Draußen vor der Tür

 

Sie stehen draußen vor der Tür und rauchen. Für ihre Nikotinleidenschaft tun sie vermutlich alles. Da ist es ein Klacks, in der Kälte des Morgens vom Büro aus, geschätzt gemäß ihrer Sucht circa alle dreißig Minuten, nach draußen vor die Tür zu treten, an die wundervoll frische Luft, und jene feine Sauerstoffreiche, zusammen mit dem dreckigungesunden Nikotin-Teer-Zigaretten-Qualm einzuatmen.

Ab und zu husten manche von ihnen, auch während des Inhalierens, was aber erstaunlicherweise nicht dazu führt, dass dann mit dem Rauchprozess aufgehört wird, selbst wenn es wie ein heftiger Hustenanfall auf mich wirkt, der ich diese qualmenden, sicher immer ziemlich eklig aus dem Mundschlot stinkenden Büromenschen gerade während einer kurzen Arbeitspause interessehalber mal eine kleine Weile auf meinem Weg zurück zu meinem Arbeitsplatz beobachte.

Ich finde ein solches, draußen vor der Tür explizit zur Schau gestelltes, selbstschädigendes Rauchhustenverhalten äußerst seltsam. Denn das wundervolle vegetative Nervensystem jedes einzelnen Menschen, sozusagen unsere göttliche Biomaschine, gibt damit ja an das Hegemonikon, das leitende Prinzip der Seele, ein lebenserhaltendes Signal, das doch auf keinen Fall überhört werden sollte, nämlich endlich mit dem lebensgefährlichen Rauchen sofort wieder aufzuhören!

Doch das leitende Prinzip der Seele, dieses sehr ehrenwerte, definitiv lebenserhaltende oberste Prinzip jedes menschlichen Individuums, scheint wohl während des Rauchvorgangs dieser Pausenqualmmenschen irgendwie abgeschaltet zu sein. Und das obwohl, so Marc Aurel, ein alter großer Fan des Hegemonikons in seinen Selbstbetrachtungen bekennt: „Die Dinge des Lebens stehen ganz für sich draußen vor der Tür, und wissen weder etwas über sich, noch geben sie Auskunft. Wer also kann dann Auskunft geben? Nur das leitende Prinzip der Seele.“

Und somit sollte mann/frau dieses ganz spezielle, lebenserhaltende Prinzip doch niemals abstellen, auch beim Rauchen nicht. Sondern es sollte vielmehr unter Zuhilfenahme dieses Hegemonikons täglich geprüft werden, worauf es im menschlichen Dasein tatsächlich ankommt, was wirklich wichtig ist, was auf jeden Fall geschehen soll, zu tun ist und was mann/frau als unnötig bzw. überflüssig auch getrost bleibenlassen kann – und hierzu gehört definitiv mit Sicherheit das völlig lebensunnötige Rauchen!

Besonders zufrieden und glücklich wirken diese Pausenraucher beim Qualmen draußen vor der Tür zumeist sowieso nicht auf mich. Es sei denn, sie sind in Gesellschaft anderer, zumeist ebenfalls unter Nikotinsucht leidender Mitmenschen, die wohl laut irgendeiner gesetzlichen Verordnung in öffentlichen Gebäuden – wo ja zielgerichtet zumeist zusammen mit Nichtrauchern gearbeitet werden sollte – seit geraumer Zeit nicht mehr geraucht werden darf.

Marc Aurel gibt mir von der Seite her einen kleinen, wohl eher liebevoll aufweckenden Leberhaken und ich höre seine warmherzige Stimme in mir erklingen: Mensch Lu, lass diese Leute doch rauchen, du kannst sie eh mit deinen Gedanken nicht bekehren, auch wenn sie richtig und wohlwollend gemeint sind; also gehe zurück zur Arbeit, die Pflicht ruft.
 

