Inmitten meiner Sternenfreunde

Es ist zwar noch kein wirklich milder Frühlingsabend, doch die Kraft des Sternenhimmels lockt mich nach draußen, ich kann garnicht anders und lasse mich in meinem Schaukelstuhl auf dem Balkon nieder.

Die Sicht ist jetzt, circa zwei Stunden vor Mitternacht, atemberaubend schön: im Osten, ganz hoch stehend, fast im Zenit, strahlt mich der Jupiter an, der an Helligkeit nur noch vom Halbmond direkt vor mir übertroffen wird.

Sozusagen unterhalb unseres ewigen planetarischen Begleiters dann der Orion, das bekannteste Wintersternbild in unseren Breiten, das sich nun aber so allmählich zu Beginn des Frühlings vom Nachthimmel verabschieden wird.

Prächtig sind alle Fixsterne der hellsten Kategorie am Himmel vor und über mir auszumachen: Prokyon im kleinen Hund, rechts daneben Sirius im großen Hund, dann Beteigeuze als linke Schulter des Himmelsjägers, Rigel quasi als sein rechter Fuß und Aldebaran, der Hauptstern im angrenzenden Stier.

Sehr gut ist der Gürtel des Orion auszumachen mit den drei Sternen zweiter Kategorie, dicht beieinander. Und auch das Siebengestirn, die Plejaden, ein kleiner Sternhaufen unweit des Aldebaran ist mit bloßem Auge gut zu sehen.

Zufriedenheit macht sich breit auf meinem vom langen Arbeitstag müden Gesicht, denn ich fühle mich sehr wohl mit all diesen heute Abend so zauberhaft schön zu erblickenden Sternen- und Planetenfreunden.

Einige Minuten lang lasse ich diese gesamte Szenerie noch auf mich wirken, spüre wie eine heilende Ruhe mich umgibt und dann auch umarmt. Ich fühle mich im Kosmos gut aufgehoben, ja, geborgen, erhebe mich und gehe zu Bett, tippe diesen Text, poste ihn und wünsche der Welt eine gute Nacht.

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Texte.

72 Kommentare zu “Inmitten meiner Sternenfreunde

  1. Anna-Lena sagt:

    Diesen Himmel würde ich mir gern von dir zeigen lassen. Für mich sind (fast) alle Sterne gleich.
    Hab eine gute und traumhafte Nacht, lieber Lu.

    • finbarsgift sagt:

      Ich danke dir, liebe Anna-Lena, seeeehr gerne würde ich das tun 🙂

      (Um ein Haar hätte ich mein Nachttischlicht schon gelöscht, du hast mich gerade noch wach erwischt, herzlichen Dank, schlaf du auch gut und träum was schönes…)

  2. Das ist sehr selten bei mir, aber gerade würde ich mir einen Platz neben dir wünschen, während du mir die Sternenbilder zeigst – danke für den schönen Beitrag Lu 🙂

  3. Ulrike Sokul sagt:

    Lieber Sternenschwärmer,
    ich schließe mich Arnos Wunsch an und erbitte eine Sternbildernachhilfestunde (oder auch zwei oder drei davon) von Lu Finbar persönlich.
    Tatsächlich war ich eben auf meinem Balkon und habe nur den halben MOND und ganz vereinzelte Sterne sehen können – der Himmel ist hier gerade nicht klar genug. Selbst ORION und die Plejaden, die ich immerhin himmlisch zuordnen kann, waren unsichtbar.
    Danke für die poetisch-geborgene Sternstunde!

  4. moteens sagt:

    Mich fasziniert das Universum immer wieder auf’s Neue. Ich wünsche dir noch eine schöne Nacht und viele funkelnde Sterne. 🙂

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt schön und freut mich sehr 🙂
      Das wünsche ich dir auch!

      Liebe Morgengrüße vom Lu…
      Oh ja, der Kosmos ist immer und überall total faszinierend 🙂

  5. bruni8wortbehagen sagt:

