sein letztes gedicht

inhaltsleer erscheint sein
letztes gedicht
auf papier

es schwebt dahin
wie ein blatt
im wind

an einem bunten drachen
bleibt es hängen
weit oben

ein kleines mädchen holt das gefangene
poem samt drachen
vom himmel

juli hat eine ganz besonders feine gabe:
sie kann gedichtzeilen
enträtseln

und so erkennt sie des gedichts
wahres gesicht
und spricht:

zauberschöner blauer punkt im all
himmlischer planet erde:
gottes letztes gedicht

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

32 Kommentare zu “sein letztes gedicht

  1. refoexac sagt:

    Der Punkt ist ganz aufgeregt. Punkt las dieses Gedicht und erkannte sein eigenes Angesicht. Wundervolle Dichter gibt es heutzutage^^ 🙂 *lächel*

    • finbarsgift sagt:

      *lächel* was für ein ganz besonderer Kommentar heute von dir, lieber Joe, Punkt. *smile*
      Herzlichen Dank dafür…liebe Morgengrüße vom Lu

      • refoexac sagt:

        Mit Freude, Punkt. 😀

        Verkaterte Mittwochsgrüsse nach langer Töfftour vom Joe

        • finbarsgift sagt:

          Ja, das kenne ich, zu viel des guten, kann wehtun…
          LG vom Lu

          • refoexac sagt:

            Erst muss man sich einfahren, dann läuft es etwas runder, dann beginnt man ein bisschen zügiger zu fahren, dann kommt der Flow und es geht richtig ab, dann will man gar nicht mehr absteigen, dann wird man langsam müde und es fängt an sich die Länge zu ziehen, jede Minute kommt einem vor ne Viertelstunde…

            Aber wo ich war, Lu, wo ich war ! Panoramastrasse Sörenberg, Entlebuch. Boah ist das schön dort, nur ne schmale gut asphaltierte Strasse, in der Ferne Berge, dazwischen ein weitläufiges Alpgebiet, alles Menschen und fast Häuserleer, ich kam gerade dort an, als der Mond aufging hinter einer Bergspitze, es war ein überwältigender Anblick, hatte Tränen in den Augen.

  2. kinder unlimited sagt:

    diesmal hast Du Dich für meinen Geschmack übertroffen……einfach faszinierend, Dein Gedicht! PS: Ich persönlich orientiere mich ja schon von der Erde weg und da hat der liebe Gott wohl nix mit zu tun, aber das nur nebenbei 😉

    • finbarsgift sagt:

      *leicht wangenerrötet in deine Richtung guck*
      Da fehlen mir fast die Worte, liebe Ann *smile* Aber umso schöner sind die deinigen und sie freuen mich seeehr!!
      PS: Das kann ich sehr gut verstehen…und ja, da spielt er vermutlich wohl keine Rolle mehr…
      Herzliche Morgengrüße from me to you, Lu

  3. waehlefreude sagt:

    Wow! … „zauberschöner blauer punkt im all“ … Erkannt werden, wenn man es schon nicht mehr glaubt…

  4. teekay1st sagt:

    Zwei, dreimal gelesen. Beeindruckend, nein das ist das falsche Wort, be-zaubernd und es haut Dich für einen Moment aus dem Tagesgeschehen heraus. Danke

  5. Ariana sagt:

    Wunderschöne poetische und tiefgehende Zeilen…. 🌎

  6. Flowermaid sagt:

    … unser inneres Kind entscheidet den Zugang zum Allumfassenden… was für ein sensibles Geschenk hast du ihm mitgebracht…

  7. alleinsein1974 sagt:

    Berührt bin😊

  8. bruni8wortbehagen sagt:

    Wie zauberhaft hast Du gedichtet, lieber Finbar!

    Juli kann so viel und wenn sie erkennt, daß der blaue Planet im großen All
    ein wahres Göttergeschenk ist, dann ist sie eine ganz besondere Zauberin,
    wie es sie nicht mal in Delphi gab.
    (Und Göttergeschenke sollten erhalen bleiben, egal wie sie aussehen, manchmal
    auch schon ramponiert u. in die Jahre gekommen, doch immer noch mit großem
    Charme)

    Nun habe ich doch tatsächlich mit dem Ende begonnen, na sowas.

    Die ersten Deiner Verse sind schon so fein und so schön, mit einer Menge
    liebenswertem Inhalt und dieser Inhalt passt so wundervoll zu einem
    besonderen Sonnentag.