 

© finbarsgift

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112 Kommentare zu “Draußen vor der Tür

  1. franhunne4u sagt:

    Oh, ich kenne diese Gedanken … und wenn die Raucher mich aus dem Bushäuschen vertreiben, weil sie mit ihrem Quarzstengel dieses aufsuchen, dann wünsche ich mir immer, dass die Nebenwirkungen des Rauchens sich doch bitte schneller und unmittelbarer zeigen mögen …

  2. Alice Wunder sagt:

    Der Marc, der alte Opiumesser, konnte noch friedlich von Seelenprinzipien träumen, während sich seine Unterlinge um die pannonische Flüchtlingskrise kümmern mußten. Zu beneiden ist er, kannte er doch, dem Mohnsaft sei Dank, keine Schmerzen in den Atemwegen. Die sind nämlich ein sehr guter und nach nur zwei Wochen Abstinenz unmittelbar einleuchtender Grund, dem konsumfreundlich aufbereiteten Zigarettentabak zu entsagen. Man möchte aber sofort wieder anfangen, wenn man sich als Neunichtraucher auf einmal jeden Babyschnupfen fängt, den vorher das vom Rauchen daueralarmierte Immunsystem mit dem linken kleinen Finger abwehrte.

  3. Die seltsamen Blüten des Alltagsmasochismus. 😉

  4. Myriade sagt:

    Suchtverhalten hat halt rein gar nix mit Logik zu tun

  5. kat+susann sagt:

    Gut beobachtet! Besonders aufregen tut es mich, wenn die schwerstkranken Patienten vor dem Klinikum ne Fluppe durch ziehen, dann umkippen und dann das ReaTeam holen.Notfallsanitater sozusagen.. Geschieht besonders gern kurz nach Operationen. Nee nee nee😎

  6. lesenbiene sagt:

    Manche lernen es nie das sie sich damit nichts gutes tun. Sogar in der onkologischen Reha war der Freiluftpavillion der Raucher gut besucht. Drinnen lernt man wie man Krebs- den man ja schon hat vermeiden soll bzw gesund leben damit er nicht wieder ausbricht und draußen wird er sich wieder ran geholt. Was soll man dazu sagen…

  7. bruni8wortbehagen sagt:

    *lächel*, na, hat Dich der kleine Marc Leberhaken dazu geführt, daß Du sie jetzt gelassener siehst, lieber Finbar?
    Auf mich hätte er auch nur im Moment des Geschehens Einfluß gehabt. Dann wäre ich sofort wieder in meine Rolle des Nichtverständnisses zurückgefallen.
    Mir geht es ja wie Dir, ich kann es einfach nicht verstehen, was sie da scheinbar mit großem Genuss einatmen. Alleine schon der *Duft* ihrer Kleidung läßt mich die Nase rümpfen.
    Ich mochte ihn nie und auch keine Raucherwohnungen, die nur nach den Glimmstengeln riechen.
    Auch ihren Atem empfinde ich als sehr unangenehm, ist mal einer – von mir ungewollt – zu sehr in meiner Nähe.

    Wie froh war ich, als die Raucher aus den Büros verbannt wurden und manchmal habe ich mich danach noch über die zahlreichen Raucherpausen auf der Teppe zu den Büros geärgert, denn meine Arbeit wurde höchstens mal durch einen Kaffee, gemeinsam mit einem süßen Teilchen sehr genüßlich direkt am Schreibtisch unterbrochen…*g*

    Aber Marc hat schon sehr recht, Gelassenheit tut gut, es geht uns viel besser damit und mein Aufregen war immer sehr gemäßigt 🙂
    Die Pest an den Hals würde ich einem Raucher nie wünschen und auch nix ähnlich Dramatisches, ich verstehe sie nur einfach nicht, lieber Finbar so wie Du.

    Gut, daß Du mal wieder davon schreibst. So viele könnten sich diesen sehr überflüssigen Husten sparen und ihre Bronchien würden es ihnen sehr danken – mit Hustenfreiheit!

  8. dieMondin sagt:

    Wenn ich den Rauchern, den Graugesichtigen, aus meinem Kurs ihre Rauchlust fröhnen sehe, frage ich mich immer WOZU die Zeit so verschwenden? Aber: Es ist deren Leben 😉

  9. brandy99 sagt:

    Ich freue mich jedenfalls darüber, dass ich jetzt wieder im Café ohne Rauchbelästigung sitzen kann, denn die Raucher müssen ja draußen bleiben und im Sommer ist es nicht lustig drinnen sitzen zu müssen um ihnen aus dem Weg zu gehen. Bekehren kann mensch Raucher eh nicht, ich weiß wovon ich rede, war selbst mal einer.

