: waehrend z. b. gerade ein bein des bio-moduls

amputiert wird, geniesst derselbe vielleicht einen erfrischenden

fussmarsch durch reizvolle ungarische landschaften. der adapter

simuliert das komplexe wechselspiel der efferenten nerven mit

kinaesthetischen und propriozeptiven fasern und ein blick auf seine

beine belehrt den bio-modul hoechstens ueber die tatsache, dass

seine bewegungsfreude dem muskelspiel seiner extremitaeten immer

besser bekomme. der abbau wird durch die ueberlegene

verarbeitungsgeschwindigkeit der adapter-elektronik sehr

beguenstigt, da der adapter etwaige fehlgriffe durch zentraler

plazierte kontrollsensoren rechtzeitig erkennen und rueckgaengig

machen kann, bevor sie ins bewusstsein des bio-moduls gelangen.

die reduktion des bio-moduls auf seinen eigentlich empfindlichen

teil ist erst abgeschlossen, wenn auch die zentralen sinnesorgane

des ehem. kopfes als reizwandler ausgefallen und durch direktere

anschluesse an die informationsgeber des adapters ersetzt sind.

in diesem stadium fallen viele unnoetige stoff- und

informationstransformationen hinweg (z. b. nahrungsaufbereitung,

bewegungs-assimilationen, sinnesdaten-aufbereitung) und sind mit

grossem gewinn durch >fuehlungnahme< ersetzt (naehrloesung, direkte

impulse zwischen mot. endplatten oder peripheren synapsen und

mikroelektroden). der energie-haushalt der einheit ist entlastet,

d. h. es werden nur mehr etwa (allerdings spaeterhin wieder leicht

ansteigend) 100 watt verbraucht, exklusive der etwa 25 watt

stromverbrauch des gehirns selbst. zahlreiche mechanische Aggregate

werden unnoetig und vom adapter abmontlert und umgebaut, oder der

reserve (wo sich auch die zellgewebe des blo-korpers befindcen)

zugefuehrt.

der abbau des nervensystems selbst, der sich nun anschliesst wird

vom adapter sehr behutsam durchgefuehrt und hat bald ein ende; das

ziel der einheit ist a) groessere komplexheit der funktionellen

strukturen, und nicht reduktion auf ein minlmal modell. man kann

daher eher von einem aufbau komplexer und flexlblerer

hlerarchie-kreise sprechen. der allmaehliche ersatz zellulaerer

schaltkrelse des peripheren systems durch solid-logic-bausteine

macht die einheit kompakter, aber nicht notwendig integrierter;

dichtere integration wird vielmehr erst durch vermehrung der

schaltkreise selbst und durch bessere streuung der informatlon

erreicht. insonderheit ist des trachten des adapters darauf

gerichtet, den begriff der sinnlichen qualitaet zu erhalten, ja

durch experimente den modalen bereich durch einbau weiterer

sensorischer moduln zu erweitern. dass dabei das hauptaugenmerk auf

den zentralen gehirnstrukturen ruht, muss nicht weiter ausgefuehrt

werden: in einem stadium, das durch generell gleichwertlge

stromimpulse in die afferenten bahnen gekennzeichnet ist, beruhen

schliesslich alle modulen unterschiedenheiten auf verschiedenheiten

der schalt-bloecke von mesenzephalon aufwaerts.

man koennte nun angesichts dieser prozesse von einem allmaehlichen

aufsaugen der zellorganisation durch die elektronischcn

schaltkomplexe des adapters sprechen, und zweifellos trifft diese

ausdrucksweise, soweit die reiz-reaktions-beziehungen im

materiellen gemeint sind, ganz gut zu. anders liegen die dinge vom

standpunkt des bio-moduls gesehen. er besteht ja ausschliesslich

aus bewusstsein, und dieses erfaehrt in schueben grandiose

ausweitungen. seine traeger wechseln wohl, aber unmerklich langsam;

