Erste Weihnachtszeitimpression

So ist es ja nun auch wieder nicht!
Als ob die gesamte Weihnachtszeit – vom 21. November (Eröffnung der ersten Weihnachtsmärkte im Ländle) bis zum 26. Dezember (Zweiter Weihnachtsfeiertag) – nicht auch einige angenehme Überraschungen parat hätte.

So zum Beispiel vorgestern, am Nikolaustag, als mir beim Aussteigen aus der S-Bahn, mitten unter dem inzwischen ja (negatief) weltberühmten Hauptbahnhof der Kesselstadt, einfach blitzsauber und megaschnell eine feine, kleine Nikolausitüte aus Umweltpapier natürlich, samt einem beachtlichen Inhalt bestehend aus fünf Walnüssen, einer Minisaftorange und vier goldgelb eingepackten Täfelchen Merci-Kaffee-Sahne-Schoggi geschenkt wurde – einfach so, das ist doch irre, oder?!

Und zwar geschah das kwasi wie im fliegenden Wechsel bei diesen Leichtathletik-Staffelläufen, also ohne dass ich nach dem S-Bahn-Aussteigen überhaupt anhalten musste, auf meinem Flitzeweg per pedes, hin zur ewig langen Rolltreppe nach oben ans Tageslicht.

Da beginnt doch gleich so ein Nikolaus-Arbeitstag sehr viel angenehmer!
Stolz ging ich mit meiner frischgefangenen Nikolausitüte ins Büro und erzählte den Kolleginnen und Kollegen, was gerade dort unter der bereits ausgehobenen S21-Erde positiefes geschehen war.
Kaum zu glauben, aber einem anderen Kollegen war das kurz zuvor auch schon passiert, sodass das allgemeine Interesse an meiner Nikolaus-Geschichte sich zu meiner Enttäuschung in Grenzen hielt.

Des Weiteren wurde mir auf einem der bereits erwähnten Weihnachtsmärkte im Ländle, zwei Tage zuvor, also am Sonntag, den zweiten Advent, einfach so plötzlich ein prächtiges Glas, randvoll mit heißem Glühwein in die Hand gedrückt, das ich zwar bald wieder an einen anderen Erwachsenen um mich herum weiterreichte, da ich ja keinen Alkohol trinke, aber immerhin, geschenkt ist geschenkt, und es kommt Freude auf!

Das sind zwei Beispiele feiner menschlicher Weihnachtszeit-Erfahrungen, die meine Humanitätshoffnungen somit weiterhin am Leben halten, denn dass einem in der zumeist kaltfremden, öffentlichen Raumzeit einfach so mal etwas geschenkt wird, ist doch eher selten. Und Geschenke, die mit essen und trinken zu tun haben, sind doch immer noch die allerwichtigsten.

Nach der Glühweinweiterreichung kam ich vor lauter Menschen mitten auf diesem übrigens sagenhaft zauberschönen Weihnachtsmarkt einige Minuten gar nicht mehr richtig von der Stelle. Aber immerhin wärmten mich all die Leiber plus Kleider direkt um mich herum zusätzlich so sehr, dass mir endlich nicht mehr zum Frieren zumute war – geradezu wundervoll fühlte sich das alles für einige Zeit an: ich steckte mittendrin im pulsierenden Leben!

Also begann ich immer mehr zu lächeln, was ich ja eh bekanntlich relativ gerne mache, ebenso wie das Küssen, meine absolute Lieblingstätigkeit, doch leider gab es zu dieser Thematik auf dem Weihnachtsmarkt am zweiten Advent keine Geschenke.

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Texte.

83 Kommentare zu “Erste Weihnachtszeitimpression

  1. fraggle99 sagt:

    Für mich hielt der Tag heute auch schon eine Überraschung bereit, und zwar die, dass ich erst bei der Ankunft im Büro und einem Blick auf den dortigen Kalender den Grund dafür feststellte, warum heute morgen in dem mir freundlicherweise geschenkten Adventskalender – ein groooßer Karton mit 24 kunstvoll selbst verpackten Päckchen – das Päckchen mit der Nummer 7 partout nicht aufzufinden war…

    Morgens vor 10 Uhr bin ich einfach zu nichts zu gebrauchen… 😉

  2. einfachtilda sagt:

    Tja, man soll die Hoffnung nie aufgeben und immer schön der Reihe nach. Zuviele Geschenke an einem Tag ist auch nicht immer gut 😊😊

    LG Mathilda 🎅👼🎄

  3. Arabella sagt:

    Besorg dir schnell einen Mistelzweig:-)
    Guten Morgen lieber Lu

  4. Lächel nie 0815…immer 0711!!!

  5. waehlefreude sagt:

    Schmunzel.

    😉

    Hab´einen schönen Tag, lieber Lu.