  10. ich verstehe dich gut, aber schließlich hat der gute Mark doch recht.

  11. Hallo Lu ich grüße dich!
    Es ist halt eine ganz krasse SUCHT-Erkrankung.
    Ich glaube, dass es kaum eine Raucherin , einen Raucher gibt die wirklich gerne rauchen –
    ich denke alle Raucher moechten aufhoeren – schaffen es eben nicht.
    Ist ja traurig aber leider Tatsache.
    Segen dir.
    M.M.

    • finbarsgift sagt:

      Das wäre dann ja eine traurige Sache, liebe Monika-Maria…

      Dir einen schönen Tag wünsche, ein feines Halloween, nicht zuuu schaurig…

      Herzliche Herbstgrüße vom Lu

  12. pflanzwas sagt:

    Den letzten Worten von Monika schließe ich mich an. Ich rauche nicht, kenne aber einen Raucher sehr gut. Mit Genuß hat das nichts zu tun ! Das sieht derjenige genauso und leider, leider ist er der absolute Suchtmensch. Vermutiich nicht unmöglich, die Sucht zu überwinden (wofür dann gerne andere Ersatzsüchte auftauchen), aber ich glaube, es gibt Menschen, die da eine größere Disposition haben, als andere….schätzen wir uns glücklich, daß wir dieser Sucht nicht unterliegen.

  13. Sternchen sagt:

    warum darf nicht jeder leben, wie er mag? Sie gehen ja schon nach draussen….

  14. karfunkelfee sagt:

    Du fragst nach Verantwortung, für sich selbst und die anderen. Das tat Beckmann, der Kriegsheimkehrer, auch. Doch im Gegensatz zu Borcherts tragischem Held, findest Du viele Echos dort draußen, vor der Tür.
    Die Frage kann nicht oft genug gestellt werden, das Bild, das Du zeichnest, zeugt vom Schlimmsten der Welt: von Abhängigkeiten, die so weit gehen, dass der Mensch sich und anderen bewusst schadet.
    Schade.
    Schönes WE✨

    • finbarsgift sagt:

      So ist es wohl, liebe Fee, allerdings scheint das den allerwenigsten der Rauchermassen klar zu sein…

      Sie denken eben dbzgl. nicht (nach), und das scheint mir der große Haken bei dieser Sache zu sein, leider, und ja, schade, sehr schade!

      Hab einen schönen Halloween Tag, herzliche Herbstgrüße vom Lu

      • karfunkelfee sagt:

        Lieber Lu, letztlich entscheidet jeder selbst was ihm gut tut und ich unterstelle einfach mal, dass nur Wenige so leben, dass sie ihr und anderer Wohl ständig im Rundumblick behalten können oder vermeiden können sich zu schaden – ob mit Genussgiften oder anderen Obsessionen. Da ich selbst gelegentlich rauche, weiß ich wovon ich spreche. Ich bemühe mich, dass andere nicht unter meinem Laster zu leiden haben. Rücksichtnahme halte ich für obligatorisch. Allerdings wünsche ich mir umgekehrt eine ebensolche Toleranz, die vermeidet, mich deswegen zu verurteilen. Es bedarf für gute Lösungen immer ein Aufeinanderzugehen beider Seiten. Es ist schwierig wenn einer sich mehr im Recht glaubt als der andere, darauf fest hakt. Denke an Einsteins Spruch: „Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null – und das nennen sie ihren Standpunkt“.

        Herzliche Grüße von der Fee✨

        • finbarsgift sagt:

          *lächel über Einsteins bekannten Spruch*

          Klarooo, das ist in der Tat so!