    Ich glaube, ich habe dieses kleine Mädchen dabei beobachtet am Nachmittag,
    aber ich konnte mir nicht erklären, was es da tut… *läc hel*
    Jetzt weiß ich es 🙂

    • finbarsgift sagt:

      Wie schön, liebe Bruni, deine Gedichtinterpretation *freu sehr* dieses Mal nicht von A bis Z sozusagen, sondern von Omega bis Alpha… ganz wunderbar ⭐
      Herzliche Morgengrüße von mir zu dir, Finbar

  9. bruni8wortbehagen sagt:

    *lächel*, beim Ende zu beginnen ist eigentlich immer *falsch*.
    Aber da ich Deine Zauberzeilen doch vom Anfang her gelesen hatte, nahm ich mir die Freiheit (die ich sehr liebe *schmunzel*) u. begann dann im Kommi mit dem, was ich am Ende gelesen hatte.
    Deine Zeilen haben mich an so vieles erinnert, vieles ging mir plötzlich durch den Kopf und alles passte so gut.

    Herzlichst
    Bruni am Morgen nun zu Dir

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt zauberhaft logisch *lächel*

      Also mir fallen zu diesem Gedicht auch sehr viele unterschiedliche Bilder ein:

      – Drachen steigen lassen

      – riddle poems a la Riddlemaster von Patricia McKillip erfinden und aufschreiben

      – der Blick von oben auf die Erde und noch weiter der Blick vom Mond auf die Erde und vom Jupiter aus…

      – die ontologischen Gottesbeweise einiger Philosophen

      – Mutter Allnatur, überall im All und auf der Erde…

      – und so weiter und so fort 🙂

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Ja, lieber Finbar, das alles, aber ohne den ontologischen Gottesbeweis, ging mir auch im Kopf herum. Ich erkannte es, aber nach dem Gottesbeweis habe ich mal kurz gesucht (ich weiß, zu kurz ist zu kurz *g*, und doch… ist es ein kleines Erkennen) u. darin etwas gefunden, was ich hierher kopiere

        *Der Erweis Gottes aus dem Denken heraus setzt ein großes Vertrauen in das eigene Denken voraus. Dieses Vertrauen gewinnt der mittelalterliche Denker aus dem Schöpfungsglauben…*

        Es ist nicht richtig, etwas aus dem Zusammenhang zu reißen, aber es zeigt dennoch etwas Wichtiges.

        Du hast so viel einfließen lassen und heraus kamen einfach wundervolle Zeilen von Dir!

        • finbarsgift sagt:

          Dankeschön für deinen substanziellen, tollen Kommentar, liebe Bruni *freu*

          Und für das interessante Zitat 🙂
          Liebe Mittagsgrüßle aus der schwülheissen City!!

  10. bruni8wortbehagen sagt:

    Ich bewege mich zur Zeit nicht aus dem kühlen Räumen, lieber Finbar!

    Aber der Blick in den jetzt lichtgrünen Bamus ist sehr verlockend…

    Liebe Grüßle zurück an Dich. Ich schick ein bissel meiner Kühle zu Dir *lächel*

    • finbarsgift sagt:

      Dankeschön, liebe Bruni,

      verglichen mit Bagdad, wo es gerade unfassbare 50 Grad im Schatten hat, ist es derzeit mitten in der Kesselstadt mit 35 Grad angenehm warm

      *hehe*

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Keine Traumstadt mehr in der heutigen Zeit…

        und doch verbinde ich mit Bagdad mehr als nur die heutige Stadt und über die Temperaturen dort dachte ich niemals nach

        Nein, ich möchte da nicht hin, lieber Finbar. 50 ° im Schatten, wie hält man/frau das aus?
        Vermutlich menschleer während des Tages

  11. minibares sagt:

    Was für ein schwungvolles Gedicht.
    Es trifft sogar einen Drachen – hoch hinaus
    Wundervoll geschrieben

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt schön, liebe Bärbel, ich danke dir für deine schwungvollen Worte *freu*
      Liebe Sommergrüße aus der schwülen und heißen Kesselstadt
      vom Lu

  12. Karin sagt:

    Unser blauer Planet: Gottes letztes Gedicht….was für ein Einfall, lieber Lu…..die Zeilen nehme ich mir mit, sie sind …ich suche die richtigen Worte, das richtige Wort, alles trifft es nicht…..hinreißend vielleicht…
    lieber Abendgruß von mir an Dich

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