liebe in den zeiten der kamera

 

 

die wirklichen tage schwinden dahin einer nach dem anderen aber kaum jemand hat lust sie wirklich bewusst wahrzunehmen zu leben von früh bis spät, in zeiten von sozialen netzen und handys haben anscheinend nur noch virtuelle tage gewicht tage voller unzähliger posts und bildern in schier überabzählbar unendlichen mengen, die menschen sind in einer irrealen scheinwelt gelandet die george orwells nineteen-hundred-eighty-four und aldous huxleys brave new world noch bei weitem übertrifft, die menschheit ist am rande des wahnsinnsuniversums gelandet und es ist nur noch eine frage der zeit bis zu ihrem kollaps unter riesigen kopfhörern abgeschottet voneinander,

wen interessieren denn noch wahlen wirklich da doch eh letzten endes ein politischer megaknallkopf gegen einen anderen ausgetauscht wird die allesamt mit den bossen der wirtschaft und der industrie den guten geistern des kapitalismus und der arbeitsplatzbeschaffer hand in hand gehen mit einem großen lächeln auf dem gesicht und dick geld in der (hosen)tasche oder/und auf geheimen nummernkonten in der schweiz die sowieso jeden monetären mist mitmacht insbesondere auch geschäfte am rande der legalität durch das sogenannte reinwaschen von mafia- und drogengeldern,

die virtuellen welten verschlingen jeden tag unglaubliche mengen an wertvoller menschlicher energie worüber sich die meisten menschen noch gar nicht mal so im klaren zu sein scheinen denn sie verschleudern diese ja geradezu mit all ihrer kraft ganz offensichtlich und sogar weitgehend offenherzig für ein paar läppische bits und bytes und neuerdings klicks und smileys im gegenzug alles sehr sehr seltsam, der verlust an wirklichkeit ist bei vielen menschen inzwischen krass manche sitzen sogar immerzu am rande des internetzes und meinen zu leben oder sind kwasi eh schon vom netz vollständig eingefangen und inkorporiert und meinen dass das liebe sei virtuelle liebe aber sie ist gar nichts und raubt diesen millionen menschen nur ihre gesundheit und den wichtigen schlaf,

die liebe die wahre liebe jedoch geht der wirklichen welt in der wir füsisch leben immer mehr abhanden auch weil die menschen sich noch nicht mal mehr bemerken beim ein- oder zweifingerig tippen in der öffentlichkeit beim schreiben auf minitippmaschinen die aus der schreibmaschinensteinzeit stammen könnten, der andauernde drang minütlich zu whatsappen ist ein fänomen das vielleicht einmal irgendwelche forscher/innen in der zukunft rückblickend analysieren und ausreichend erklären werden können ähnlich wie den narzisstischen wahn dem die meisten jungen frauen von heute im zeitalter der (handy)kamera verfallen sind beim selfie alle paar minuten egal wo sie sich gerade befinden und natürlich dem sofort posten davon wichtige oberflächenpost für die gesamte welt das ist noch nicht einmal selbstliebe.

 

 

© finbarsgift   

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104 Kommentare zu “liebe in den zeiten der kamera

  1. kormoranflug sagt:

    So bin ich Dir verfallen.- 😉

  2. Art of Arkis sagt:

    Das ist es, wenn ich meine, dass es so scheint als sei die „Menschheit“ bereits abgehoben und im Orbit boden und erdenlos herumschwebend. Zu abgehoben bedeutet keine Verbindung mehr zur eigenen Basis der Menschlichkeit mehr zu haben. Und von der Mainstreamwissenschaft wird dazu hin behauptet, dort draußen sei alles leer und ohne Leben, und es lauern dort Monster in Form von alles verschlingenden schwarzen Löchern. Aumanhey, das wusste doch schon Giordano Bruno besser. Bleibt nur noch zu sagen: „hallo Houston wir haben ein Problem“ *g*

  3. da ist viel wahres dran… fein, und sehr passend, dieser atemlose stil.
    und ganz besonders der titel ist großartig!
    liebe grüße
    von diana

  4. Gleichgültigkeit ( 66 )

    „Man sieht sich !“
    sagen zwei heute lächelnd zueinander
    und
    erkennen sich morgen nicht wieder …

    Ein Nichtwollen … Oder ?
    ___
    © PachT / 2009

    • finbarsgift sagt:

      Genauso ist es, das hast du gut beobachtet, denn das ist mir auch schon einige Male unangenehm aufgefallen…

      ein seltsames, verlorenes, unmenschlich kaltes Nichtwollen, Nichtkönnen…
      ich weiß es nicht…

  5. nandalya sagt:

    Schneller, höher, weiter? Oder doch einfach STOPP!

