Tropfen der Erinnerung

Tropfen der Erinnerung
Schwerwiegende wie
Flugzeuge beim Start

Apart das Rouge auf
Deinen Altwangen
längst abgehangen

Verfangen in deiner
Welt der Triebeslust
Ohne platonische Liebe

Bliebe das verblichene
Schrägbild von damals
Voller Körpergesten

Resten die flachliegen
Wie gequälte Quallen
Am rosa Meeresstrand

Sandausgedörrt diese
Düsteren Sexpflaumen
Ohne jegliche Saftkraft

Klafft die große Lücke
Von damals bis heute
Der Sonnenzeit Beute

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

63 Kommentare zu “Tropfen der Erinnerung

  1. bruni8wortbehagen sagt:

    Oh ja, lieber Finbar, durch die Zeiten sammeln wir Erinnerungen, haufenweise, überall greifen wir welche auf und manches erfrischt und erfreut uns noch heute, was sich in der großen Erinnerungskiste angesammelt hat , dem großen Speicher, der sie nach Lust und Laune und auch wider besseres Wissen entläßt und sie neu starten läßt, wie diese Flieger mit dem irren Surren ihrer starken Rotoren…

    Manches trübt deine Stimmung, doch anderes gibt Dir auch Helles zurück und unentwegt schafft Dein Geist Dir Neues, was er für erinnerungswürdig hält.
    Wir bilden neue und manche der alten verblassen einfach nach und nach im Wandel der Zeit, in dem wir uns selbst halt auch verwandeln. Wie könnte es anders sein?

    Du hast recht, wir heben sie auf wie Tropfen, Konzentrate von dem, was war…

    Ein tolles Poem, lieber Finbar

    • finbarsgift sagt:

      Danke, liebe Bruni, diese Tropfen als hochprozentige Erinnerungs-Konzentrate zu sehen, das ist eine faszinierende Erweiterung meines poetischen Gedankens…
      Liebe Morgengrüße vom Finbar

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Lächelnde liebe Grüße am kalten Morgen zu Dir, lieber Finbar.

        Ich frage mich immer, wieso wir alle diese Erinnerungen überhaupt haben können, sie nehmen zum Teil doch sooo viel Raum ein und da kann es sich doch nur um eine Art von Konzentrat handeln *g* In einer Analye zeigt sich dann, was drin steckt… *hüstel*
        Manchmal hat sich auch das Ursprüngliche gewandelt, wir sehen es heute anders als in der Vergangenheit, die auch mal unsere Gegenwart war.

        • finbarsgift sagt:

          Natürlich, liebe Bruni, nicht nur wir Menschen verändern uns andauernd während des sich permanent verändernden Daseins, sondern auch unsere Erinnerungen und unsere Art des Erinnerns…
          Liebe Frühlingsgrüße von mir zu dir, noch neblige…

          • bruni8wortbehagen sagt:

            ja, unsere Art des Erinnerns – darin liegt der Hase im Pfeffer.
            Mal schönen wir sie, dann wiederum malen wir sie schwarz und manchmal, da lassen wir sie einfach so, wie sind sind und betrachten sie aus weiter Sicht… aus mehr Abstand und oft hilft uns der Abstand auch, etwas zu erkennen und es auch so stehen zu lassen, ohne daran herumzukratzen

  2. kinder unlimited sagt:

    Erinnerungen wird wohl das sein, von dem wir leben, wenn wir keine mehr machen koennen. Sie sind so wichtig…bruni hat es wundervoll beschrieben, ein sehr bewegendes Gedicht!

    • finbarsgift sagt:

      Ich danke dir und denke aber, dass wir immer weiter Tropfen der Erinnerung sammeln, während wir leben,
      und dass sie uns zu jeder Tages- und Nachtzeit währenddessen auch betröpfeln können…
      Liebe Morgengrüße vom Lu

      • kinder unlimited sagt:

        ja, aber meiner Meinung nach nimmt die Qualität gegen Ende des Lebens ab, deshalb leben viele sehr alte Menschen in der Vergangenheit.