dieser wechsel ist – gelegentlich – von einer kurzen

bewusstseinstruebung begleitet, welche aber alsbald einer vorher

nicht gegebenen helligkeit weicht. war also schon die erste

adaptions-stufe durch dle nichts weniger als antagonistische, ja

geradezu kooperative umwelt eine massnahme zur erweiterung der

moeglichkeiten des bio-moduls, so wird nun das bewusstsein zum

selbst der umwelt, die sich nunmehr etwa wie dle eigene hand

verwenden laesst. waren vorhin noch leistungssteigerungen durch

bedingungen provoziert, wie sie etwa in der hypoxaemie durch

hyperventilation, im experiment durch anionen-anreicherung der

atemluft, oder durch magnetfelder „von aussen“hergestellt werden

koennen, so werden sie nun durch groessere anzahlen der

datenverarbeitenden elemente, durch groessere komplexheit der

verbindungen und durch groessere verarbeitungsgeschwindigkeit

bewirkt.

die kontinuitaet des ich-bewusstseins, soweit sie ueberhaupt

postuliert werden kann, ist nicht durch die physische konstanz der

ganglien-zellen, sondern durch die konstanz der information

gegeben. diesc persevcration wlrd aber durch die allmaehliche

uebernahme der information seitens elektronischer strukturen nicht

unterbrochen, weil sie eine schrittweise uebernahme sozusagen zelle

fuer zelle mit sofortigem wiederanschluss an die zentrale

verarbeitung ist. die bedeutenden erweiterungen des

daten-verarbeitendcn materials fuehren zu einer sprengung der den

menschen so einschnuerenden enge des bewusstseins; die

verarbeitungsgeschwindigkeit der autonomen subkortikalen kerne

steigert sich enorm – damit wird aber schliesslich auch die

gleichschaltung des ehem. kortex erforderlich, und endlich werden

saemtliche verarbeitungskreise in das bewusstsein einbezogen, mit

dessen traeger, und das >nicht bewusste< bleibt auf die

elementaren, atomaren transmissionsprozesse beschraenkt.

das bewusstsein, dieses kuckucksei der natur, verdraengt also

schliesslich die natur selbst. waren frueher die gestalten der

sinnlichcn wahrnehmung blosse produkte bedingter reflexe einer

ueberlegenen versuchsanordnung, gespenster der menschlichen

zufallssinne (stammesgeschichtlich stammt beispielsweise das gehoer

aus der kieferkonstruktion!), spitzenerzeugnisse des sozialen

prozesses, ausgeburten der sprache, so ruht nun das bewusstsein,

unsterblich, in sich selber und schafft sich voruebergehende

gegenstaende aus seinen eigenen tiefen.

weiters wird der mit den bewusstseinstraegern verschmelzende adapter

ausserhalb des thalamus neue lust-zentren schaffen, die der

experimentierenden wie der hingebenden selbst-stimulation neue wege

weisen. die zahlreichen der homoeostase dienenden subkortikalen

kerne (atemzentrum u. dgl.) werden umfunktioniert und in

bewusstseins-prozesse eingegliedert. aktivierung der

gedaechtnis-strukturen.

  1. (entfaellt)
  2. die entwicklung des bio-adapters ist freilich voellig von der

geisteskraft, vom mut und von der selbstaendigkeit des subjekts

abhaengig. wo das ungenuegen nicht stark genug, wo die das

bewusstsein ausmachenden sozialen strukturen ueberstark sind, da

kann auch der adapter nur eine >normale< welt erzeugen – auch in

der zweiten phase. moeglicherweise sind wir alle

——

1) beispiel: russisch-lehrgang. der adapter exzerpiert zunaechst

die vorstellungen seines inhalts von tatsachen und stimmungswerten

der russischen sprache. sodann erweitert er das material durch

analogie und induktion, verfremdet es durch aleatorische

abweichungen von den so erhaltenen normen, dosiert den lehrstoff

und bietet ihn an. der inhalt des adapters lernt nun „russisch“ und

erfrischt sich am raschen fortschritt. er lernt viele russen

kennen, reist vielleicht gar nach einem seine erwartungen ganz und

gar nicht enttaeuschenden kiew, oder erzieht sich, „daheim

bleibend“ seinerseits partner zur pflege der russischen

konversation.