    Herzlichst,
    Frank

  6. karfunkelfee sagt:

    Du machst mir Mut für das Getümmel, in das ich heute muss. Viele (angetrunkene) Menschen jagen mir eher Angst ein und mittrinken kann ich auch nicht, weil wer wie ich mit Allohol angezwitschertüdelt nicht mehr fahren darf. Straßenbahn schon gar nicht, weil mir dann noch blümeranter würde als so schon und es in Straßenbahnen und Bussen keine Sauerstoffmasken für kollabierende Glühweingringos wie mich gibt. Schön erzählt und Geschenke sind etwas Feines. Guten Morgen✨

    • finbarsgift sagt:

      Ich danke dir *freu über deine Worte*
      (Ein Angsttraining ist nix dagegen!! *hehe*)

      Ich hoffe dein Tag im Menschengewimmel war okay??
      Liebe Abendgrüße vom Lu

      • karfunkelfee sagt:

        Hi Lu, ja, war alles prima. In der Woche geht es in der Innenstadt. Am WE wird es richtig voll. Du brauchst nicht zu laufen. Du wirst geschoben…😉
        Die Leutz hatten überwiegend gute Laune. Bis auf die Dame vom Mineralienstand. Allerdings hatte diese einen mörderischen Husten und konnte kaum sprechen. Allerdings hatte ich sensationell gute Hustenbonbons vom Kräuterstand. Die habe ich gleich an ihr ausprobiert. Mit wärmster Empfehlung zur Kräuterkollegin zehn Buden weiter. Der ich umgekehrt von dem umwerfenden Mineralienstand erzählte und dabei auf Teufel komm raus die Gewürze und die gefilzten Sachen vom Jahnplatzstand glorifizierte. Das nennt man ‚Schleichwerbung‘ und das bringt Umsatz. Gute Sachen sollten sich alle möglichst schnell herumsprechen. Ich wünschte allen Budenzauberern einträgliche Geschäfte. Und ich hab ein neues Punschrezept abgestaubt. Darf ich aber nicht verraten.
        So, nun hab ich mehr erzählt als ich wollte. Gutnacht✨

        • finbarsgift sagt:

          Schöne Impressionen! Gerade lutsche ich auch ein Husten-Bonbon 🙂
          Zu diesen Mineralien-Ständen gehe ich auch pro Jahr einmal, schon vom Ansehen bekomme ich immer große Augen *hehe*
          Bonjour, chère Madame des Mots

  7. Anna-Lena sagt:

    Siehst du, es sind die vielen kleinen Engel, die unterwegs sind und einem den Tag einfach versüßen…
    Einen lieben Gruß in deinen Tag,
    Anna-Lena

  8. Karin sagt:

    Auch Du bringst mal einen positiven Post, lieber Lu, zum Geschehen um uns herum.
    Vielleicht ist es auch mit der Gabe verbunden, optimistisch-positiv in die Welt zu schauen oder eben pessimistisch-nörglerisch.
    Vor dem Konzert gestern war ich um die Hauptwache herum unterwegs und die Budenvielfalt erstreckt sich ja weit über den eigentlichen Markt am Römer hinaus. Es war ein wunderbares Stimmengewirr, lachende Gesichter zuhauf, Gewusel und Getümmel, aber eben auch Leben in dieser abends oft so toten Gegend. Keiner MUSS auf einen Weihnachtsmarkt, wenn er sich dem nicht aussetzen will.
    Aus Tochters Umfeld fährt eine junge Frau seit Jahren mit drei Helfern, sie wohnen im Wohnwagen, nach Bremen auf den Weihnachtsmarkt und verkauft dort Schmalzbrote und irgendwas mit Käse und verdient sich dort, wenn der Wettergott mitspielt, ihr Jahressalär! Sie braucht Besucher und Getümmel. Das ist auch ehrliche Arbeit.
    Ich freue mich für Dich und Deine schönen Erlebnisse; sei herzlich gegrüßt.

    • finbarsgift sagt:

      Mindestens 90 Prozent meiner Posts sind positiv, liebe Karin 🙂
      Der Weihnachtsmarkt dort zwischen Römer
      und dem feinen Steg über den Main,
      muss auch sein fein 🙂
      Liebe Abendgrüße
      vom Lu

  9. teggytiggs sagt:

    …wie schön…ich beginne jeden Tag mit der Erwartung, dass er ein Geschenk für mich bereit hält…und…dass ich jemanden ein Geschenk mache…stell Dir vor, jeder täte es…

    liebe Grüße
    TeggyTiggs

  10. kat+susann sagt:

    Ich bekam auch eine Mininikolaustüte.. einfach so überreicht, beziehungsweise, weil ich mich aktiv sträubte sie anzunehmen, einfach in die Einkaufstasche gesteckt. es lebe der Kapitalismus..und der Nikolaus im Supermarkt der mir die verpasst hat, war eine seehehr dünne junge Frau mit starkem rrrrrrrrrrr Akzent.. biiiiiiieeeteee scheelen fürrrrrrrr diiiicchhh zurrrrrr Niklausetaaaag…
    nee.. vielleicht hätte ich sie einfach küssen sollen.. so als Dankeschön.. auf die Wange.. aber sie war echt aaarrrrrggg geschmiiiiinkt und trrrruuuuüggg krrrraaaaatziggggges Nikolausbarrrrrt..
    immerhin hab ich ne Geschichte mehr erlebt, die ich erzählen kann.. grins..
    S.

