An Mauern hin (Trakl)

Es geht ein alter Weg entlang
An wilden Gärten und einsamen Mauern.
Tausendjährige Eiben schauern
Im steigenden fallenden Windgesang.

Die Falter tanzen, als stürben sie bald,
Mein Blick trinkt weinend die Schatten und Lichter.
Ferne schweben Frauengesichter
Geisterhaft ins Blau gemalt.

Ein Lächeln zittert im Sonnenschein,
Indes ich langsam weiterschreite;
Unendliche Liebe gibt das Geleite.
Leise ergrünt das harte Gestein.

© Georg Trakl

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26 Kommentare zu “An Mauern hin (Trakl)

  1. bruni8wortbehagen sagt:

    … und dann las ich den zweiten Absatz des dritten Verses
    und da sprach mal wieder nur mein Bauch…

    Ich mag ihn, den Georg Trakl. Auch er war einer, der nicht meinte, eisern an Reimen oder starren einschränkenden Regeln festhalten zu müssen …,
    dann meldet sich – von allen Ängsten befreit – die Seele zu Wort und sie spricht ein Gedicht

    • finbarsgift sagt:

      …und was für eines!
      (Heidegger hielt Trakl übrigens für den besten Poeten der Deutschen…)
      Liebe Abendgrüße vom Finbarf

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Das wundert mich nun gar nicht,lieber Freund
        Es passt gut zueinander *lächel*

        • finbarsgift sagt:

          Wenn du meinst… *lächel*

          • bruni8wortbehagen sagt:

            Lebenspychologie und Poesie passen wundervoll zueinander, lieber Finbar.
            Manchesmal ist ein Poem so voller guter Gedanken, daß es wiederum Muse sein kann für den, der an einem großen sehr anderen Werk schreibt und Fehler in den Gedanken werden oft beiden angelastet…

            Ich wünsch Dir eine gute Nacht

            • finbarsgift sagt:

              Da hast du vollkommen recht, liebe Bruni…
              Aurel und Poe passen so gesehen dann auch wunderbar zueinander 🙂
              Ich hoffe, du hast gut geschlafen?
              Bonjour Madame de la Poesie!

              • bruni8wortbehagen sagt:

                Eigentlich wolllte ich Lebensphilosophie schreiben *g*, aber so stimmt ebenso…

                Tja, Poe hätte Marc Aurel sehr bewundert und Marc hätte seine Werke genau gelesen und den genialen Menschen in ihm erkannt

  2. ich mag ihn auch, den herrn trakl!
    sehr fein, danke.

  3. Und ich tu mich ein bisschen schwer mit Herrn Trakl – aber das hier mag ich!

    • finbarsgift sagt:

      *lächel* fein…
      (und warum tust du dir schwer mit ihm, ansonsten?)
      Liebe Abendgrüße
      vom Lu

      • ich glaube, weil ich in einer phase, in der es mir sehr schlecht ging, texten von ihm begegnet bin, die für mich alles noch schwerer machten. aber das ist vorbei – vielleicht sollte ich ihm mal wieder eine chance geben 😉
        liebe grüße in die nacht
        von anna

        • finbarsgift sagt:

          Ja, Anna, das solltest du, meine ich. Ein ähnliches Fänomen kenne ich bei mir auch…

          Er war ein großer Poet und verdient eine zweite Chance *lächel*
          Liebe Grüße zur Nacht vom Lu

  4. Ich habe Herrn Trakl hier erst kennengelernt😊

  5. quersatzein sagt:

    Er kann einen so richtig in seinen Bann ziehen, der alte Träumer…
    Lieben Gruss,
    Brigitte

  6. Karin sagt:

    Wenn ich Gedichte von Trakl lese, habe ich fast immer Bilder von Kokoschka vor Augen und mehr noch von Schiele.

    Lieber Abendgruß vom Dach

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