2) von hier aus ist das moment gewisser sinnestaeuschungen in der

„wirklichen welt“ zu interpretieren: ein zweiter blick belehrt mich

ueber die taeuschung: aber habe wirklich ich mich getaeuscht,

oder hat die welt ihren irrtum blitzschnell repariert?

3) ein einfach herzustellendes arrangement zum selbstbasteln findet

man bei o. prokop, forensische medizin, berlin 1966.

 

 

 

© Oswald Wiener

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115 Kommentare zu “der bio-adapter (Wiener)

  1. Flowermaid sagt:

    … befor ich das alles lese und zu verstehen versuche lege doch einfach die Bastelanleitung bei… ich mach das schnell fertig und schreibe ob es taugt… LG vom Blumenmädchen 😉

    • finbarsgift sagt:

      *lächel*
      DAS IST die Bastelanleitung!

      Also erst genau und geduldig lesen,
      dann dir deinen Bio-Adapter selbst bauen 🙂

      LG vom Lu Finbar

      • Flowermaid sagt:

        … menno, ich dachte es gibt so eine Optische mit denen kann ich besser umgehen…

        • finbarsgift sagt:

          Tja, DIE hat der kluge Oswald Wiener leider nicht hinterlassen…

          only words, I’m deeply sorry 😦

          • Flowermaid sagt:

            … passt scho… ich kann Schnittmusterbögen interpretieren aber das nutz mir dann auch nichts… wenn’s mal etwas länger dauert 😉

            • finbarsgift sagt:

              ganz am Ende des Artikels gibt Wiener übrigens dann doch noch einen Link zu einem gewissen O. Prokop (Arrangement zum Selbstbasteln)… 🙂

              • Flowermaid sagt:

                … ich lese schon…

                • finbarsgift sagt:

                  …prima… echt lohnend, vor allem auch gegen ende, wo er sich „herrlich“ zum Thema Sex outet *gg*

                  • Flowermaid sagt:

                    … ich brauch noch etwas… das Blumenmädchen ist nicht so schnell in Philo unterwegs…

                    • finbarsgift sagt:

                      Take all the time you need 🙂

                    • Flowermaid sagt:

                      … es erinnert mich an den Grundgedanken von „Matrix“ aber… „Genau wie ich wirst du irgendwann einsehen, dass es ein Unterschied ist, ob man den Weg kennt oder ob man ihn beschreitet“… “ Ich glaube, dass die Spezies Mensch ihre Wirklichkeit durch Kummer und Leid definiert…“ danke für die Empfehlung des Kleingedrucktens… einmal angelegt… da steht jetzt das Blumenmädchen in deiner Schuld… 😉

                    • finbarsgift sagt:

                      Na ja, der Matrix-Gedanke hängt ja heutzutage irgendwie immer in der Luft,

                      so wie auch der berühmte Gedanke des Philosophen Berkeley,

                      aber ich denke nicht, dass Oswald Wiener das hier meinte und relativ detailliert ausführte…

                      Es ist ja eher die Idee, die heutzutage in der Entwicklung von VR-Technik zum Einsatz kommt, mit VR-Anzügen und VR-Brillen, vom eigentlichen Körper des Menschen abstrahierend („als bio-adapter im glücksanzug“), in Virtuellen (Spiel-)Realitäten heldenhaft ohne Defizite und Makel agieren zu können…

                      Und das auch im Cybersex-Umfeld…

                      Und da finde ich, hat Wieners Text eine erstaunliche Vorhersagekraft, wenn ich lese, dass er das 1965 schrieb!

                    • Flowermaid sagt:

                      Genau… ihm geht es nicht um ein Spiel, sondern um die Wegschliessung der menschlienspezieies auf eine Zoohumaneart…

                    • finbarsgift sagt:

                      Was, wenn ich mir aktuelle Po-litiker wie den Kim und den Trump usw. und auch die durchgeknallten IS-Typen ansehe, ja fast was für sich hätte!!