          Gegen eine Zigarette once in awhile ist ja auch nicht wirklich was zu sagen, liebe Fee, aber diese „Art Raucher/innen“ stehen ja nicht im Mittelpunkt meines Posts,

          sondern die Menschen, die draußen vor der Tür in der Kälte HUSTEN UND RAUCHEN,
          die also wirklich ihren gesunden Menschenverstand ausschalten…

          Und ihrem feinen Atemsystem dadurch massiv schaden, trotz Warnhusten des vegetativen Nervensystems…

          Warum machen die das?!
          *kopfschüttel*

          Herzliche Frühabendgrüße vom Lu

          • karfunkelfee sagt:

            Warum machen sie das? Diese Frage muss ich mir ja selber stellen…
            Manche fangen damit an um sich cool zu fühlen, so wie ich damals. Ich rauche mittlerweile wenig, beim Sport überhaupt nie. Doch wenn ich rauche – dann mit Genuss und möglichst ohne Personenbegleitung, damit ich nicht reden muss, sondern in Ruhe rauchen kann. Rauchen UND Reden führt nämlich schnell mal zu Husten, lernte ich. Früher qualmte ich gegen Stress an, heute fahre ich Fahrrad gegen Stress. Ich schalte meinen gesunden Menschenverstand schon ziemlich oft ein. Dein Text zeigt viele unterschiedliche Meinungen auf. Er trifft einen Nerv und polarisiert. Eine gute Gelegenheit, den alten Einstein mal wieder zu bringen. Wir sind alle arme Sünderlein und keine Engel. Ob wir uns unsere unterschiedlichen Meinungen zur Hölle werden lassen oder zum Himmel, entscheiden wir. Das hängt von der Beweglichkeit unserer Standpunkte ab.
            Liebe Abendgrüße zu Dir✨

            • finbarsgift sagt:

              Seeeehr interessant, liebe Fee, insbesondere der von dir aufgezeigte Zusammenhang von Rauchen und Reden und Husten…
              Ein anderer von mir beobachteter Zusammenhang in diesem Rauchkontext lautet wohl Rauchen und Reden und Alkohol, was wohl dann den Husten eher etwas verhindert…
              Aber wie auch immer, liebe Fee, ist Fahrrad fahren ohne Rauchen oder Husten sowohl für den Atemapparat und das vegetative Nervensystem auf jeden Fall optimal! 🙂

              Oh ja, ein bisschen von beidem sind wir mindestens schon mal: ein wenig Sünder und ein wenig Engel, und als solche Zwitterwesen leben wir unser kurzes menschliches Dasein unruhig zwischen Hölle und Himmel, solange, bis es vorbei ist, ob nun immer wieder mal draußen vor der Tür oder nicht…

              Dir einen schönen Tag wünsche, herzliche Herbstgrüße vom Lu

  15. kowkla123 sagt:

    beste Grüße zum Wochenende und passe auf dich auf

  16. Mitzi Irsaj sagt:

    Marc Aurel hat, wie so oft, natürlich recht.
    Dennoch kann ich deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Wer weiß, vielleicht halten sie den einen oder anderen davon ab, jetzt auf den Balkon zu gehen und sich eine Zigarette anzuzünden ;).

  17. Anna-Lena sagt:

    Gut, dass wir nicht alle gemeinsam draußen gestanden haben, als ich noch geraucht habe und das habe ich bis vor 7 Monaten und nicht wenig!

    Mit Lust hat Rauchen nur selten zu tun, mit Logik schon gar nichts.
    Wer zum Raucher geworden ist (und ich behaupte, kaum jemand hat die Folgen so sehr bewusst bedacht) ist mehr oder weniger schnell süchtig geworden. Eine Sucht aufzugeben ist nicht einfach und viele Raucher haben es immer wieder mal versucht. Auch wer es geschafft hat, ist nicht davor gefeit, wieder anzufangen.

    Dass Rauchen nicht gesund ist, darüber müssen wir nicht diskutieren, aber Alkohol in aller Regelmäßigkeit ist auch nicht gesund und ebenso eine Sucht.

    Es gab Zeiten, da war man nicht „in“, wenn man nicht geraucht hat.
    Heute wird man als Raucher diskriminiert und zum Glück gehen die Zahlen der Raucher zurück.

    Ein wenig mehr Toleranz wäre schon wünschenswert.
    Jeder von uns kann ganz schnell in eine Situation kommen, wo er in etwas ‚verstrickt‘ wird, ob das nun eine Sucht in Form von Rauchen, Alkohol, Medikamente ist oder der Verlust des Arbeitsplatzes, oder eines geliebten Menschen.