    Wundervoll, Dein Sternentext, lieber Finbar.
    Ich erinnere mich an einen ähnlich schönen poetischen wie diesen und beim Weiterlesen vergesse ich, was ich schon gelesen hatte und habe nur noch den heutigen Sternenhimmel vor Augen. Ich weiß genau, wie der halbe Mond geleuchtet hat und der Himmel war hell und klar.
    Leider geht es mir wie fast allen hier, ich versuche zuzuordnen, das eine oder andere meine ich zu erkennen, aber immer, wenn ich lange nichts von Dir über diese feinen hellen Pünktchen da oben gehört habe, geht mir so vieles von den Sternbildern verloren, dabei sind ihre Namen alleine schon eine Welt für sich und regen Geist und Fantasie gleichermaßen an.
    Einem Text hört man, sofern man ihn intensiv liest, ziemlich genau an, ob er mit Leib und Seele, also mit dem Herzen, geschrieben wurde und Dein abendlicher Sternentext von heute ruft es mir mit jedem einzelnen Wort ganz deutlich zu.
    Ich wünsche Dir eine wundervolle Sternennacht, lieber Finbar.
    Vielleicht machst Du nun noch eine kleine Traumsternenreise, lieber Finbar.
    Ich winke Dir von der Erde aus zu ⭐

  6. lesenbiene sagt:

    Wunderschön, man hat das Gefühl viele gute Freunde haben Dich in den Schlaf begleitet und vielleicht wachen sie über Dich. Diese Vorstellung ist doch schön.

  7. Dass der Sternenhimmel uns dieses Glück beschert finde ich immer wieder berauschend; ich könnte vor Freude hüpfen, wenn ich den Jupiter sehe – einfach nur weil er da ist und vielleicht, weil es die Atmosphäre nachts leichter hat, uns für sich einzunehmen. Schöner Text, Sternekenner. LG

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt schön *freu*

      danke insbesondere für deine Jupiterworte, die ich sehr gut nachempfinden kann!

      Und wenn ich die Venus am Himmel erblicke, dann leuchten meine Augen und mein Gesicht fängt an zu strahlen 🙂

      Liebe Frühlingsgrüße mit viel Sonne vom Lu

  8. refoexac sagt:

    Sehr schön geschrieben, man kriegt richtig Heimweh nach den Sternen, wenn man das liest. Oh, Heimweh ? Ist da vielleicht was dran ? 😉

  9. Ariana sagt:

    Einfach nur schön. 🙂

  10. teggytiggs sagt:

    …hier liegt ob Tag oder Nacht eine dicke Wolkendecke auf allen Sternen und ich erinnere mich an anziehend geheimnisvollen, dunklen Himmeln voller Lichter…dank Deines Eintrages…

    liebe Grüße

  11. maribey sagt:

    Wunderschön, auch am Mittag zu lesen!

  12. gkazakou sagt:

    sehr sehr schön dein Text. Für mich gilt: ein Ort ist nur dann bewohnbar, wenn sich nachts der Sternenhimmel über mir ausbreitet. Welch ein Glücksgefühl! (ich habe in einem vor 10 jahren geschriebenen Roman „Schwanenwege“ eine Figur, Ludwig, der ist ein Sternengucker wie du. 🙂

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt aber wunderfein, Gerda,

      kann man deinen Roman noch bei dir beziehen, denn das würde mich schon noch näher interessieren 🙂

      Liebe Frühlingsgrüße mit viel Sonne vom Lu

  13. Flowermaid sagt:

    … wenn ich mir die Kommentare so durch lese, kann ich nur sagen du bist doppelt beschenkt mit Sternenfreunden… den funkelnden Text lese ich mir Heute Abend vor dem schlafen gehen noch einmal durch, dann habe ich auch einen Sternenhimmel im bewölkten Hamburg… LG vom Blumenmädchen 😉

  14. alleinsein1974 sagt:

    Ganz leise zu allen die mit dir gucken wollen dazu setze.Dich lieb anlächel

  15. kowkla123 sagt:

    ist auch mal schön, alles Gute für dich

  16. du musst irgendwo weit entfernt von Smog und Stadtbeleuchtung wohnen… einen richtigen Sternenhimmel hab ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und wie traurig ist das!
    aber hin und wieder funkeln im Inneren ein paar auf… 🙂

  17. Sehr schön geschrieben. Vielen lieben Dank!
    Grüße von der schwäbischen Alb

  18. Dao Humanyu sagt:

    Die Sterne, meine Heimat, entstanden ich bin aus ihrem Staub, ursprünglich geboren in einem Black Hole, wiederkehren nach Hause ich werde.

  19. wederwill sagt:

    Auch wenn ich den Beitrag nicht am Abend lese, spüre ich sehr viel von der Ruhe, die dich umgeben hat. Dass sie anhält und du Kraft daraus schöpfen kannst, immer und immer wieder nach langen arbeitsreichen Tagen – das wünsche ich dir von Herzen!
    Ich grüße dich und werde heute Abend auch mal einen Blick zum Himmel werfen, zwar nichts Sternbildhaftes erkennen, aber sicher einen kleinen Hauch der Stille spüren 🙂

    Herzlichst,
    Marlis

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