                    • Flowermaid sagt:

                      … denen würde ich UNBEDINGT so einen Adabteranzug empfehlen… er reinigt die Erde ,für bestimmte Seiten erträglich,
                      vor Biomüll…

                    • finbarsgift sagt:

                      Da spricht du mitten in der Nacht die Wahrheit, die pure Wahrheit gelassen aus, bravo! *freu*

                    • Flowermaid sagt:

                      … Lu, ich wünsche dir Zahlenverhangenelösungsträume… *lächel*

                    • finbarsgift sagt:

                      Dankeschön *freu*
                      Schlaf du auch gut und träum was schönes 🙂

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      Deine komplexe Erklärung des Bio-Adapters ist spitze, lieber Finbar!

                    • finbarsgift sagt:

                      Herzlichen Dank, liebe Bruni!

                      Auch nochmals für deinen herausragenden, humorvollen Kommentar, der ist echt Spitze!!

  2. bruni8wortbehagen sagt:

    ufffffffffffffffff, nun bin ich aber geplättet und doppelt zusammengefaltet, lieber Finbar.

    Anschließend wurde ich in eine Schublade gepackt und zur besseren atmungsaktiven Verwendung noch in eine luftdurchlässige Hülle gestopft.

    Ich bin wie neu und doch außerstande, mich noch daran zu erinnern, wie ich zuvor mal war.
    Mein Lustempfinden wurde gesteigert und zum Abklären noch zu regelnder Einzelheiten mal für unbestimmte Zeit zur Seite gelegt.
    Der Bio-Adapter wird nach Gutdünken darüber verfügen, aber selbstverständlich in meinem Sinne, denn meine Sinne kennt er besser, als sie mir je bewußt waren.

    Alles Natürliche weicht einer dermaßen ausgeklügelten *Technik*, die schon keine mehr ist, sondern etwas ganz anderes, so daß mir grün und gelb vor den Augen wird.

    Ich sehe mich nicht mehr, denn ich brauche mich ja nicht mehr zu sehen, er tut alles für mich und noch viel mehr, denn er kennt meine Wünsche, die keine mehr sind, weil es sie nie gab, denn alles war nichts und aus dem Nichts, das ich war, macht er ein ÜberNichts, dem er ein ÜberallesNichts darüber setzt…

    Was für eine Bastelanleitung *grins*, oder besser, was für eine geniale NichtErfindung, die mcih neu schafft, nachdem er mich eliminiert hatte, damit ich glücklich werde für immer und alle Zeit…

    uffffffffffffffff, ich sage Dir, lieber Finbar, ich bin vollkommen geplättet und ach ja, oben steht´s ja schon 🙂 …

    • finbarsgift sagt:

      Aber in diesem vollkommen geplätteten Zustande, liebe Bruni, läufst du ja gerade zu einer unfassbar coolen filosofischen Höchstform auf,
      die mich schier sprachlos daher gucken lässt!
      Clap hands for your comment!!!

      • bruni8wortbehagen sagt:

        *hihi*, in geplätteter Form wäre ich also imstande, filosofisch zu denken?

        Fröhlich vor mich hin grinsende liebe Grüßle am Rosenmontagsmorgen an Dich, lieber Finbar

        • finbarsgift sagt:

          Ich habe nichts von ausschließlich gesagt, liebe Bruni,

          aber im geplätteten Zustande scheinen deine filosofischen (Nonsense-)Gedanken ja wahrlich nur so zu sprudeln…

          Liebe Rosengrüße zum Montag von Finbar

          • bruni8wortbehagen sagt:

            ich weiß, lieber Finbar. Hab ja nur ein bissel gefrozzelt *lächel*

            Es war ein gewaltiger Text, den er da verfasst hatte und er muß ja jeden Gedanken auch durchdacht haben und schreibend umgesetzt.
            Ich dachte so ein bissel an 1984 von Orwell…

            Eine Vision, in der vieles verpackt ist, was sein könnte, wenn man alles betrachtet, was ist und sehr überspitzt und surreal weiterdenkt…

            • finbarsgift sagt:

              Eine feine perfekte Kurzfassung, liebe Bruni, so ist es…
              Orwell, Huxley und andere waren sicher die großen Vorbilder für diesen gesellschaftskritischen Text!

