Stille Dialektik (Harig)

Der eine lebt riskant, der andre lebt gesund.
Der erste schöpft sich kühn die nukleare Kraft
aus dem Getreidebrei, aus dem Gemüsesaft
und steigert ganz enorm den Cäsiumbefund.

 
Der andere ergreift die Flasche aus Burgund,
in der seit Jahr und Tag, geheim und zauberhaft
und lange vor dem GAU der Geist der Rebe schafft.
Er setzt den Römer an und trinkt mit seinem Mund.

 
Was einmal Trinken war ist seitens der Reklame
abscheulich pervertiert zur Flüssigkeitsaufnahme:
was nutzt ein flacher Schluck in zeitgemäßer Hektik?

 
Es wirkt der Alkohol aus dem vergornen Treber
erweiternd aufs Gemüt und schrumpfend auf die Leber:
alternativer Hast folgt stille Dialektik.

© Ludwig Harig

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66 Kommentare zu “Stille Dialektik (Harig)

  1. dieMondin sagt:

    Alles wird verteufelt… Dabei ist Genuss wichtig für die Lebensqualität. O.k. in Maßen genossen versteht sich 😉

  2. ellilyrik sagt:

    „Leben und leben lassen“, kann ich dazu nur sagen, Lieber Lu!
    Sehr gut geschrieben.
    Alles Liebe, Elke

  3. simonsegur sagt:

    Schön. Lange her, dass ich ein Sonett gelesen habe. Weißt Du, von wann das ist? Liebe Grüße!

  4. bruni8wortbehagen sagt:

    Es klingt mies, was er uns da aufzählt, aber wie recht hat er doch.

    Ist Hektik zeitgemäß, frage ich mich und doch weiß ich ja, wie er es meint …

    Wir gehen zu sorglos mit der Nahrungsasufnahme um und einen guten alten Roten herunterzuschütten, als obs Apfelsaft wäre, ist Unsinn und genau das will er ja auch sagen.

    Natürlich habe ich über ihn nachgelesen und war erstaunt, was ich da alles fand.

    Erschrocken bin ich nur, daß er auch in saarländischer Mundart schreibt.
    Ich mag sie halt nicht …

    • finbarsgift sagt:

      Es klingt nicht mies, sondern richtig, liebe Bruni *hehe*

      Ach na ja, lass das arme Saarland doch in Ruhe vor sich hinleben *hehe*

      • bruni8wortbehagen sagt:

        😊 mies sind die Dinge, die wir falsch machen…

        Wenn ich ihn nicht selbst sprechen soll,dann ist ja auch alles gut 😂

        • finbarsgift sagt:

          oki doki *hehe*

          haha…*kicher*

          • bruni8wortbehagen sagt:

            🐞

              • chris sagt:

                ich mag Saarländer Platt
                und Badisch 😉
                Schwäbisch geht grad noch so 😀

                • finbarsgift sagt:

                  *schmunzel*
                  Mit Dialekten ist das so eine Sache…

                  • chris sagt:

                    Eben entweder man mag sie, oder eben nicht. Ganz unten rangiert bei mir sächsisch, dicht gefolgt von bayerisch. Am liebsten sind mir die norddeutsche Dialekte, bzw. Platt – da fühle ich mich zu Hause. Ansonsten wird ja nördlich der Mittelgebirge sehr gutes Hochdeutsch gesprochen (abgesehen von der Berlin, Brandenburger Gegend).

