Der Kelch des Lebens (Lermontow)

Wir trinken aus dem Kelch des Daseins
mit geschlossenen Augen
und haben die goldenen Ränder
mit unseren Tränen benetzt;

wenn aber vor dem Tod
die Binde von unseren Augen fällt
und alles, was uns verlockte,
mit der Binde verschwindet,

dann sehen wir, dass
der goldene Kelch leer,
dass der Trank darin ein Traum
und dass er nicht der unsrige war!

© Michail Lermontow

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

67 Kommentare zu “Der Kelch des Lebens (Lermontow)

  1. waehlefreude sagt:

    Wir wissen nichts und so vieles ist möglich.

    Liebe Grüße,
    Frank

    • finbarsgift sagt:

      Wir wissen viel,

      doch es wird niemals ausreichen,

      alles zu erklären…

      Liebe Morgengrüße
      vom Lu

      • waehlefreude sagt:

        Unsere Wahrnehmung ist sehr eingeschränkt; das immerhin haben wir herausgefunden. 😉

        Liebe Grüße zurück.
        Herzlichst,
        Frank

        • finbarsgift sagt:

          Genau,
          immerhin 🙂
          Herzlich, Lu

        • Dao Humanyu sagt:

          Vor allem wenn man sieht wie viele Menschen alle immer zum Licht der Erleuchtung streben, wie die Motten zur Kerzenflamme, nur um darin zu verbrennen! 😀
          Das Geheimnis liegt in der Dunkelheit, vor der sich so viele fürchten, obwohl eine Dunkelheit an sich gar nicht existiert, denn alles hier ist elektromegnetische Schwingung.
          Doch sehen wir nur einen winzig kleinen Ausschnitt davon mit unseren Biosensoren, ergo sind wir vor allem blind und fürchten uns daher vor dem was wir nicht sehen und nur als Dunkelheit wahrnehmen. Und da toben sich dann zig Salbaderphilosophien, sprich Religionen, aus.

      • kinder unlimited sagt:

        das ist sooooooooo schade und noch zu beweisen…..;-)))LG Ann

        • finbarsgift sagt:

          Durch den berühmten Satz des Mathematikers Kurt Gödel wurde das als Korollar dazu bereits bewiesen, liebe Ann

          • kinder unlimited sagt:

            na gut… 😉

          • kinder unlimited sagt:

            Schach Matt 😉

            • finbarsgift sagt:

              Revanche?! *lächel*

              • kinder unlimited sagt:

                klar!

              • kinder unlimited sagt:

                übrigens freut es eigentlich einen Mathematiker, wenn Fermat’s Last Theorem gelöst wurde? Sowas wollte ich auch immer schon einmal wissen ;-)))))

                • finbarsgift sagt:

                  Aber natürlich *lächel* das ist doch sozusagen Ehrensache 🙂

                  Einziger Wermutstropfen: ich verstehe auch als Mathemusikuss Wiles‘ Beweis nicht, weil er so UNENDLICH kompliziert ist und über zig Ecken und Umwege erst zum Ziel führt (so bewundernswert natürlich die geistige Meisterleistung auch ist, die viele Mathematiker auf dem Weg dorthin über Jahrhunderte vollbracht haben)…

                  Und ehrlich gesagt, wäre mir immer noch lieber, wenn irgendein Fermat-Forscher den Fermat-Beweis fände, der keinen „Platz am Rande eines Buches“ mehr fand 🙂

                  Liebe Morgengrüße vom Lu

                  • kinder unlimited sagt:

                    Liebe Morgengrüße zurück…….an dem Beweis haben sich auch schon manche die Zähne ausgebissen, glaube ich in Erinnerung zu haben 😉 bin mir aber nicht sicher

                    • finbarsgift sagt:

                      Doch doch, liebe interessierte Ann, das ist schon so,
                      nur seeeehr wenige Spezialisten, herausragende Professoren der Mathematik, können den Beweis, der über einige hundert Seiten geht, überhaupt lesen, geschweige denn verstehen!