  6. Sternchen sagt:

    die Gefahr besteht tatsächlich!

  7. Sternchen sagt:

    Fast so tragisch wie die Liebe in den Zeiten der Cholera 😉

  8. Ariana sagt:

    Ja, der Wahnsinn greift um sich, du hast das alles ganz gut beschrieben. Irgendwann fährt ‚die Welt‘, das System, sich selbst gegen die Wand, weil es niemals so ewig weitergehen kann. Es ist nicht schön und das was schön ist wird kaum noch wahrgenommen….ach….

    • finbarsgift sagt:

      Ja, ach, du hast recht…
      und ja, das denke ich auch,
      denn die technische Maschine hat den technikgierigen Menschen schon längst voll im Griff…
      und drückt immer weiter und fester zu…
      und lässt ihn nimmer los!

  9. ingeborgthoring sagt:

    … vielleicht ist Eigenliebe allgemein ein Verkaufsschlager, etwas, wodurch die Kassen wunderbar zum Klingeln gebracht werden können. Narzissmus gebraucht die spiegelnde Fläche … ob das auch ein Grund ist, wenn das Frühstück zuhause an Reiz verliert …?

    • finbarsgift sagt:

      Ganz offensichtlich ist das ja wohl so…
      denn wie anders ließe sich ein Portal wie Instagram „erklären“…

      bei MIR jedenfalls verliert es diesen Reiz in der Frühe nie 🙂

  10. es ist ein schwieriges Thema und jeder muss entscheiden wann die Grenzen erreicht sind. Können wir das alle ? Was würde passieren wenn alle ihre Geräte abschalten würden und wir uns wie früher nur noch auf das Telefon beschränken müssten ( aber bitte mit Wählscheibe und Kabel ) ! Kein Smartphone oder Iphone !
    Es würde auch weitergehen und die persönliche Kommunikation würde wieder in Gang kommen ! Aber was wäre mit WordPress und dies was wir gerade tun ! Einen Beitrag schreiben den kein Mensch auf der Welt lesen und kommentieren würde ! Ist das richtig ??? Wie schon oben erwähnt, für mich ist das Mittelmaß wichtig und entscheidend ! Ob dies jeder für sich kennt ?

    • finbarsgift sagt:

      Es ist nicht „ein“ schwieriges Thema,
      sondern – so sehe zumindest ich das – DAS schwierigste Thema gegenwärtig,
      denn die gesamte Menschheit verändert durch iPhone et al ihr komplettes Sein, ihr Verhalten, ihr Benehmen, usw. usf. …
      und gerade WEIL es KEINEN Weg zurück gibt, das ist sowieso klar!
      Also was genau tun…das ist die große Frage…
      wahrscheinlich unlösbar…

  11. Poeta sagt:

    Manchmal muss man sein Unbehagen in Worte fassen. Wir sind Teil der Maschinerie, gar keine Frage. Den Unterschied macht vielleicht die Reflektion. Der etwas bewusstere Umgang, von bewusst will ich lieber nicht reden. Ich nehme mich nicht aus von der Handymanie, vom zuviel Draufrumtippen, wobei ich mich manchmal selber ohrfeige, wenn ich meinem Kind sage: Warte mal kurz, ich will das hier eben noch zuende schreiben…

    • finbarsgift sagt:

