Fortschritt (Rilke)

Und wieder rauscht mein tiefes Leben lauter,
als ob es jetzt in breitern Ufern ginge.
Immer verwandter werden mir die Dinge
und alle Bilder immer angeschauter.
Dem Namenlosen fühl ich mich vertrauter:
mit meinen Sinnen, wie mit Vögeln, reiche
ich in die windigen Himmel aus der Eiche,
und in den abgebrochnen Tag der Teiche
sinkt, wie auf Fischen stehend, mein Gefühl.

© Rainer Maria Rilke

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21 Kommentare zu “Fortschritt (Rilke)

  1. Einmal mehr der geliebte Rilke… er war den Dingen ähnlich verbunden wie mein überaus geliebter Hesse, das berührt und gefällt…

  2. quersatzein sagt:

    Das ist mal wieder zum Dahinschmelzen schön gesagt von Herrn Rilke!
    Lieben Wochenendgruss,
    Brigitte

  3. bruni8wortbehagen sagt:

    Er schreibt in einer immer grandiosen Wortmelodie, mein Lyrikfreund, Herr Rilke, der mich mal mit Tränen zum Schreiben brachte…
    So ertwas Wunderschönes hatte ich vorher nie gehört.

    Es ist nicht nur die Wortmelodie, die so begeisternd klingt, es sind auch seine wundervoll gesetzten Metaphern, die er nutzt und sie kommen ihm leicht und fließen wie eine sprudelnde Quelle auf das Papier vor ihm… denn er hatte ja noch keinen PC, kein Läppi und auch kein Handy *schmunzel*
    Dieses hier ist eines, das ich mir gerade nochmal durchlese und es jetzt wieder ein wenig anders verstehe als noch vor einer halben Stunde ⭐

    Erst seit dem 18. Jahrhundert gibt es den Begriff der Lyrik, habe ich gelernt und alle Dichter vorher hätten nicht gewußt, was wir mit Lyrik meinen :-). Es fällt mir gerade ein…

    Ein schönes Wochenende wünsche ich Dir, lieber Finbar.

  4. kowkla123 sagt:

    Rilke, das ist immer toll, ich grüße dich herzlich

  5. Mitzi Irsaj sagt:

    Fein ausgesucht, lieber Lu.
    Sonnige Grüße

  6. Flowermaid sagt:

    … alles begeistert aber die letzte Zeile holt mich so oft ab, in eine symbiotische Natur/ Mensch- Zwischenwelt…

  7. Katha sagt:

    Schon das Wort Rilke bezauberte mich! Danke für den tollen Text

  8. ventisqueras sagt:

    uno dei Poeti tedeschi più raffinati e che più amo
    buona domenica Lu

  9. Poeta sagt:

    Ach ja. Die windigen Himmel aus der Eiche. Und die Sache mit den Fischen. Wundervoll. Ich liebe es immer wieder. Schade, dass man nichts anhängen kann. Hatte dieses Gedicht mal für eine CD gesprochen 😉

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