                      In früheren Versionen des Beweises von Andrew Wiles wurden durch diese absoluten Mathecracks sogar noch Fehler entdeckt, die der Brite aber inzwischen alle ausräumen konnte, somit gilt sein Beweis nun als stabil und endgültig gelungen…

                      eine irre, bewundernswerte Leistung des menschlichen Verstandes…

                      Liebe Frühlingsgrüße mit viel Sonne vom Lu

                    • kinder unlimited sagt:

                      ahhh….deshalb immer erst eine so verhaltene Freude 😉 gleiche Grüße zurück, Ann

                    • finbarsgift sagt:

                      Genau…

                      Vielleicht hat er immer noch eine Restangst, dass vielleicht irgendwann mal eine kluge Studentin von ihm eine Stelle in seinem Beweis findet, die nicht mehr zu flicken ist,

                      DAS wäre dann vielleicht eine noch größere Sensation!

                    • kinder unlimited sagt:

                      und das dann bei seinem Lebenswerk….wäre schon ärgerlich;-) aber so oder so eine bemerkenswerte Leistung!

                    • finbarsgift sagt:

                      Das auf jeden Fall,
                      eine immense mathematische Gesamtleistung!

          • Flowermaid sagt:

            … was genau hat er bewiesen Lu?

  2. quersatzein sagt:

    Ach ja, nie weiss man, was kommt und was wirklich war…
    Lieben Gruss,
    Brigitte

  3. Wir können aber versuchen, den Kelch zu füllen, mit unseren Träumen, Gedanken und Ideen. Vielleicht werden einige von ihnen dann sogar wahr.
    Ganz liebe Grüße an Dich lieber Finbar

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt sehr schön, lieber Schattenengel,

      und während wir die Realität des Daseins eher reichlich nüchtern erleben (müssen), machen wir das ja auch, was du als Versuch beschreibst…

      Liebe Morgengrüße
      von mir zu dir 🙂

  4. Alice Wunder sagt:

    Wenn man das vorher gesagt kriegte wär ja dann das Restleben ohne Illusionen auch irgendwie bißchen lahm…

    • finbarsgift sagt:

      Na ja, was heißt „irgendwie bißchen lahm“…?!

      Das klingt für mich seeeehr relativ:

      was der einen Person vielleicht lahm vorkommt, das kann für eine andere schon ziemlich aufregend sein…

  5. bruni8wortbehagen sagt:

    oh, was für eine Aussage, lieber Herr Lermontow.

    Dann wäre unser goldener Kelch, in dem wir manchmal fast ertrinken, nur wie glitzernder vergänglicher Schaum, wie ein manchmal hoch aufschäumender und dann wieder geduldig weiterfließender Traum, beim so viele Tränen fließen und wir sogar das Blut unserer Mitmenschen vergießen?

    Nur das Ende ist die Wirklichkeit?

    Manchmal erscheint es einem so, oh ja, und ich liebe dieses Leben, den goldenen Kelch,
    den wir annahmen und nun bedächtig oder auch stürmisch, je nach Naturell , austrinken,
    Schluck für Schluck und bitte nicht zu hastig, denn dann vergeuden wir zu viel von unserem Lebensgenuss

    Was für ein Dichter, lieber Finbar!

  6. borretsch sagt:

    Wir wissen einfach gar nichts!

  7. kowkla123 sagt:

    das ist so schön, danke, guten Start in die zweite Wochenhälfte

  8. ventisqueras sagt:

    nessuno può mai essere certo se quello che vede o sente sia la realtà
    splendido testo, grazie

    • finbarsgift sagt:

      De nada *smile*

      So you also have read Sophia’s World written by Jostein Gaarder, a book for young adults, transferring the philosophy of Berkeley as an idea in a pleasant book?

      Felice Giorno!

  9. Flowermaid sagt:

    … dem schnöden Mammon sein Leben zu opfern… ist Herzensleere der Preis dafür…

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