      Ja *lächel* das mache ich immer mal wieder, wenn auch meine Beiträge dbzgl. (im Verlauf von fast 10 Jahren des Bloggens) immer seltener wurden, weil ich mich immer weniger (über die Menschheit) aufrege… *g*
      Aber dieses Mal musste es wieder sein, denn mir tun vor allem die jungen Frauen leid, die permanent (!!!) ihr Handy in einer ihrer Hände fest(!!!)halten, ja wie verschweißt damit scheinen, überall in der Öffentlichkeit, im Bus und Bahn, gehend unterwegs, im Café usw. … und alle paar Sekunden darauf schauen, in Erwartung einer neuen WhatsApp-Nachricht oder Mail oder was auch immer…

      • gkazakou sagt:

        Mich erinnert das nun an die jungen Frauen in Cafes, die hereinkamen und die Schachtel Malborough auf den Tisch legten, manchmal auch gleich zwei Schachteln, dann eine Zigarette rausschnippten, sie ansteckten … und sich erst dann sicher genug fühlten, um sich im Raum umzusehen. So viel Unsicherheit, so viel Notwendigkeit, sich angenabelt zu fühlen, irgendwie, irgendwo, und seis an einer Zigarette. Heute ist es eben das Smartphone.

  12. Es gilt wie so oft, dass wir ein gutes Maß finden müssen. Als das Fernsehen kam, schien eine Generation verloren, die sich nicht mehr vom Bildschirm lösen konnte. Jetzt ist es das Netz, die ständige Erreichbarkeit. Aber auch hier gilt wohl, dass es nur die Dummen dümmer macht. Klar, es besteht das Risiko, sich aus der echten Welt zu verabschieden, aber eben auch die Chance, ein Gespräch zu führen, dass so mit dem Nachbarn rechts oder links nicht möglich wäre. Ich bin kein Optimist, wenn es um zukünftige Entwicklungen geht, ich glaube, wir müssen lernen, Regeln aufstellen und Grenzen setzen, ich glaube, wir werden das tun, aber wie immer, erst spät und wenn es nicht mehr anders geht.

  13. Give a little bit of your love to me… (1977)
    Vierzig Jahre später geht es nicht mehr um „a little bit“ – heute sind es Megabyte. Wenn das kein Fortschritt ist. (und sie schritten fort, aus dem menschlichen Leben – auf Nimmerwiedersehen)

  14. ventisqueras sagt:

    che da per li occhi una dolcezza al core
    che intender no la puà, chi no la prova
    Fra Jacopone da Todi
    scritta in italiano arcaico, sono arcaiche ormai anche le parole?

    • finbarsgift sagt:

      I know,

      my words must be nearly impossible to understand, dear Annalisa, and no automatic translator is able to translate this seriously, what I have written here in a quick draft,

      said in a nutshell this is:
      how can we cope with the change of the people in the world, massively influenced by modern techniques like Internet and Handys and social networks,
      not losing even more and more contact to the one and only real life,
      and not disappearing in a world wide virtual net,
      which draws even more human energy from day to day…

  15. Meine Art sagt:

    …meist werden nur noch Nichtigkeiten ausgetauscht oder Videos die witzig sein sollen, Gespräche sind so kaum möglich.

    • finbarsgift sagt:

      So ist es…
      und trotzdem sehe ich täglich überall Menschen wie blöd und völlig abwesend auf ihren Smartphones herumtippen und auf Antworten warten…
      von der Gegenwart fast völlig abwesend…

  16. TeggyTiggs sagt:

    …stimmt alles…

    …ich komme zum arabischen Schrotthändler ohne Termin und Vorankündigung und erzähle dort vom Anschlag auf mein Auto, er schaut nach, borgt mir vier Räder…also mit Reifen, er und seine Mitstreiter schimpfen auf die brutale Welt…und ich fahre mit vier Ersatzrädern davon, die ich morgen oder übermorgen…je nach Wetter und Hilfe, die ich benötige, um das Auto vom Feld zu ziehen, wieder zurückbringe…nur mal so, alles ohne Handy und Absprache, ohne Geld…ich glaube fest an Menschen und daran, dass die allermeisten gut sein wollen und sind und dass Handys zB. auf dauer den wirklichen Kontakt nicht ersetzen können, auch wenn es mich selbst immer wieder nervt, das Monitorgeklicke….doch ich bin optimstisch, Netz und Handys mögen vergehen, gute Menschen wird es geben, solang wir nicht ausgestorben sind…