              • bruni8wortbehagen sagt:

                Wann genau hat er ihn geschrieben? Kann sein, daß es irgendwo in den Kommis schon steht, aber es sind wieder so viele, da frag ich Dich lieber selbst nochmal.

                Es ist schon genial, wie er weiter spinnt. Eine unaussprechlich hinterlistige grausame Gehässigkeit wird uns vor die nichtswitternde Nase gehalten, in deren Falle wir bei nichtkritschem Sehen und Hören blitzschnell hineintappen würden…

                • finbarsgift sagt:

                  Verfasst hat Oswald Wiener sein Buch „Die Verbesserung von Mitteleuropa“ in den Jahren 1965/66, liebe Bruni,
                  davon ist der bio-adapter ein Teil!

                  Dieses Buch ist (natürlich) inzwischen vergriffen, aber den bio-adapter-text fand ich im Netz…

                  • bruni8wortbehagen sagt:

                    Ich wußte, daß ich ihn kenne, aber nicht in dieser Ausführlichkeit…
                    50 Jahre alt ist der Text. Wenn man sich mal vorstellt, wie die Zeit damals war….
                    Trotz allem unglaublich. Unglaublich gut vorausgedacht – eben in dieser speziellen Art
                    denkspielerischer Gedanken.

                  • bruni8wortbehagen sagt:

                    hm, wenn du Sicherheit fühlst, das fühlst Du sie, vielleicht sogar sehr stark, wieso sollte sie dann ein Widerspruch in sich sein? Dann wäre ja Fühlen an sich schon ein Widerspruch in sich, oder nicht? hm *grübel*

                    Gefühlte Sicherheit empfand ich so, als könne ich sie zwar nicht beweisen, würde sie aber stark bemerken…, ja, so ungefähr 🐻

                    • finbarsgift sagt:

                      Ja, genau!!

                      Denn für einen Mathemusikuss gilt etwas erst dann mit Sicherheit, wenn der Beweis erbracht wurde, qed.

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      Und was spricht die andere Seele in deiner brust?

                    • finbarsgift sagt:

                      Welche „andere“ denn?
                      Ich hab doch nur eine…

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      hm, wirklich? wo steckt Deine romantische Seele denn zur Zeit?

                    • finbarsgift sagt:

                      Was heißt denn „zur Zeit“?!
                      Mathematik, Musik, Poesie, Fotografie usw. sind allesamt Teil meiner Seele und meines Geistes…

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      also die Seele, die alles umfasst! Die romantische Seite liegt eingebettet in Poesie, Fotografie,
                      die geliebte Mathe und nicht zuletzt, die übergeordnete Musik. Da hast Du recht, so liegt sie behütet in allem und machmal schlägt der Zeiger mehr zur Logik und dann doch wieder zur Posie, die ja wahrlich die Logik zu gerne vernachlässigt *lächel*

                      Und wie siehst Du nun das Sehen, die Gabe des Sehens, lieber Finbar. Ich bin ein kritischer Mensch, aber meine Träume liegen durch die poetische Literatur auch sehr auf den Zwischenräumen und bei dem Mann, der am stillen verborgenen See lebt, zwischen Natur und Menschenwelt, der dieses Sehen vermag und es behutsam nutzt

                    • finbarsgift sagt:

                      Ja, ER ist ein gaaaaaanz besonderer…
                      vor allem auch ihm zu Ehren wirke ich an dieser Stätte 🙂

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      Ja, und es war damals eine wundervolle Idee von Dir, IHN hier sein zu lassen.
                      So erinnern wir uns unentwegt, wobei er mir sowieso präsenter ist, als manch andere Figur in einem schönen/guten/lesenswerten Buch.
                      Aber jetzt, wo ich schnell mal meinen Denkapparat einschalte, kommen mir noch so viele andere in den Sinn… *lach*

                    • finbarsgift sagt:

                      …und das wäre?! *neugierig guck*

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      ganz spontan, als Allererstes, lohne weiterzudenken?

