Traumkokon

 

Wie ein samtseidiger schneeweißer Riesenkokon umgarnen
mich Myriaden von dünnen Fäden meiner Traumgespinste,
sich permanent dynamisch in Form und Inhalt verändernd,
anpassend an meinen Tagesrhythmus und den der Nacht.

Durchlebe ich gerade einen beklemmenden Nachtalptraum,
schmiegt sich mein feiner Traumkokon hauteng an mich an,
wird straff, drückt auf die rippige Brust- und Herzgegend,
schnürt mir schier die enge Kehle, die Luft zum Atmen ab.

Durchlebe ich einen sanft mich dahintragenden Tagtraum,
weitet sich mein Traumkokon, wird locker und luftig leicht,
völlig transparent und labt die hungrige Seele samt Geist,
lässt meinen Körper in Verzückung schwebend dahingleiten.

Wie ein samtseidiger schneeweißer Riesenkokon umgarnen
mich Myriaden von dünnen Fäden meiner Traumgespinste,
sich permanent dynamisch in Form und Inhalt verändernd,
anpassend an meinen Tagesrhythmus und den der Nacht.

 

 

 

 

 

© finbarsgift

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

36 Kommentare zu “Traumkokon

  1. dieMondin sagt:

    Wunderschön! Aber bitte ohne bedrückenden Nachtalptraum…
    Gute Taggrüße von Ulrike

  2. Myriade sagt:

    Gefällt mir ! Ich kann mich auf Gedichte eigentlich nur dann einlassen, wenn sie ungereimt sind, wie dieses …

  3. Traumhaft.
    Würde ich sagen. Nein. Ich würde nicht. Ich tu’s.
    Denn das Wort scheint mir zum Gedicht zu passen. Von der landläufigen Bedeutung her – und auch durch seine Mehrdeutigkeit. Da ja im Schattenfall dieser Kokon zur Traum-Haft wird…

  4. dein gedicht wirkt wie der traumkokon selbst… sanft spinnt es den leser ein und schenkt ihm einen traum… oder mehr … sehr schön, lieber lu!
    liebe spätsommergrüße
    von diana

    • finbarsgift sagt:

      Das ist ja ein wundervoller Gedanke zu meinem Poem, liebe Diana, geradezu ein traumhaft schöner Meta-Gedanke 🙂
      Herzlichen Dank dafür und liebe Septembergrüße vom Lu

  5. bruni8wortbehagen sagt:

    Einen viel zu engen, den Brustkorb ein- und abschnürenden Traumkokon wünsche ich niemandem, am allerwenigsten Dir, lieber Freund,
    und doch haben wir sie und Dir nehmen sie die Luft und schnüren Dich dermaßen ein, wie ich selbst es eigentlich niemals erlebe, es sei denn, na ja, das ist aber eine andere Geschichte…
    Alpträume verwirren unsere Seele und tragen uns in rabenschwarze Finsternis, in der wir fast untergehen und dann wachen wir plötzlich auf und atmen tief auf:
    Ach, es war ja nur ein Traum…

    Tagträume, die uns oft begleiten und von Dingen erzählen, die uns gut tun, sind das Beste für Körper und Seele, weil sie so wundervoll entspannen.
    Wir gehen Traumpfade in unsrerem leichten Tagestraumkokon, die wir von Herzen genießen. Uns gelingt es mitunter dabei, keine Großstadt mehr zu sehen, kein einziges Hochhaus mehr, sondern nur grünende verwunschene Landschaften, die vorüberfliegen und uns dann leise lächelnd durch breite Staßen gehen lassen (wir sehen sie kaum) oder aber wir landen am aquamarinblauen Meer, das an manchen Stellen türkisfarbene Stellen hat und fühlen den Wind, der uns freudig pustend begrüßt.

  6. San-Day sagt:

    Lieber Lu,

    nach Deinem Besuch auf meiner Seite, sind Dir beim Lesen in den anderen Blogs, meine Augen immer wieder begegnet und so bedanke ich mich für das Türe öffnen und das Einblick gewähren.

    Dein Traumkonkon erinnert mich fern an meine Vorstellung von meinem dünnen Mantel, daher lege ich es einmal für Dich her.

    https://sandayblog.wordpress.com/2016/06/05/mein-glueck-ist-ein-duenner-mantel/

    ich komme sicher wieder vorbei, wie ich sehe gibt es bei Dir viel zu sehen. ,-)

  7. bruni8wortbehagen sagt:

    Ich mochte ihn, Deinen Traumkokon-Text, lieber Finbar, vom ersten Moment des Lesens an 🙂

    Liebe septembrige Grüße zurück an Dich von mir ⭐

  8. Luckyfree sagt:

    Wunderschön Lu ✨💚

  9. Flowermaid sagt:

    … was mich nährt kann mich auch Einengen und Bedingungen stellen, deswegen heisst es tief raumgreifend Ausatmen, dann schwebt es sich scheinbar schwerelos…

  10. Clara HH sagt:

    Jetzt kann ich sagen: „Ich bin drin!“ Danke!

  11. sugar4all sagt:

    Wow..wow wie schön ist das geschrieben ❤ !!

  12. Das gefällt mir ausgezeichnet, Lu! Auch viele der Kommentare! Ich muss heute den Random Randomsen speziell für seine Traum-Haft loben, denn ich finde, deine Darstellung des Kokons, diese Unterschiedlichkeit seines Wirkens und der Ausdruck von deinem sehr findigen (und nachempfindenden) Kommentator, das ergänzt sich ideal …

    Einen sehr lieben Gruß zu später Stunde!
    Michèle

    • finbarsgift sagt:

      Da hast du vollkommen recht, liebe Michèle, das habe ich Random ja ähnlich auch schon mitgeteilt…
      Herzlichen Dank für deine Worte!
      Liebe Septembergrüße zur Nacht vom Lu

  13. kowkla123 sagt:

    wunderschön geschrieben, bin wieder da, wünsche einen guten Tag in der Hoffnung, alles kommt gut bei dir an

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s