Das Konzert (Ludwig)

Ich befand mich in einer großen Gesellschaft und
sollte ein Klavierkonzert geben. Der Saal war bereits
verdunkelt, und das Publikum voller Erwartung.

Ich begab mich an den Flügel und suchte nach den
Notenblättern. Aber es waren keine Notenblätter da.
Nicht ein einziges Notenblatt war zu finden.

Da verließ ich heimlich den Saal und suchte verzweifelt
im ganzen Hause nach einem Notenblatt. Vergeblich.
Auf einmal fiel mir eine astronomische Karte ins Auge,

die an der Wand ausgespannt war. Der ganze Sternen-
himmel war auf ihr eingezeichnet. Da ich sie ansah,
entdeckte ich, dass die Sterne Noten waren

und dass das Ganze eine herrliche Komposition darstellte.
Schnell riss ich die Karte herab, eilte mit ihr zurück in den
Saal und spielte nach der Sternenkarte.

© Paula Ludwig

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69 Kommentare zu “Das Konzert (Ludwig)

  1. Flowermaid sagt:

    … eine Sternensynfonie ohne Staub…

  2. bruni8wortbehagen sagt:

    so eine wunderbare Idee kannst nur Du haben, lieber Finbar.

    Und dann spieltest Du nach der Sternenkarte, die Menschen bekamen begehrliche Augen, wischten sich verstohlen die Tränen aus den Augenwinkeln und konnten nicht fassen, daß sie diese Komposition bisher nirgendwo sonst gehört hatten und niemals Noten davon lasen.

    Alle standen auf, um Dir zu applaudieren und Du verbeugtest Dich tief und sehr gerührt und konntest nicht fassen, wie Dir geschieht…

    Lächelnde Grüße von mir an den Sternenkomponisten

  3. kinder unlimited sagt:

    hmm…und ich dachte, das Gedicht sei von Paula Ludwig…..was bruni wieder alles weiss 😉

    • bruni8wortbehagen sagt:

      *lach* es paßte so wundervoll auf Finbar…
      Ich sehe als erstes immer auf den Verfasser, liebe Ann, und linse nach, wenn ich ihn nicht kenne
      und Paula Ludwig kannte ich nicht.
      Ich habe dann sogar noch nachgesehen und entdeckte, daß es auch eines von ihr gibt, daß *Das Konzert* heißt. Leider fand ich das Gedicht selbst nicht, sonst hätte ich auch das noch überprüft, weil ich mir den Text auch von Finbar genau so vorstellen kann!

      Da mußte ich mich einfach über das, was *Wahrheit* ist, wegsetzen und gönnte mir diesen harmlosen Spaß *schmunzel*
      Ich war gepannt, wer es merkt, außer ihm. Nun warst DU es. Hätte ich mir ja denken können *lächel*
      LG von mir

    • finbarsgift sagt:

      Manchmal weiß sie einfach zuuu viel *lächel* das kommt vor 🙂

  4. Ariana sagt:

    So eine schöne Geschichte, ganz zauberhaft lieber Lu.
    Jeder Stern ist ein Ton und alle Sterne ergeben eine Himmelsmelodie… beim nächsten Blick in den Sternenhimmel werde ich ganz genau lauschen und wer weiß, vielleicht höre ich etwas… 🙂

    • finbarsgift sagt:

      Mit Sicherheit, liebe Sternenpoetin! Das ging ja damals dem Pythagoras mit seinem Team schon so, also er die Musik des Kosmos entdeckte…
      Liebe Morgengrüße vom Lu

  5. Ulrike Sokul sagt:

    Sternennoten stelle ich mir sehr unendlich vor … 🙂
    In “Die Stadt der träumenden Bücher” von Walter Moers gibt es sogar das Alphabet der Sterne, weches ein Quell dichterischer Inspiration ist. Es ist eine Schrift aus Licht, die sich zwischen den Sternen zeigt und diese ist über reine Wort hinaus auch mit Rhythmus, Gefühl und Musik verbunden.
    Nähere Informationen gibt es unter diesem Link:
    http://de.zamonien.wikia.com/wiki/Alphabet_der_Sterne
    Verträumte Grüße von Lyri

    • finbarsgift sagt:

      Dankeschön, liebe Ulrike, für diesen feinen Kwerverweis von dir auf das schöne Buch des Käpt’n Blaubär *lächel*

      Noch bissel gähnende Morgengrüße von mir an dich!

  6. Flowermaid sagt:

    … ich trage dir alles nach… ein Blumenmädchen…

  7. sugar4all sagt:

    schmunzel….und plötzlich tanzten die Sterne aus dem Blatt…und bildeten den wunderschönsten Sternenhimmel, den jemals ein Mensch zu sehen bekam… ❤

  8. ventisqueras sagt:

    a volte basta solo saper guardare…
    felice martedì Lu

  9. wie schön, schmunzel! klingt nach einem traum…
    ein wunderbares gedicht.
    danke, dass du mich mit paula ludwig bekannt gemacht hast 😉
    liebe nochwintermorgengrüße
    von diana

    • finbarsgift sagt:

      Sehr gerne, liebe Diana,

      ich bin deiner Meinung und halte das auch für einen Traumtext, den ich mir erlaubt habe in Form eines Poems zu präsentieren…

      liebe schneereiche Frühlingsgrüße vom Lu

  10. Karin sagt:

    Ich habe eine schöne Gesamtausgabe ihrer Gedichte, die bei Langewiesche-Brandt 1986 erschienen sind und eines meiner Lieblingsgedicht von ihr ist, das auch im wunderschönen Kinderbuch Im Mondlicht wächst das Gras zu finden ist,

    Ich kann nur die Flöte spielen
    und nur fünf Töne
    Wenn ich sie an die Lippen heben
    kehren die Karawanen heim
    und in dunklen Scharen die Vögel
    Dann rudern die Fischer ans Ufer
    und aus Morgenländern
    kommt duftend der Abend zurück
    Am Stamme des Ahorns lehn ich
    im Schatten des Efeus
    und sende mein Lied nach dir aus

    Schön, daß Du Deine Leserschar auf sie aufmerksam machst -:)))

    Friergruß vom eiskalten Dach ins Ländle

    • finbarsgift sagt:

      Ja, liebe Karin, das ist wirklich sehr schön, Dankeschön!

      Und auch für den Buchhinweis, der mein Interesse findet 🙂

      Liebe Wintersonnengrüße vom Lu zum schönen Abend

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Diesen Kinderbuchtitel muß ich mir auch merken, denn darin finde ich dann ja auch dieses feine
        Gedicht! Gut, daß Karin darauf hinweist.

        • bruni8wortbehagen sagt:

          mir kam auch sofort der Titel *Wenn süß das Mondlicht auf den Hügeln schläft* in den Sinn, aber das ist eine sehr andere Geschichte *lächel*

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