        Liebe nebelige Grüße, Ann

        • finbarsgift sagt:

          Da bin ich wie gesagt etwas anderer Meinung, meine wirklich, dass sie auch sehr gut ihr Leben im Hier und Jetzt wahrnehmen…

          Aber natürlich ist das zumeist erzähltechnisch weniger interessant für die Besucher, und deshalb schwelgen sie dann nostalgisch im mal Erlebten…

          Carpe Diem!
          Liebe auch neblige Morgengrüße vom Lu

          • kinder unlimited sagt:

            Wissenschaft Widerspruch dir da, die Eiweissketten, die als Erinnerungen gespeichert werden, zerbrechen vorher…deshalb sind die Infos Alter Menschen oft sehr akurat, was die Vergangenheit angeht, aber nicht der Gegenwart. LG Ann

            • finbarsgift sagt:

              *lächel* danke fürs Erinnern an die feinen Eiweißreichen Erinnerungsketten *lächeln*
              Nur…
              was mache ich nun mit den vielen jungen Leuten um mich herum, die sich an fast nichts in ihrer Vergangenheit erinnern und denen ich als älterer Mensch dbzgl. dann immer auf die Sprünge helfen muss…?!
              HG Lu

              • kinder unlimited sagt:

                das hat wahrscheinlich nix mit Wissenschaft zu tun;-))))) Erinnerungen sind an Gefühle verknüpft;-)

                • bruni8wortbehagen sagt:

                  *g*, vielleicht ist hier aber auch altes wichtiges Wissen gemeint, das oft kaum vorhanden scheint, liebe Ann? So scheint es mir wenigstens, wenn ich hier aufmerksam lese.

                  Das würde mit Deiner Antwort bedeuten, diese Jungen, von denen Finbar spricht, hätten keine oder zu wenige. Oder verstehe ich falsch?

                  • kinder unlimited sagt:

                    Ich denke, dass unterschiedliche Generationen auch andere Erfahrungen machen und Dinge, Eigene Erfahrungen vielleicht anders gewichten….mein Opa hat mir ewig von seinen Kriegserlebnissen erzaehlt, ich weiss aber nichts mehr, das finde ich heute sehr schade….dafuer weiss ich so viel unnuetzes Zeug aus meiner Kindheit!!

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      vielleicht ist das gar nicht so unnütz? *lächel*

                    • kinder unlimited sagt:

                      mag sein, ich haette das lieber bewusst entschieden…ich weiss noch, wie ich ihn voellig fassungslos sah, als ich ihm erklaert, dass ich zum Judentum konvertieren wuerde , da war ich 12 und erschien mit einem Davidstern um den Hals 😉

                    • *lach*, ich glaube kaum, daß wir bewußt entscheiden können, was unser Kopf aufheben soll 🙂
                      Ich habe meinen Vater auch mal sehr geschockt, aber ich weiß nicht mehr, wie er reagierte *g*

                    • kinder unlimited sagt:

                      aber alles, was uns schwer beeindruckt hat, vergessen wir nicht! Vergessen ist wohl eine Form von Aufraeumen des Gehirns, damit man nicht ueberfordert ist! …..fuer mich schwer vorstellbar, dass du Deinen Vater geschockt haben koenntest *laechel* da gibt es also noch eine ganz andere Seite an Dir……irgendwie gefaellt mir das 😉

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      tja, ich vermute, er war so geschockt, daß er nichts dazu sagte und nichts konnte mein Kopf scheinbar nicht aufheben. Ich hatte mal eine kurze Sturm- und Drangzeit, so mit 18 :-).
                      Damals war es, liebe Ann. Klar habe ich viele Seiten, so wie wir alle und Du würdest Dich wundern, wie *gemein* ich sein kann *lach*, was ich aber jetzt selbst schon bezweifle, während ich es hinschreibe…, aber Fettnäpfchen sind meine Spezialität.( Das stimmt doch, lieber Finbar?)