                      Josef Knecht

                    • finbarsgift sagt:

                      Hmmm…lohne oder ohne? 🙄

                    • selbstverständlich OHNE , lieber Finbar, er ist mir als Allererstes eingefallen, dann kamen in rascher Reihenfolge so viele andere *lächel*

                      Und jetzt wünsche ich Dir eine feine und ruhige Nacht mit Träumen, die Dich immer wieder vor Dich hin lächeln lassen und pünktlich erst zum Morgen wecken.

                    • finbarsgift sagt:

                      Bonjour liebe Madame de la Poesie! 🙂

  3. Ariana sagt:

    Hab mich tatsächlich durch gelesen und fühle mich jetzt etwas ‚erschlagen‘, es rattert im Kopf…..und irgendwie erinnert es mich an Matrix……….

  4. hafenmöwe sagt:

    au weia, das scheint ja ein penetranter Glücksbringer zu sein, und schwer abzuweisen. ich nehme nur den adapter ohne bio und dann auch nur für so e-zeugs.

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt wohlüberlegt,
      obwohl eher nach einer Art Selbstkastration…

      • hafenmöwe sagt:

        ☻ wenn es noch nicht zu spät ist…

          • hafenmöwe sagt:

            also, wenn ich das richtig gelesen habe, schleicht sich bioadapter quasi unmerklich ins leben ein, und gaukelt ein bisschen „Du-hast-mich-beauftragt“- Illusion vor und dann ist er praktisch nach einigen Etappen der Umformung unkündbare Emotions- und Denkmaschine mit starkem Drank sich auf das Wesentliche zu verschlanken (=entindividualisieren). Seitdem ich Fassbinderes „Welt am Draht“ gesehen habe, und natürlich Owells „1984“ , schätze ich mal, ist der Umgang mit höflichen Ablehnungen vorbestimmten Glücks bestimmt schon mit in den Apparat eingebaut. Und modfiziert, so dass es eine ziemlich 100%-tige Zusage der Individuen gibt. Nämlich. In der Art. Aber – ich gebe es zu : ich habe den Artikel ohne Fremdwörterlexikon gelesen. 😉

  5. kinder unlimited sagt:

    Werden wir so zum besseren oder nur besser funktionierenden Menschen… ?

    • Flowermaid sagt:

      …wir werden überzeugend unschädlich gemacht…

    • finbarsgift sagt:

      Diese Frage kann ich bei einer Zukunftsvision, die ein österreichischer Filosof inmitten der Sixties niederschrieb, definitiv nicht selbst in wenigen Sätzen beantworten,

      aber man könnte schon auf deine Frage kommen, wenn man Wieners Text mehrfach liest…

      Mir kam halt die Idee diesen Text mal wieder zu lesen durch die Entwicklungen der modernen Techniken in Richtung VR, mit VR-Anzügen und VR-Brillen und auch dem ganzen Cyberspace und Cybersex Zeugs…

      Und da dachte ich mir:
      hat der Oswald Wiener diese technischen Entwicklungen hier im Grunde nicht schon ein halbes Jahrhundert zuvor kommen sehen?!

      • kinder unlimited sagt:

        nur ist sein Blickwinkel anders, meiner Meinung nach! VR sehe ich als eine hilfreiche technische Weiterentwicklung, aber nicht Hilfe, uns weiterzuentwickeln! obwohl es das langfristig auch ist!

        • finbarsgift sagt:

          Ich sehe VR nicht nur als eine hilfreiche technische Weiterentwicklung an,

          sondern auch als eine abartige, nicht naturgemäße neue Entfremdung des Menschen von sich selbst und den Mitmenschen…

          • kinder unlimited sagt:

            Ich kann nachvollziehen, wie Du denkst.
            Nur was Du Entfremdung nennst, verstehe ich als Weiterentwicklung!