    Ich denke an das Glashaus und die Steine…
    Von einem Raucher erwarte ich eine Rücksichtnahme auf Nichtraucher (das habe ich als Raucher auch beherzigt und so hat Emil das auch ausgedrückt), aber die Nichtraucher bitte ich auch um Toleranz. Die vermisse ich in einigen Beiträgen.

    Anna-Lena, Nichtraucherin seit 7 Monaten und 6 Tagen 🙂

    • finbarsgift sagt:

      Zunächst mal, liebe Anna-Lena, gratuliere ich dir von Herzen, dass es geklappt hat, das Rauchen aufzugeben, vor allem als starke Raucherin!

      Und das ist dir nur mit viel Logik, starker Willenskraft und dem denkenden Kopf gelungen, der Bauch hätte dich sicherlich für immer und ewig weiterrauchen lassen, denn natürlich ist beim Rauchen primär die Lust am werkeln…

      Dir einen schönen Halloween!
      Herzliche Herbstgrüße vom Lu

      • Anna-Lena sagt:

        Lieber Lu,
        ich bin auch noch nicht darüber hinweg, so manches Mal überkommt mich die pure Lust zu rauchen, aber dann setzt mein Kopf ein…

        Halloween fällt bei mir aus, ich halte davon gar nichts. Als Katholik betrifft mich auch der Reformationstag nicht wirklich, obgleich wir in Brandenburg heute einen Feiertag hatten.
        Ich bin eher morgen angesprochen, auch wenn dann hier kein Feiertag ist.
        Man sollte doch die Feiertage vereinheitlichen, findest du nicht?

        Hab einen feinen Abend.
        Liebe Grüße zum Monatsende,
        Anna-Lena

        • finbarsgift sagt:

          Das finde ich auch, liebe Anna-Lena, aber wie man daran sieht, sind die Unterschiede zwischen den Kirchen, trotz Ökumene, noch relativ groß…

          Das glaube ich dir sofort! Die Lust etwas zu tun, was einen mal viele Jahre lang jeden einzelnen Tag im Leben intensiv, ja hautnah, begleitet hat, wird wohl nie ganz verschwinden…

          Aber du hast schon viel erreicht! Einen sehr starken Willen gezeigt!
          Das klingt schön…
          Liebe Herbstgrüße vom Lu

  18. Flowermaid sagt:

    … „wir haben das Recht zu Leben, nicht die Pflicht“… allerdings die Pflicht dem Leben anderer nicht zu schaden…

    • finbarsgift sagt:

      …oh doch, die Pflicht,
      denn wir hatten/haben ja kein Wahl,
      wurden auf die Erde geworfen, als kleine Erdenwürmchen
      mit dem Spruch:
      und nun lebe mal, mach das Beste daraus!

  19. In meinem Freundeskreis rauchen auch nahezu alle, selbst meine Liebste raucht. Meine Toleranz ist recht hoch, auch Gästen gegenüber bei mir zuhause. Drüber nachdenken, welchen Unsinn sie sich da antun, hab ich wohl verlernt…

    • finbarsgift sagt:

      …ich nicht, lieber Tristan, dafür stört es mich zu sehr, vor allem in meinem direkten Umfeld…

      Und da Raucher/innen süchtig und uneinsichtig sind, ergreife ich vor ihnen immer die Flucht…

      Herzliche Herbstgrüße vom Lu

  20. Miss Hava sagt:

    Ein interessanter Beitrag, lieber Lu, mit erstaunlich überheblichen Kommentaren ansonsten recht reflektiert klingender Menschen…
    Die Raucher, die ich persönlich kenne, ziehen sich, ihrer eigenen Schwäche und Schuld bewusst, rücksichtsvoll zurück, um ihrer Sucht nachzugehen. Und diese Sucht dient ihnen ganz bestimmt nicht als Mittel, um ihre Umgebung zu terrorisieren, sondern meist sind sie Opfer dieser Sucht, die von einer milliardenschweren Tabakindustrie gefördert wurde.
    Für mich persönlich war beides ein Akt der Selbstbestimmung: Mit dem Rauchen zu beginnen bedeutete für mich als junger Mensch den Reiz der bewussten Selbstzerstörung, etwas, wozu kein Tier gefangen vom Überlebenstrieb, sich je entscheiden könnte.
    Einige Jahre später mit dem Rauchen aufzuhören war wiederum ein Sieg meines Geistes über ein suchtgesteuertes Hirn, ein Kampf zwischen Wille und Körper.
    Dem Durchschnittsraucher sind derlei Gedanken wahrscheinlich fremd, doch dennoch würde ich mich hüten, über Menschen zu urteilen, nur weil deren Schwäche sichtbar ist.
    Ignoranz, Arroganz, Egoismus – alles unsichtbare Eigenschaften, die mehr Schaden anrichten können, als es ein paar Tabakwolken vermögen!
    (Eigenschaften, die ich selbstverständlich keinem hier anhängen möchte, und ganz bestimmt nicht dir, Lu, der du so voller Neugier und Interesse auf die Welt blickst!)