                    • finbarsgift sagt:

                      Hmhmhmhm…
                      Ich halte mich da jetzt mal raus *g*

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      *lach*, einen schönen guten Morgen, lieber finbar

                    • finbarsgift sagt:

                      Bonjour Brüni! 😆

                    • kinder unlimited sagt:

                      Da hast Du Recht, liebe Bruni. Ich habe einmal eine persönliche Frage, kennen Du und Lu Euch so gut (man spürt die Verbundenheit) nur durch das Bloggen oder vorher schon ? PS: Ich lasse auch kaum ein Fettnäpfchen aus……sie ziehen auch mich magisch an! Habe einen wundervollen Tag, Liebe Grüße, Ann

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      Brüni grüßt herzlich in die sonnige Kesselstadt, lieber Finbar 🙂

                    • finbarsgift sagt:

                      Und jener grüßt herzlich daraus zurück, liebe Brüni 😀

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      *schmunzel*, liebe Ann, das ist eine viel zu schwierige Frage, als daß ich sie so fix beantworten könnte. Ich muß sie mal gründlich überdenken. Grinsgrüßle von mir

                    • finbarsgift sagt:

                      Das will ich doch auch mal kurz noch anmerken, ihr zwei klugen Frauen *Grinsgrüßle mitschmunzel*

                    • kinder unlimited sagt:

                      ich geniesse Vorfreude, liebe Bruni 😉 Grinsgruessle zurueck 😉

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      🐻 fürs Mitschmunzeln

                • finbarsgift sagt:

                  Oh ja, auch, aber auch mit diversen Wissenschaften 🙂

  3. ein sehr körperliches gedicht… das doch symbolisch steht für das altern an sich. ja, bewegende zeilen!
    herzliche montagsgrüße
    von diana

    • finbarsgift sagt:

      Danke, ja, auch körperlich, auch das Altern in langjährigen Beziehungen betreffend, aber eben auch den Sprung zurück in die Zeit des Damals…
      Liebe Morgengrüße vom Lu

  4. refoexac sagt:

    Ich hasse Nostalgie, zumindest wenn Nostalgie im Zusammenhang mit Erinnerungen auf meine Seele wirkt.
    Das zieht mich in so ein tiefes schwarzes Loch rein, schnürt mir die Kehle zu. Very bad…

    Ändere ich nur ein kleines Detail und lasse die alte Erinnerung zu einem neuen Erlebnis werden, verschwindet das tiefe schwarze Loch.

    • finbarsgift sagt:

      Ein interessantes Fänomen!

      • refoexac sagt:

        Nostalgia, krank machendes Heimweh. Stelle ich mir z.b. Orte, Situationen, Gerüche, Empfindungen, Stimmen der Vergangenheit vor, legt mein Geist manchmal noch einen zusätzlichen mit melancholischen Lichtspielen und mysteriösem Nebel durchsetzten Schleier obendrauf… Dieses geistige Bild wirkt zusammenziehend und beklemmend… es zieht einem in dieses idealisierte Bild der Vergangenheit, das so gar nie existiert hat.

        Und die andere Variante, die rationelle Vorstellung der Vergangenheit, fast gleich, einfach ohne den Schleier und eben durch die nüchterne Brille.

        • finbarsgift sagt:

          Ich verstehe (dich)…

          Und doch bedeutet ja sich Erinnern nicht sich in Nostalgie stürzen!!

          Würdest du dich nicht erinnern (können),
          dann könntest du in der Gegenwart kein zeitgemäßes Leben führen,

          denn alles wäre dir täglich immer wieder erneut fremd:

          https://finbarsgift.wordpress.com/2015/03/02/die-macht-der-vergangenheit-crichton/

          • refoexac sagt:

            Bedeutet es nicht, da bin ich ganz einig mit Dir. Nostalgie ist eine Variante, die Erinnerung an sich würde ich nie in Frage stellen 🙂

            So wäre das ja auch nichts. Ach, im Prinzip ist es ja perfekt und gut so, trotzdem schreit meine Seele jede kleinste Sekunde nach der echten Freiheit. Ist das die Erkenntnis des Lebens ? Das die kausale Kette immer wieder neues Leben schafft, das nach Freiheit schreit ? Die Freiheit in Gedanken bleibt, ist ja auch irgendwie real, nicht in Materieform, aber ein geniales Konzept der Natur. Was man nicht hat, stellt man sich einfach im Kopf vor. Der Hund träumt von einem grossen Knochen und ich träume das ich Flügel hätte und bisschen durch die Gegend fliege 😉

            • finbarsgift sagt:

              Das klingt schön und ist ja auch etwas, was mich selbst immer wieder beschäftigt, wenn auch die Anzahl der Freiheitsgrade permanent variiert…

