pointe de la torche

die wellen sind hier extrem hoch
scheren windgetrieben nach links aus
während der zornige grauhimmel die
schneidende regenpeitsche schwingt

hochaggressiv fliegen möwen
mich wie fliegerbomber an und
versuchen meine frisch gefangene
beute mit macht zu entreissen

dieses ende der welt muss
das schönste auf erden sein
nirgendwo sonst packen mich die
elemente mit solch urwüchsiger kraft

die wellen fallen schräg knallend ein
der regen gibt einem keine chance
die möwen geben allmählich auf
ich gehe beutereich heimwärts

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

73 Kommentare zu “pointe de la torche

  1. „hochaggressiv fliegen möwen
    mich wie fliegerbomber an“ –
    ein ganzer Lu wieder mal…genial!

    Herzliche Grüße zum Wochenende
    von Constanze & Wolfregen

  2. Karin sagt:

    Vor 26 Jahren habe ich dort auch mit meinem Mann gestanden und dem Wüten des Meeres und dem Wind gelauscht. Schöne Erinnerungen kommen beim Lesen hoch. Danke dafür und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.

    • finbarsgift sagt:

      Sehr gerne, liebe Karin,
      es freut mich, dass ihr beide auch schon am schönsten Ende der Welt (Europa) ward 🙂
      Ja, schöne Erinnerungen, die habe ich an Finistère generell, ein wundervoller Landstrich,
      zu jeder Jahreszeit!
      Herzliche Herbstgrüße from me to you, Lu

  3. Arabella sagt:

    Noch 2 Wochen…dann kann ich an der Ostsee Wellen schauen.
    Einen feinen Sonnabend wünsche ich dir lieber Lu.

  4. ein toller, stürmisch guter text, lieber lu, und wie gern möchte ich mal dorthin!!
    sonnige grüße an dich,
    diana

    • finbarsgift sagt:

      Dankeschön, liebe Diana, das klingt schön, was du da schreibst *freu*
      Und solltest du tatsächlich noch niemals am europäischen „Ende der Welt“ gewesen sein, dann wird es höchste Zeit dies nachzuholen *lächel* Es lohnt sich sowas von!!
      Herzliche Herbstgrüße vom Lu

  5. kowkla123 sagt:

    toll finde ich das, du pass auf dich auf, es ist kalt, sehr kalt, beste Grüße am Samstag von mir zu dir

  6. ellilyrik sagt:

    „nirgendwo sonst packen mich die
    elemente mit solch urwüchsiger kraft“

    …beim Lesen habe ich mich gefühlt, als wäre ich dort…!
    Gefällt mir seeeeehr, lieber Poesie-Freund!
    Herbstgrüße mit viel Sonne an Dich, herzlichst Elke

    • finbarsgift sagt:

      DAS ist ganz wundervoll, liebe Elke, denn genau das wollte mein kleiner Text erreichen, dich gedanklich möglichst hautnah dorthin beamen, ans schönste „Ende der Welt“ Europas… *lächel*
      Herzliche Abendgrüße vom Lu

      • ellilyrik sagt:

        …ja ich kenne es gut und finde die Küste wunderschön, lieber Lu!
        Der Atlantik hätte mich bald gehabt, hat mich aber wieder ausgespuckt,
        ist schon lange her…!
        Trotzdem würde ich immer wieder dort Urlauben.
        Einen gemütlichen Abend, herzlichst Elke

        • finbarsgift sagt:

          Dieses Fänomen kenne ich sehr gut, da wird einem wirklich angst und bang!
          Es passierte mir allerdings nicht in Finistère, sondern an der Cote d’Argent,
          zwischen Bordeaux und Biarritz, die Strömung war irre stark und hundsgemein,
          aber mit letzter Kraft schaffte ich es wieder an Land…
          Hab einen feinen Samstagabend,
          herzlich, Lu

  7. bruni8wortbehagen sagt:

    wow, toll, Dein WindWellenundMöwen- Poem, lieber Finbar.

    Die schneidende Regenpeitsche trägt fast das ganze Bild, das Du hier so grandios entstehen läßt
    Aber nein, sie ist es nicht alleine, es ist die gesamte Wucht Deiner Zeilen, die vor meinen
    inneren Augen ein ziemlich deutliches Bild dieser Szene entstehen läßt.

    Ich frage mich nur, was Deine Beute war und wie man dort fischt, so dicht an den zerklüfteten
    Felsen, die alleine schon eine so bizarre Form haben, daß man sich der Schönheit dieses wilden Ortes nicht entziehen kann?

    Nein, ich war leider noch nie in der Bretagne, aber ich wurde durch Deine Zeilen so neugierig, daß ich bei Wiki… nachgesehen und – gelesen habe *g*.

    Ein wundervoller Text, lieber Finbar

  8. Corona sagt:

    Ein hartgesottener Fischer, trotz den Naturgewalten, in seiner gummierten Fischerkluft, dicken Stiefeln und breiter Hutkrempe, wirft freudig und voller Erwartung seine Angel aus, während alles um ihn herum tobt und tost, die Winde brausen und die frechen Möwen sausen, nichts lässt ihn davon abbringen, sein Mahl zu fangen, um damit heimzukehren.

    Wunderbarer bildhafter lyrischer Text.

  9. Mitzi Irsaj sagt:

    Du nimmst mich sehr schön mit, lieber Lu

  10. Meermond sagt:

    Genau so ist es hier an der Nordsee, obwohl das Ende noch etwas weiter weg ist. Gewaltig. Ursprünglich. Wohltuend.
    Venlige hilsner

  11. Sternchen sagt:

    Ich mag die Ecke auch sehr, Du hast sie wunderbar in dem Gedicht umgesetzt, obwohl ich persönlich inzwischen die irische Atlantikküste noch wilder finde…genau Deine beschriebenen Worte spüre ich dort!

  12. Flowermaid sagt:

    … die Richtung Lands End… bis her kannte ich nur Oben und Unten… die Krabbenseitswärtsromantik hat seinen ganz eigenen Meerschaum… Salzwasserluft füllt meine Lungen

  13. Myriade sagt:

    Ich kenne das spanische Finisterre in Galicia. Wo genau jetzt der westlichste Punkt Europas liegt, ist ja egal, Atlantik ist Atlantik und ich erkenne ihn in deinem toll energetischen Gedicht. Genauso liebe ich den Atlantik: Wellen, Regen, unendlicher Himmel ……

  14. vor wenigen tagen ist der erste herbststurm über das ende der welt gefegt….. Schaurigschön war’s 🙂

  15. Anna-Lena sagt:

    Ein wunderbares Fleckchen Erde mit der Kraft aller Naturgewalten. Was will uns die Natur damit sagen?
    Liebe Sonntagmorgengrüße
    Anna-Lena

  16. quersatzein sagt:

    Ein kraftvolles „Fischermanns-Poem“!
    Lieben Sonntagsgruss,
    Brigitte

  17. mmandarin sagt:

    Noch so ein früher Vogel ? Schön dein Gedicht, Marie

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