    • finbarsgift sagt:

      Herzlichen Dank dir für deinen tollen Kommentar, der mich seehr gefreut hat!
      Und mit all dem, was du schreibst, hast du recht, vor allem auch damit, dass mein Post aneckt, polarisiert.
      Einige Kommis waren in diesem Rauch-Husten-Denk-Draußen-vor-der-Tür-Kontext so heftig formuliert, dass ich sie hier nicht stehen ließ…

      Eigentlich unfassbar, wie arg dieses Thema polarisiert, wie seeeehr alle möglichen Gefühle sofort mitschwingen…

      *lächel* ich habe dich nicht falsch verstanden, keine Sorge, eher ganz genau richtig! 🙂

  21. teggytiggs sagt:

    …wenn ich zum Kaffee eine rauche, dann tue ich es heute noch aus einer Art Opposition heraus und es macht mir Spaß! …denn mein Vater, der Kettenraucher war, verbot seiner Frau zu rauchen…und es wäre völlig undenkbar gewesen, in seiner Gegenwart…

    …so einfach ist das, abhängig bin ich nicht und ich rauche wahrhaftig wenig, aber ich steh dazu, denn es geschieht aus reinem Vergnügen…das gibt es auch, bitte zu bedenken…

    liebe rauchfreie Grüße!

    • finbarsgift sagt:

      Natürlich gibt es das! *lächel* Die Lust etwas zu tun, ist auch beim Rauchen vorhanden, obwohl das kein natürlicher Vorgang für den Menschen ist, und Mutter Allnatur kein Fan davon, aber das Spiel mit dem Feuer reizt die Leute ja bis heute, in allen Varianten…

      Seeeehr interessant, das mit deinen Eltern!
      Mein Vater hat nie geraucht, meine Mutter erst recht nicht, sie waren beide ihr Leben lang intensive Bergwanderer, echte Frischluftfanatiker, da war Rauchen nie ein Thema…

      Ebenfalls liebe rauchfreie Morgengrüße von mir zu dir

      • teggytiggs sagt:

        …ich bin sicher, es kommt auch hier auf das Maß an, so wie täglich eine Tafel Schokolade oder Bier und Wein nicht gesund sein dürften…

        …und was ist ein natürlicher Vorgang für den Menschen? …Flugzeugfliegen, Raumschifffliegen, Computergucken, Unterwassertauchen, Skypen, fette Tortenessen…ich finde die unnatürlichen Vorgänge für Menschen ganz schön reizvoll…grins…

        liebe sonnige Grüße!

        • finbarsgift sagt:

          Bis auf die Torten *lach* sind das ja alles Dinge, die den natürlichen homo sapiens immer weiter verändern in Richtung homo roboticus…
          es wird nicht mehr lange dauern, dann ist es aus mit der natürlichen Menschheit; wir werden dann als Roboter unter Roboter leben (vielleicht sogar ohne es wirklich zu merken), also mit nicht nur Implantaten als Knie- und Hüftgelenke oder als Zähne (die ganze Hollywoodgilde hat ja eh keinen natürlichen Zahn mehr und die meisten Gesichter dort gehören eh schon Teufel Botox), sondern mit dem persönlichen (Roboter-)Chip unter der Haut, der Zugang bringt zu allen WLANS over the world und allen Rechnern und allen Flugzeugen und und und…brave new world eben, aber halt wirklich, völlig ohne das schöne natürliche Lachen von Mutter Allnatur…
          Herzliche Sonnenherbstgrüße vom Lu

          • teggytiggs sagt:

