Sommer am Meer (Steinarr)

Das sonnenweiße Licht
und das summende Rauschen
sind meine Geschwister.

Ich saß und lauschte
und das Meer kam zu mir
in Gestalt einer blonden Frau.

Ich sah die Nacht sich nähern
und meine Hand schlief,
während mein Herz wachte.

Und sie, die ich liebte,
lachte und sprach:
Mich gibt es nicht!

© Steinn Steinarr

PS:

https://wolfgangschiffer.wordpress.com/2015/10/06/am-meer-und-anderswo-dichtung-von-der-insel-aus-feuer-und-eis-40/

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16 Kommentare zu “Sommer am Meer (Steinarr)

  1. kinder unlimited sagt:

    interessant, ich habe noch nie etwas von ihm gelesen bzw. von ihm gehört. Aber sein Gedicht ist nachvollziehbar, wenn man weiss, dass er Isländer ist! Tolle Sache, danke Lu!

  2. bruni8wortbehagen sagt:

    Ich kenn den Namen auch nicht.
    Aber die Zeilen finde ich wunderschön und doch ein wenig traurig.

    Die, die man mag, gibt es nur im Taum, der vergeht wie er will und den Tag nicht sieht…
    Ihre Hand kannst Du nicht greifen, ihre Lippen sind weich, aber schmecken kannst Du sie nicht…

    Aber es handelt sich ja auch um die Traumfrau schlechthin *lächel*, um die anbetungswürdige *Göttin*, die es nicht geben kann, die Dir lachend ins Gesicht sagt, daß sie dich nicht liebt…
    und das sollte eine wirkliche Göttin nicht tun

    • finbarsgift sagt:

      …eine zauberhafte Gedicht-Interpretation…

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Isländische Lyrik
        Unglaublich, was Du alles entdeckst, lieber Finbar,
        und wie gut ist, was Du dann in den Finni einstellst.

        Ich denke, ich kann es ganz gut beurteilen, lese ich doch bei Dir
        seit nunmehr schon vielen Jahren

        Liebe Montagmorgengrüße an Dich von mir
        und einen feinen, entspannten Tag

        • finbarsgift sagt:

          Ich mag die gesamte Literatur von Island sehr!

          Angefangen vom unvergleichlichen, genialen Halldor Laxness mit „Atomstation“,
          bis hin zu Kristin Baldursdottir und ihrer fantastischen „Eismalerin“…

          Dankeschön für deine Worte *freu sehr* herzlich, Finbar

  3. bruni8wortbehagen sagt:

    Die Eismalerin habe ich nicht gelesen, nein, ich glaube nicht, auch nicht die Atomstation,
    aber Du hast in Deiner feinen Auflistung Steinunn Sigurdardóttir vergessen mit dem Zeitdieb
    und damit sind sie wohl immer noch nicht alle genannt.
    Es ist verlüffend, wieviele irre gute Schriftsteller u. auch, wie ich jetzt bei Dir gelesen habe,
    Lyriker es dort gibt.
    Es ist ja keine riesige Insel…
    Aber wohl ein sehr gutes Klima für wundervolle und ausgefallene Gedanken

  4. karfunkelfee sagt:

    Tolle Poesie, die mich mit spröder Zartheit innenhäutig zwirbelt.
    Island, eine Insel mit starken Kontrasten…

  5. Flowermaid sagt:

    … ein perfekter Moment, der Leben anders erklärt…

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