    ….und, lass einfach mal den Strom ausfallen…geht ganz schnell…

  17. Jaaaa, endlich mal wieder ein klein geschriebener Text mit einem großen Inhalt. Danke!

  18. Ich mag es, dass du größtenteils auf die Satzzeichen verzichtet und praktisch alles aneinander gereiht hast, so kam man sich selbst irgendwie ziemlich schnell beim Lesen vor, als stünde man unter Druck, als wäre man gehetzt, so wie alle sind. So wie alles zu sein scheint – schnelllebig, gehetzt, konkurrierend …

  19. chinomso sagt:

    Die Dosis macht das Gift.

    Ich mag deinen atemlos und geradezu verzweifelt klingenden Beitrag voller Anklage.

    Aber ich bin nicht ganz deiner Meinung. Das Netz bietet so viele Vorteile, knüpft so viele Bande. Nicht nur der Liebe, auch der Freundschaft. Es bringt Menschen zusammen, die sich sonst nie begegnet wären. Man muss eben nur übers Display hinaus schauen und sich selbst in Bewegung setzen. Auf andere zu. Jeder kann das. Und jeder kann andere dazu einladen.

  20. Anna-Lena sagt:

    Wir hängen alle tief mit drin in dieser Wahnsinnsmaschinerie, doch ich denke auch, die Dosis macht es. Das reale Leben sollte immer Priorität haben und das, was unser Menschsein ausmacht, sollte nicht zu kurz kommen. Aber diese Gratwanderung ist schwierig und dennoch eine Herausforderung.

    Danke für deine nachdenkenswerten Appelle, lieber Lu 🙂 .

    • finbarsgift sagt:

      „Das reale Leben sollte immer Priorität haben“, genauso ist es, liebe Anna-Lena,
      bei vielen Menschen, denen ich tagtäglich in der Stadt begegne, habe ich allerdings nicht mehr das Gefühl, dass das so ist…

      sie „wandeln irgendwie“ durch ihr Dasein, ohne es wirklich wahrzunehmen, denn mit ihren Gedanken sind sie sonstwo, oft weit weg, auf der Welt…

      Herzlichen Dank dir für deinen feinen Kommi!
      Liebe Abendgrüße vom Lu

      • Anna-Lena sagt:

        Dieses „sie wandeln irgendwie“ stelle ich auch immer wieder fest, doch jede(r) muss wissen, wie weit er sich von diesen Dingen abhängig macht.
        Eltern und Pädagogen haben da eine enorme Verantwortung und ich denke, ich bin meiner nach bestem Wissen und Gewissen nachgekommen.

        Liebe Grüße auch aus meinem Abend,
        Anna-Lena 🙂 .

  21. Carrie Shawl sagt:

    Neulich las ich, dass sogar Sex statistisch wesentlich weniger geworden ist, seit es Smartphone gibt. Wusste gar nicht, dass das so erregend ist 😉

  22. bruni8wortbehagen sagt:

    Es haben schon so viele Leserinnen und Leser so wundervoll und passend kommentiert, daß mir kaum noch etwas zu sagen bleibt.

    Es stimmt, wie atemlos scheint Dein Text, eindringlich zusätzlich durch Deine Schreibweise, fast wie ohne Punkt und ohne Komma, also ein Text, den Dir die Seele schrieb, die sieht, was ringsum geschieht, wie sich die Menschen selbst ins Abseits befördern und wie sie meinen, das Virtuelle sei das allein selig machende.
    Ach, wie irren sie alle und kommen doch nicht aus dieser Spirale, die so toll einlullt und wie eine Sucht ihre Gedanken nur noch in eine einzige Richtung lenkt – weg von der Wirklichkeit.