            • finbarsgift sagt:

              Ich verstehe dich, aber als „nur“ eine technische Weiterentwicklung kann ich das nicht sehen!

              • kinder unlimited sagt:

                so empfand man auch das erste Buch 😉 es ist nie das Medium, mehr der Umgang, so sehe ich das !

                • finbarsgift sagt:

                  Ich kenne diese, deine Argumentation inzwischen sehr gut,

                  aber sie ist mir auf Dauer einfach viel zu einseitig, ja blauäugig…

                  Die ewige Liebe existiert ja auch nicht nur auf Wolke7 mit rosa (VR-)Brillen…

                  • kinder unlimited sagt:

                    und ich Deine 😉 ich denke, da sind keine Gemeinsamkeiten 😉

                    • finbarsgift sagt:

                      Wieso?
                      Wir sehen es doch beide als technische Weiterentwicklung an,
                      also für MICH ist das eine Gemeinsamkeit 🙂

                    • kinder unlimited sagt:

                      ja,, das stimmt!Interpretationsmässig fehlt die Basis 😉

                    • finbarsgift sagt:

                      Das sehe ich nicht,
                      aber wenn du meinst…

                    • kinder unlimited sagt:

                      und ich dachte, du siehst das so 😉 Dann ist doch alles fein! Mir gefiel der Beitrag sehr und die Länge hat mich nicht gestört 😉

                    • finbarsgift sagt:

                      Das freut mich, mich nämlich auch nicht *lächel*

                      Nee, aber mal im Ernst:
                      Warum sich scheuen, auch mal einen längeren Text zu posten!

                      Manchmal habe ich diese zum Großteil schier nichtssagenden Kurzeinträge fast überall im Bloguniversum so richtig satt!

                      Da lieber statt zehn oder zwanzig solcher Posts mal einen längeren, ordentlich gesellschaftskritischen Text wie den hier vom Philosophen Oswald Wiener,

                      übrigens nur ein kleiner Auszug aus seinem vergriffenen Buch „Die Verbesserung von Mitteleuropa“

                      Liebe Grüße zum schönen Tag vom Lu

                    • kinder unlimited sagt:

                      das sehe ich ganz genauso…..;-) LG Ann

  6. feldlilie sagt:

    Und nächstes Mal postest Du dann Krieg und Frieden???

  7. Karl sagt:

    Im ersten Moment dachte ich bei dem Namen im Titel an Norbert Wiener, mit dem ich mich aus verschiedenen Gründen zu beschäftigen hatte. Seine Themen hatten ja abseits der dazugehörigen Mathematik durchaus Berührungspunkte, was z.B. die Steuerung künstlicher Gliedmaßen etc. betrifft. Je weiter ich im Text vordrang, desto unwahrscheinlicher wurde allerdings seine Autorschaft für mich, und am Ende las ich dann Oswald Wiener 😉

  8. ©lz sagt:

    Ok
    Und morgen früh hat der Adapter den Krebs besiegt und wir schauen mit Engelsaugen in den Glückskreis.

  9. autopict sagt:

    Irgendwie werd ich den Gedanken nicht los, dass die Mixtur aus Handy, Blog, und PC eine Art Bio-Wiener ist. Ob das aber einer Verbesserung Mitteleuropas dient, sei einmal dahingestellt.
    Schräg, aber gut.

  10. Lilith sagt:

    Ich kann das nicht lesen, mein Hirn weigert sich. 🙂

  11. Beschreibt er da sein eigenes Unbehagen.. Den Kampf mit sich selbst. Verloren in seiner Intelligenz und Mathematik? Bin froh nicht über eine ausgesprochenes Talent zu verfügen sondern die Möglichkeit habe auf breitgefächerte Fähigkeiten zugreifen zu können. Die mich davor retten so weit abzudriften… in diesen emotionalen Dschungel. All diese Erkenntnisse auch weniger schwer-philosophisch auf den Tisch gebracht werden können… 😉
    Hg, Nora

  12. Anna-Lena sagt:

    Nach einem Tag voller Unterricht und Konferenz MUSS ich das aber nicht verstehen, oder?????

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