            …das sind Horrorvorstellungen, die eine Welt zeigen – und es scheint unbeirrbar in diese Richtung zu gehen – , zu der ich nicht gehören möchte…aber ich weiß schon, was ich dann mache, ich ziehe mich völlig in den Wald zurück, finde eine supergute Höhle mit Weitblick, neben einer Quelle gelegen und freue mich weiter des Lebens…

            liebe Grüße

            • finbarsgift sagt:

              *lächel* diese Idee ist super!
              Die hatte auch schon mal ein gewisser Platon
              (und ich war/bin auch nicht abgeneigt *hehe* )
              und der hatte auch tolle Ideen *hehe*
              vielleicht triffst du ihn dann dort sogar 🙂
              Dir ein feines Tägle, Lu

  22. Miss Hava sagt:

    …dass der Akt des Rauchens an sich Vergnügen bereitet, bezweifle ich. Nicht umsonst findet jeder die erste Zigarette widerlich; das süchtige Gehirn freut sich höchstens über Nikotinnachschub.
    Dass das Rauchen allerdings sehr positiv besetzt sein kann, ja, da bin ich mir sicher: Rieche ich eine frisch entzündete Zigarette, flackert noch immer eine Erinnerung an jene jugendliche euphorische Freiheit in mir auf, die ich damals auch durch Tabakkonsum empfand.
    (Alter Rauch und Zigarettenstummel hingegen verursachen mir inzwischen Übelkeit. Das gilt allerdings auch für starkes Parfüm, Autoabgase und schlechten Atem. Dennoch verurteile ich niemanden für inflationären Parfümgebrauch, sondern halte einfach Abstand.)
    Und sollte nicht jedem sein eigenes Laster gestattet sein?

  23. eckstein sagt:

    ich kann dich gut verstehen, lieber lu. und du fasst das thema in so schöne worte.
    allerdings verstehe ich auch, was in den rauchern vor sich geht. war ich selbst eine starke raucherin. viele jahre war ich der sucht erlegen. seit 12 jahren etwa bin ich endlich frei. heute ekelt es mich nur noch.

    liebe grüße in einen (hier bei uns) arbeitsfreien herbstmontag.

    • finbarsgift sagt:

      Deinen Ekel kann ich sehr gut nachvollziehen, liebe Kerstin, schön, dass du nach starker Sucht wieder davon losgekommen bist, das freut mich sehr!!
      Herzlichherbstliche Halloweengrüße vom Lu

  24. kowkla123 sagt:

    es ist immer Kopfsache, dann packt das Jeder, mein Bruder wollte nicht, nun ist es leider zu spät,wünsche eine gute Woche möglichst ohne Stress

  25. amommasview sagt:

    Rauchen… ist etwas was ich nie nachvollziehen konnte. Kann es immer noch nicht. Ich frage mich, weshalb. Sehr gut beschrieben, was für ein Unsinn es wirklich ist. Liebe Grüsse in den Herbst 🙂

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt schön und vernünftig, und mit Sicherheit hast du damit vollkommen recht…
      Dankeschön *freu*
      Have a pleasant day over there 🙂
      Lots of greetings from Lu

  26. bilere sagt:

    Also ich muss zugeben, dass ich deinen Beitrag beim Lesen sehr genossen habe :). Ich habe leider selber mal geraucht. Keine Ahnung, warum. Ich ertrage nämlich den Rauch nicht mehr und mag es sogar nicht, wenn jemand auf der Straße vor mir raucht. Andererseits bin ich aber froh, dass Raucher nicht mehr im Büro oder in den Lokalen rauchen dürfen. Schließlich haben wir, die Nichtrauchergesellschaft, auch passiv mitgeraucht und nach Zigaretten gestunken. lg bilere

  27. Corinna sagt:

    Zum gesundheitsschädigenden Aspekt kommt noch ein weiteres Phänomen, das ich genauso oder vielleicht noch unverständlicher finde. Ich kenne Personen, bei denen das Geld so knapp sitzt, dass sie sich gelegentlich sogar etwas borgen müssen. Aber die eine Schachtel Zigaretten pro Tag… oder von mir aus auch alle zwei bis drei Tage… ist trotzdem immer drin. Wie geht das?

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