    Wie wollen sie dann die Realität bestehen? Sie lassen nur noch geschehen, nicken kurz und gleichgültig und haben keine Ahnung um was es geht, obwohl es so wichtig wäre …

    • finbarsgift sagt:

      Danke für deine bestätigenden Gedanken, liebe Bruni,
      herzlichen Gruß zum feinen Abend
      vom Finbar

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Wie sollte ich sie auch nicht bestätigen, lieber Finbar,
        wir sehen und hören alle, was diese Sucht anstellen kann.
        Es ist verführerisch, seine Umwelt auszuklammern, zum großen Teil zu vergessen
        und tief in virtuelle Welten einzutauchen.
        Es scheint, als seien sie einfach zu verstehen, wobei ich persönlich oft das Gefühl habe,
        daß sie sehr schwer zu durchschauen sind und viel zu kompliziert für mich.
        Wie gehe ich z.B. mit Twitter oder Facebook um? 🙂
        Ich habe keinerlei Ahnung und vermisse sie nie …

        Liebe Grüße zur Nacht von Bruni

  23. Seit nun fast einem Jahr bin ich „entschleunigt“ und empfand den Beitrag als anstrengend – aber nur wegen mir. Du hast das klasse umgesetzt, Respekt. 🙂

  24. Danke für diesen nachdenkenswerten Beitrag. Die Konsequenz wären viele Entfolgungen oder einfach nicht mehr Verfolgen von Blogs, die ich schon eine Weile begleite – aber wäre das nicht genauso, als wenn ich das Leben meiner Freunde im RL nicht mehr verfolgen würde? Es verbergen sich doch Menschen hinter dem, was ich da lese.
    Ich schalte immer wieder Tage ein, an denen ich wenig bis gar nicht im Netz lese und hole die verpassten Beiträge später nach. Für mich ein guter Kompromiss, mich vor lauter Eindrücken nicht zu vergessen.
    Sehr lieber Gruß!

  25. kowkla123 sagt:

    da ist was drann, einen schönen Gruß zur Wochenmitte

  26. Ab und zu fahre ich mit dem Zug und jedes Mal sehe ich dann um mich herum fast nur noch Personen, die auf kleine Bildschirme gucken. Da stelle ich mir dann regelmäßig die Frage, ob sie überhaupt noch mitbekommen, dass da vielleicht ein sehr sympathischer Mensch direkt neben ihnen sitzt. Ich bin auch der Meinung, dass das Netz zwar wertvoll ist, aber mitunter überstrapaziert wird. Danke für diesen sehr lesenswerten, nachdenklichen Text, lieber Lu!

    Gruß Constanze

  27. gkazakou sagt:

    ich fürchte, lieber Finbar, du hast da a point, wie die Briten sagen. Ständig verteidigt man sein wirkliches Leben gegen das ach so interessante virtuelle. Oder vielmehr: ich tu das, seit ich vor ca zwei Jahren mit dem Bloggen begann. Vielleicht sind wir wie auf der mittelalterlichen Gravour, wo jemand den Kopf ins bestirnte Universum streckt und dabei den Bodenkontakt verliert. LG Gerda

  28. Hi, lieber Lu,
    endlich mal ein
    treffender, toller, expressiver Text.
    Grüße in die Kesselstadt.
    h.s.

  29. Videbitis sagt:

    Ich habe kürzlich einen Kurzfilm gesehen, da bewerteten sich die Menschen gegenseitig mit Likes, und jeder kann sofort ablesen, welchen Punktestand man hat zwischen 1 und 5 Sternen. Je näher man der 5 kommt, desto besser. Wenn man jemanden unter drei Sternen kennenlernt, sollte man vorsichtig sein, und wenn jemand nur z.B. 1,5 hat, sollte man schnell das Weite suchen, weil man sonst Gefahr läuft, in seinen Sog zu geraten: Man kriegt keine günstigen Kredite mehr, keine Rabatte und verliert ganz allgemein an Ansehen. Man liked am besten nur die Leute, die schon einen hohen Punktestand haben, in der Hoffnung, von ihnen und ihrer Entourage zurückgeliked zu werden …
    Erschreckend, aber vielleicht sind wir gar nicht so weit weg davon, neulich habe ich gelesen, daß die Leute tatsächlich ein libidinöses Verhältnis zu ihrem Smartphone entwickeln.