              Hier mal noch ein interessantes Poem zum Thema Freiheit:

              https://finbarsgift.wordpress.com/2015/05/23/ererbte-laken-piqueras/

              • refoexac sagt:

                Gut gesagt, die Anzahl der Freiheitsgrade variiert, ja. Der Körper ist manchmal ein Gefängnis das es dem Geist schwer macht die Lage richtig einzuschätzen, obwohl es das „richtig“ vermutlich gar nicht gibt, aber ich weiss was mir angenehm ist und was nicht, also nehme ich mal an „richtig“ gleich für das eigene Selbst angenehm, ob direkt oder in Zukunft sei dahingestellt. Ist das jetzt die ganze Wahrheit ? Dann müsste die Menschheit sich das auch eingestehen, das sie es eben schön für sich haben möchte und das es die anderen auch schön haben wollen, da hätte man ja dann endlich mal ein gemeinsames Ziel und müsste nicht mehr Millionen von Stunden um den heissen Brei rumschwaffeln, Politik wäre dann überflüssig 😉

                • finbarsgift sagt:

                  Ich wäre sehr froh, wenn sie überflüssig wäre!!

                  Aber solange sich immer irgendwelche „Supermen“ erdreisten, den Rest der Menschheit übelst vergackeiern zu wollen, wird es sie geben (müssen)…

                  Sonst werden die Menschen noch schneller ausgerottet sein als unsere Vorläufer, die Dinosauriere.

                  Mittagsgrüßle vom Lu

                  • refoexac sagt:

                    Das vergackeiern ist des Menschen Lust, doch das würde niemand zugeben, man könnte ja sein Gesicht verlieren. Alle haben ihre Finger in dem Dung drin und der, der ihn am letzten rauszieht hat eben die Arschkarte gezogen, zutiefst menschlich, wie das Spiel mit den sich vermindernden Stühlen. 🙂

                    Morgengrüsse vom Joe

                    • finbarsgift sagt:

                      Präzisere, anschaulichere Beispiele hätte auch hier an dieser Stelle nicht aufführen können, danke dafür!
                      Mittagsgrüßle vom Lu

                  • refoexac sagt:

                    Danke für das Kompliment 🙂 Die Sonne strahlt in mein Herz und ich hoffe sie durchdringt auch deine Seele und macht sie zufrieden und zuversichtlich 😀

  5. Formidable formuliert ☆

  6. karfunkelfee sagt:

    Und wäre die Erinnerung
    so unvergänglich jung wie sie geglaubt –
    was wäre wahr daran?
    Vergisst das Lieben
    doch zu gern
    was daran unperfekt gewesen.
    Beseh’n in Gegenwart…
    als könne sie allein belegen,
    dass das was einst perfekter schien
    kein Trugschluss sei gewesen…
    es ist ein Flieh’n
    unausgedachter Wunsch,
    in allen Zeiten,
    eingedenk des Welkens, (wer streichelt nicht gern der müden Rose Blüte frisch?)
    dem Schönen den Tribut zu zollen
    dem Vergeh’n des Äußeren versöhnlich sein zu wollen.

    Lu, ein eindringliches Poem…
    Ich ließ meine Gedanken treiben.
    Liebe Morgengrüße

    • finbarsgift sagt:

      Und dafür danke ich dir sehr, liebe Poetin, denn es sind dir wirklich wieder sehr eindrucksvoll komponierte Korollarzeilen gelungen, insbesondere, was das Verwelken des Menschen angeht, ein Fänomen, das uns mit am meisten berührt…
      Liebe Morgengrüße vom Lu

  7. kowkla123 sagt:

    Erinnerungen, immer wieder schön, hast du toll geschrieben, schöne Woche wünsche ich

  8. bewegend und melancholisch…

  9. Corona sagt:

    Ein einzelner Tropfen der Erinnerung. Erinnerungen aus vielen Tropfen. Hin und wieder kommt eins angetropft. Manchmal wird man auch regelrecht überschwemmt.
    Sehr schön geschrieben. Auch die weite Kluft von Erinnerungen.

  10. Flowermaid sagt:

    „Erinnerungen sind wie Mondstrahlen. Damit machen wir, was wir wollen.“ – BEYOND THE SEA… danke Lu für deine Art

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