                    • finbarsgift sagt:

                      Der hannoveranische Dialekt ist mir am liebsten 🙂

                      Recht witzig finde ich Berlinerisch und Pfälzisch…

                      Nicht so attraktiv ist Bayrisch und Sächsisch…

                    • chris sagt:

                      Mein Vater kam aus Hannover – in der Tat wird in Südniedersachsen das beste Hochdeutsch gesprochen! Ich habe auch nie einen Dialekt wirklich gelernt, da zu Hause und in der Schule immer Hochdeutsch geredet wurde. Erst später im Job kam ich mit Dialekten in Berührung. Es gibt ja Leute, die gar nicht aus ihrem Dialekt raus kommen, das konnte ich nie verstehen. Ich kann Hessisch so ein bisschen nachmachen, wenn ich mit den richtigen Leuten zusammen bin. Aber es ist kein wirklicher Dialekt. Kölsch kann ich auch nicht und mag es auch nicht besonders. 😉 Meine Mutter konnte noch richtig gut Plattdeutsch , ich verstehe es, aber spreche es nicht. Ich habe mich lieber an den anderen Sprachen, wie Französisch und Englisch versucht, auch ein bisschen Italienisch und Spanisch. Das bringt einem mehr im Leben. 🙂

                    • finbarsgift sagt:

                      Da hast du vollkommen recht, das sind „Dialekte“, die die Welt versteht 🙂
                      Dankeschön für die interessanten Infos sprachlicher Art aus deinem Leben *freu*
                      Liebe Abendgrüße!

                    • chris sagt:

                      Grüße zurück ins „Ländle“… 😉

                • bruni8wortbehagen sagt:

                  Warum magst Du denn bloß Saarländisch? Du lieber Himmel, da wird unsere schöne Sprache so verunstaltet, liebe Chris, und glaub mir, ich weiß, von was ich rede 🙂

                  • chris sagt:

                    Mit dem lieben Himmel hat es weniger zu tun – warum mag man etwas und das andere nicht, das sind eben individelle Vorlieben. Mit Sächsisch kannst Du mich z.B. jagen, das mögen andere wieder niedlich finden… 😉 Ist aber überhaupt nicht wichtig!

                    • bruni8wortbehagen sagt:

                      ich dachte auch nicht, daß es mit dem *lieben Himmel* zu tun hat!
                      Es ist in diesem Falle nichts anderes als eine Redewendung

                    • chris sagt:

                      eben – und über Geschmack lässt sich halt nicht streiten. Du würdest ja auch nicht fragen, ob ich mir eine andere Lieblingsfarbe suche… 😉 😀

              • bruni8wortbehagen sagt:

  5. Anna-Lena sagt:

    Als aufgeklärte(r) Erwachsene muss jeder selbst wissen, was er seinem Körper zumuten will und kann.

    Liebe Grüße zum Abend,
    Anna-Lena

    • finbarsgift sagt:

      Keine Ahnung, liebe Anna-Lena, ob das wirklich was mit Wissen zu tun hat, denn WISSEN tun ja alle Erwachsenen, dass Zigaretten und Alkohol schlimme Nervengifte sind, und durchaus auch zum Tode führen, sehr oft sogar…
      aber was machen die Leute?! Sie saufen und rauchen sich zu Tode, obwohl sie es wissen…
      Liebe Abendgrüße vom Lu

      • Anna-Lena sagt:

        Wissen schützt doch vor Dummheit nicht, lieber Lu und gerade beim Rauchen und Trinken sollte der Suchtfaktor nicht unterschätzt werden.
        Rauchen und Sucht – ich WEISS, eine Zigarette und alles wäre umsonst. Glaub mir, auch nach 10 Monaten liegt die Sucht noch auf der Lauer….

        Liebe Grüße auch zu dir,
        Anna-Lena

  6. Karin sagt:

    🤗keinerlei Beschränkung weder im Essen noch im Trinken, aber alles ausgewogen beschenkt mich bis heute mit keinerlei Gewichtsproblemen, noch mit Krankheiten, nur geraucht habe ich noch nie. Dieser ganze neue Ernährungswahn mit bio, vegan, vegetarisch ist nur Geldmacherei, wenn wir alle bewusster und massvoller mit den Schätzen, die uns unser Planet schenkt, umgehen würden, blieben uns diese Modeerscheinungen erspart, aber Masse ist ja Klasse.
    Ich habe u.a. mit Harig vor 20 Jahren Spaziergänge mit Flaubert gemacht, wieder ein Buch, das in Vergessenheit geriet.
    Werde jetzt genüsslich ein Glas Cabernet Sauvignon von Baron Philippe de Rothschild süffeln🤗a votre sante , wo ist auf dem Tablet das oder der accent?😊🤗😊