    • finbarsgift sagt:

      Das klingt ja furchtbar…

      Das mit dem libidinösen Verhältnis kann man diesen Menschen ja förmlich ansehen,

      aber das mit den Punkten ist ja schlimmer als in jedem Science Fiction Film!

  30. Videbitis sagt:

    Facebooker sind, glaube ich, gar nicht mehr so weit entfernt davon.

    Das ist eine Folge aus der dystopischen, bitterbösen und wirklich ausgezeichneten englischen Serie „Black Mirror“. Die einzelnen Folgen sind alle in sich abgeschlossen, hier kannst Du die Geschichte etwas genauer nachlesen, wenn Du möchtest:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Black_Mirror_(Fernsehserie)#Staffel_3

    Aber Du guckst gar kein Film und Fernsehen, oder?

  31. sam sagt:

    Für Menschen mit Denkorgan war das alles absehbar. Gesteuert von Politik und globalistischer Wirtschaft. Erzogen zu arbeitenden, nutzbaren Individuen, die gefälligst auch in den Pausen kontrolliert sein sollen und dabei auch konsumieren. So lassen sie sich auch leicht steuern, vertrauen einem stromhungrigen Gerät, während sie sauteure Sparlampen unterworfen wurden und demnächst trotzdem auf Stromautos umsteigen sollen.

    Unterwerfen sich ohne Rückfrage der Industrie die Nahrung herstellt und mittlerweile maximal Gewinn orientiert hochwertige Rohstoffe durch minderwertige Rohstoffe ersetzt. In fast jedem Produkt ist bereits Soja enthalten (mal die Zusatzstoffe auf Verpackungen gebau anschaun-Sojalezithin ist überall drinnen-Brot, Wurst, Milchprodukte, Schokolade usw) http://www.sylt-gesund-leben.de/texten/SOJA.HTM Wissenschaftliche Berichte werden nur durch interessensbezogene Industrien veröffentlicht, andere unterdrückt. Die Pharmaindustrie klatscht in die Hände. Krankheiten werden herbeigewirtschaftet. Die Nahrungsmittlindustrie lukriert Maximalgewinne wie nie zuvor. Aktionäre die mit Lebensmittelrohstoffe handeln verteuern zusätzlich die Nahrung und die digitalen Konten gehen in unvorstellbare Milliarden. Während Menschen neben vollen Kornkammern verhungern müssen.

    Durch die Überbevölkerung wächst auch die Angst in den Regierungen, da wollen sie die Massen sobald wie möglich im Griff haben. Die Unterwerfung an die Digitalisierung macht es spielerisch möglich. Nichts, absout nichts in der Politik geschieht zufällig. Die Glaubenskriege und das Aufhetzen funktioniert seit mehr als 2000 Jahren mit Hilfe der Religionsgründer, Hand in Hand mit den Regierungen. Das bewusste Befeuern von Angst durch sämtliche Medien passiert mehrmals täglich, obwohl so viele Steuereinnahmen wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit zwangs-abgepresst wurde und wird.

    Den Globalisierungsheuschrecken wurden schon vor langer Zeit durch korrupte Regierungen Tür und Tor geöffnet und die Privatisierungswelle von Staatseigentum, dem Bevölkerungseigentum, durch Angstmachen und unqualifizierten Politikern, auf Nimmerwiedersehen verscherbelt. Strom, Heizung, Gas, Kommunikationskanäle, Post, Arbeitsmarktverwaltung, öffentliche Verkehrswege, Rohstoffquellen, Latifundien, usw, usw, usw…verkauft, privatisiert. Die Preise werden über einzelen Konzerne in die Höhe getrieben, und sie bekämpfen sich noch untereinander bis jeweils nur noch 1 Kozern bestimmt und das Sagen hat. Aber vor allem dann den Preis bestimmt. Dann ist es absehbar, dass dann nur noch die überleben werden, die stark sind und für 1 Kilo Brot ein Vermögen hinlegen müssen. Die, die nicht überleben können, die, die krepieren, sehen diese „Wesen“ als Reinigung des Planeten, als nötigen Kollateralschaden, und die Überbevölkerung wird dann kein Thema mehr sein.

