​kein ausweg mehr

brütende hitze liegt schwer über der stadt
kapstachelbeeren beginnen fein zu reifen
ein paar wenige menschen springen herum
wie der wilhelma entsprungene glücksaffen

wir aber liegen im stadtgarten auf dem grün
beobachten das blau des heiteren himmels
lassen unsere unruhigen gedanken kreisen
bis sie in unseren köpfen heisslaufen

sollte es wirklich aus sein mit uns beiden?
haben wir alle möglichkeiten ausgeschöpft?
sind wir denn schon so lange zusammen?
ist unser liebesende bereits dermaßen nah?

keiner von uns spricht auch nur ein wort!
doch inwändig herrscht verbale kakofonie!
warum findet keiner von uns einen ausweg!
es muss doch irgendwie weitergehen können!

wir liegen im weichen gras mitten in der city
hören die singenden vögel in den bäumen
lassen unseren regen gedanken freien lauf
bis sie schier zu verrückten geistern werden

brütende hitze liegt schwer über uns beiden
lavendelgräser sind aschefarben am verblühen
einige menschen schleppen sich mühsam dahin
wie verstörte zombies aus dem dunklen jenseits

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

46 Kommentare zu “​kein ausweg mehr

  1. bruni8wortbehagen sagt:

    wenn beiden an dieser Liebe liegt, geht es weiter, lieber Finbar

    Ist auch nur einer der beiden mit seinen Gedanken auf anderen Wegen, dann ist es wirklich vorbei, mit dieser einen Liebe

    Liegt man/frau da aber mitten im besonders schönen leuchtenden Grün, ist das schon ein Grund, neu nachzudenken, wie es Deine beiden ja auch tun und doch tun sie sich viel zu schwer *lächel*

    Liebe ist doch keine Frage, sie ist eine Antwort *schmunzel*

    Ein guter Text, der viele Gedanken munter durcheinander sprudeln läßt 🙂

    • Anna-Lena sagt:

      Manchmal allerdings muss man sich eingestehen, dass ein Punkt erreicht ist, an dem
      es weder etwas zu denken, noch zu sagen gibt und das Handeln die bessere Antwort ist.

    • finbarsgift sagt:

      Dankeschön…

      Oh doch ist Liebe auch immer eine Frage! Eine Frage, die auch immer wieder gestellt werden sollte, damit die passende Antwort nicht verloren geht…

      Herzliche Sommergrüße vom Finbar

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Meintest du jetzt mich? Tja, eine frage ist sie auch. Natürlich nicht nur eine Antwort *schmunzel vor mich hin*
        Kommen vor antworten nicht immer die fragen?
        Mein Satz im ersten kommi war also nicht richtig, 🌝🌚🌞

  2. kinder unlimited sagt:

    Gefuehle und Denken ….ich weiss nicht……manchmal verpasst man das Leben vor lauter Analyse…..

  3. Meine Art sagt:

    Lieber Lu,

    kannst du mal Anne anrufen, es geht um das Luftbild das du hast, es soll in einem Lexikon der Surrealisten veröffentlicht werden.

    LG
    Astrid

  4. Wohl dem, der Schatten hat!

  5. stark, lieber lu, gefällt mir sehr!
    liebe grüße an dich,
    diana

  6. Videbitis sagt:

    Sehr gut, das Gedicht! Die bleierne Schwere einer nur noch röchelnden Liebe, die eigentlich vorbei ist, aber man will es nicht wahrhaben – das kommt gut rüber. Du scheinst zu wissen, wovon Du sprichst.

    • finbarsgift sagt:

      Das freut mich jetzt aber, sei bedankt!

      Oh ja, so ist es, und es ist fast zu viel, was ich da erfahren habe über all die Jahre dbzgl. …

      Aber so sind die Dinge des Lebens eben…

      Hab einen schönen Abend!

  7. Karin sagt:

    „Irgendwie “ wäre die schlechteste Lösung, dann gäbe es nur einseitige Zugeständnisse, Kompromisse, die die Liebe weiter zerstören würden. Fragen zu stellen, sich zu hinterfragen, ehrlich sein vor sich selber,
    vor der vielleicht unbequemen Wahrheit, hilft beiden, auch wenn es sehr schmerzhaft sein kann.
    Nachdenkliche Grüsse an das Rasenstück mit zwei Personen.

  8. Flowermaid sagt:

    „Wissen tut man es schnell, nur auszusprechen ist es schwer.“ – Der Pferdeflüsterer

  9. Lieber Lu, ich finde, dass Menschen die noch zusammen im grünen Gras liegen und sich gemeinsam den blauen Himmel anschauen nur den nächsten Schritt wagen sollten um einander die Empfindungen zu schildern.

  10. dieMondin sagt:

    Wunderschön beschrieben. Ich kann es sehr gut nachvollziehen.Es ist immer schwierig, wenn man an diesem Punkt angelangt ist. Dabei sollte man hauptsächlich auf sich selbst achten.
    Schönen Abend wünscht die Ulrike

  11. sugar4all sagt:

    Wunderbare Gedanken. ..die in ihrer Nachdenklichkeit sehr stark sind. ..liebe Gruß Karin

  12. gkazakou sagt:

    das Gedicht finde ich ausgezeichnet. Meine Beurteilung der Lage kann sich nur aufs Äußere beziehen (Gras, Hitze etc), die Entscheidung überlasse ich sehr gern allein den Akteuren. Liebe Grüße

  13. disputnik sagt:

    Vom Reifen (der Beeren) bis zum Verblühen (der Gräser) ein wundervolles Wortgewächs, lieber Finbar!

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