    • finbarsgift sagt:

      Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen von meiner Seite aus, liebe Karin, ein wundervoll austarierter, ausbalancierter Kommentar, ganz herrlich 🙂
      Genüssliche Abendgrüße
      zu dir von mir,
      Lu

  7. Flowermaid sagt:

    … jeder führt so seine eigenen Selbstgespräche Lu… 😉

  8. Sternchen sagt:

    Ich mag das Gefuehl, selbst entscheiden zu koennen, was ich als Genuss empfinde. Selbst wenn ich entscheiden sollte, mein Leben zu verkuerzen, zu trinken, bis die Leber aufgibt, esse, bis ich platze……Ich war ich und war mir treu.wahrscheinlich werde ich eh sehr gesund sterben… Es wird fuer meinen Geschmack viel zu viel ins Leben hineingeredet. Liebe freiheitsliebende Gruesse, Ann

  9. Wir sollten, wir müssten….wir versuchen, gesund zu essen, Sport zu treiben etc. Dann erfahren wir von Kinderarbeit, Genmanipulation, „Cäsiumbefund.“ Gibt es etwas, dass noch unschuldig ist? Vielleicht ist „riskant“ und „gesund“ nicht so sehr getrennt….
    Herzliche Grüsse, Lu.

    • finbarsgift sagt:

      Meiner Meinung geht es in unserer heutigen Welt gar nicht mehr, „gesund“ zu leben…
      vielleicht approximativ…?!
      Wegen dem Reaktorunfall in Tschernobyl habe ich niemals mehr die geliebten Pilze direkt aus dem Wald gegessen…ein Fehler?!
      Liebe Abendgrüße
      vom Lu

  10. chris sagt:

    Auch im Wein ist Caesium,
    da macht euch keine Sorgen,
    und noch andere bunte Elemente… 😀

    Jeder soll nach seiner Fa­çon glücklich werden.
    Das Leben führt meist zum Tode, man gönnt
    sich ja sonst nichts – also frohgemut voran! 😉

  11. Da lieb ich doch mal die Kölner…
    „man muss auch jönne könne“ oder
    „nit entweder oder,…sondern
    sowohl als auch“

  12. refoexac sagt:

    Auweia und erst der Wein der Römer, mit Bleizucker versetzt. Trinkwasserleitungen aus Blei etc. etc. Uran im Trinkwasser. Gute Gene können die Folgen davon zumindest abfedern, sieht man, wie gewisse Lebewesen sich an Gifte angepasst haben. Die Evolution ist erfindungsreich wenn’s um’s Überleben geht. Nicht alle kommen durch, ist vermutlich auch nicht so wichtig, es wimmelt auch so noch genug. Soviele Menschen und jetzt suchen sie sich bereits den nächsten Planeten, auf die Venus können sie nicht, da ist es zu heiss, auf dem Mars keine Atmosphäre, bin gespannt was die Evolution für eine Antwort darauf findet. Es bleibt spannend 😀

    • finbarsgift sagt:

      Mit Sicherheit!
      Vermutlich wird jetzt demnächst der Mensch evolutionär erst mal eine größere Portion radioaktive Strahlung für lange aushalten müssen, es wird ein harter Test werden!

      • refoexac sagt:

        Nur die härtesten kommen durch. Ob man selbst dazuzählt weiss man jetzt noch nicht. Es wird ein neues Zeitalter werden. Vielleicht braucht das Leben solche Traumas weil es sich sonst nicht verändert, bestimmend ist am Schluss immer Mutter Erde. Auch die Dinos mussten da schon durch und bis auf Krokodile, ein paar andere Echsen, kam niemand durch. Kommt der Mensch durch ? Das ist eine andere Frage. hmm.

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