  11. Chojin Bain sagt:

    Sehr herzlich und erwärmend! Das sind die schönsten Momente, in denen man in den flow der Welt plötzlich eintaucht und, zumindest für mich, es sich alles so anfühlt wie es sein muss.
    Danke für diese Geschichte
    Liebe Grüße
    Farzam

  12. ingeborgthoring sagt:

    „positiefes“ … ich sehe regelrecht wie tief das Positive verborgen war

  13. bruni8wortbehagen sagt:

    Aus der bahnhöflichen Negatiefe kamst Du mit einer positiefen Nikolausitüte wieder heraus.
    Wie schön ist das denn, lieber Finbar?

    Und dann noch ein Glühweingeschenk?
    Klingt nach einem Glückstag, selbst wenn mann eigentlich keinen Glühwein mag *schmunzel*. Ganz egal, es ist die Geste, die zählt, das sehe ich auch so und ich freue mich mit Dir und ich lächle mit, denn Freudiges höre ich immer sehr gerne.
    Dann wolltest Du zum Abschluß nicht noch einen kleinen feinen Mohrenkopf essen? 🙂
    (Darf ich ihn eigentlich noch so nennen? Schaumgebäck klingt so fremd…)

    Herzlichst Bruni

  14. kowkla123 sagt:

    es ändert sich nichts, Jahr für Jahr das Gleiche, schönen Donnerstag

  15. Ulli sagt:

    Lächel und die Welt lächelt zurück oder schenkt dir eine Nikolaustüte und einen Glühwein! Eine schöne Geschichte ist das, lieber Lu, eine, die wärmt!
    Herzliche Grüsse vom blaumildem Dezemberberg
    Ulli

  16. refoexac sagt:

    Das ist schön, also wenn ich mich da so in dich hinein versetze. 😀

    (ich selber kann mit der Weihnachtszeit-Zeit nichts mehr anfangen, hier zählt nur noch Rock N Roll + Spieth natürlich)

  17. ellilyrik sagt:

    …so schön, es gibt doch noch viele Menschen mit Herzenswärme, lieber Lu!
    Bin freudig überrascht. Alles Liebe, Elke

  18. Videbitis sagt:

    Glühwein und Nüsse von Unbekannten auf der Straße – okay, das ist nett. Aber Küsse? Pfui bah! (Jod, heißes Wasser!!;-)

    Schau hier, Wünsche können auch mal danebengehen (hat mir ein Kollege geschickt):

  19. Mir ging es wie Arabella, Lu: Ich wollte dir zu einem Mistelzweig raten. Der erhöht die Chancen auf Kussaustausch beträchtlich. ^^
    Ich find’s auch schön, wenn solche unerwarteten Kleinigkeiten einem den Tag versüßen und empfinde das nicht nur als positief sondern als nahezu posihoch.

    Lass es dir gutgehen in der Adventszeit! Wer weiß, was sich noch so alles tut.
    Und da es keine Vorschrift für die Größe des Mistelzweigs gibt, nimm doch stets eine Ästlein mit. Brusttaschenformat. Zählt auch. ^^

    LG Michèle

    • finbarsgift sagt:

      Haha, liebe Lady from Hamburg, nun hast du mich gleich mehrfach zum Lächeln gebracht *lacht*:
      Kussaustausch, posihoch, Brusttaschenformat!!! *grins*
      Hab einen schönen Tag und Wochenende, liebe Morgengrüße vom Lu

  20. Lachen und Küssen – zwei wirklich wunderbare „Dinge“, die Glück verströmen!
    Einen ganz lieben Dank für deine herzerwärmenden Worte!

  21. Flowermaid sagt:

    … Lachen, Küssen Liebe schenken… ist das nicht der Geist von Weihnacht und jedem neuen Leben auf diesem Erdball…

  22. chris sagt:

    Nimms mir nicht übel :
    Weihnachtsmärkte sind mir
    ein absoluter Graus. Aber
    ich gönn dir den Spaß… 😉

  23. Corinna sagt:

    Ich glaube gern, dass solche Überraschungen einem ganz schnell den Tag versüßen. Im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Mal sehen, was die Weihnachtszeit noch so für dich parat hält. 🙂

  24. nandalya sagt:

    Yuki und ich machen uns oft den Spaß und „verkleiden“ uns als Touristinnen auf Festen und eben auch Weihnachtsmärkten. Wir ziehen dann lustige Weihnachtsmützen an und sprechen nur noch japanisch. 😉

  25. kowkla123 sagt:

    liebe Grüße zum Wochenende

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