    Die eigene Passivitätskompetenz zu ritualisieren, verlängert die Lebensqualität. Dazu braucht es aber Vorbilder und in den meisten Fällen sind es die Eltern die die Kinder „machen“, die die „Menschen“ zu „Menschen“ machen.

    Mündige Bürger auf den Straßen sieht man selten und das hängt alleine von den Vorbildern ab. Das Bild in der Öffentlichkeit, von der Wirtschaft herangezogen, bereits offensichtlich unmündig gemachte Bürger, mit dem gesenktem Schädel, daraus hängende Kabel, scheint schon als Normalität hingenommen zu werden. In Schweden lassen sich „Menschen“ schon seit 3 Jahren chipen, da sie das „Gerät“ nicht mehr mit sich herumschleppen wollen. Wenn taubblinde, ferngesteuerte Menschen sich dumme von der Regierung und Wirtschaft vorgegebene Vorbilder nehmen und die Intelligenten in der Minderzahl sind, dann regieren die Dummen die Welt.

    Durch die Überbevölkerung, fühlt sich die impertinente, arogante, egoistische Elite bedroht. Energiereserven und Rohstoffe sehen sie von der Masse verschwendet. Die Digitalisierung, wo die Unmündigen in Massen mitmachen, ist ein weiterer Schritt die Menschen zu ersetzen. Die Roboter für die Arbeit, werden dazu auch noch selbst von den Menschen gebaut. Noch rechtzeitig, bevor die Wachen auf die Barrikaden gehen und Stopp schreien.

    Steve Jobs hat seinen Kindern verboten am Computer zu spielen und sich anzukabeln. Er wusste warum. Genauso wie es verantwortliche Elite-Eltern wissen. Nur die Masse lässt man in dem Glauben, wenn sie da nicht mitmachen, als Rückschrittlich zu gelten. Sie nehmen alles was präsentiert wird, als MUSS hin, anstatt sie selbst ihr Denkorgan benutzen. Sie werden darauf hingedrillt, dem kleinen Gerät zu vertrauen, zu folgen, Befehle zu empfangen, ohne zu hinterfragen.

    Wie unmündige Lemminge marschieren sie einen vorgezeichneten Weg und landen in ihrer Selbstbewusstseinslosigkeit im Nichts.

    • Fotohabitate sagt:

      Wow! Bei diesem gnadenlos ehrlichen und sicher auch zutreffenden Text kann es doch aber wohl kaum verwundern, wenn die sich hilflos fühlenden Opfer dieses Weltsystems in die virtuellen Welten abdriften, um hier wenigstens ein Mindestmaß von einem Gefühl an Selbstbestimmtheit und -kontrolle zu erfahren.
      Ich bleibe lieber positiv gestimmt, denn ich weiß – dank des Internets und diesen tollen Kommentaren hier – ich bin mit meiner Einstellung nicht alleine und ob ich mich zum Oper mache, hängt meiner Erfahrung nach ziemlich stark von meiner Einstellung ab. 😉

  32. akpancho sagt:

    Du hast ja so recht lieber Lu, genau so ist es ! Man kann nur für sich selber entscheiden in welchem Maß man in dieser virtuellen Welt mitspielen will. Und ich fürchte das ist erst der Anfang. Die Menschen sind komisch.Ich auch. Ich gehe jetzt in den Wald.Ohne Telefon 😉
    Viele liebe Grüße an dich und einen schönen Sonntag, Andreas

  33. Fotohabitate sagt:

    Toller Post und tolle Kommentare! Das würde ich ohne das www doch stark vermissen. Ich denke ebenfalls „Die Dosis macht das Gift“. Wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche den reflektierten Umgang mit der virtuellen Welt erlernen und dass ihnen der Wert der realen Welt stets bewusst gemacht wird. Da haben die Eltern, die Schule und die Gesellschaft eine ziemlich große Aufgabe. Ich kenne einige Eltern, die ihre Kinder mit diesem Bewusstsein erziehen und auch diese sitzen sicher mal morgens in der Bahn mit nach unten gerichteten Blick. Ist also auch immer so ne eigene Wahrnehmungssache, ob tatsächlich niemand mehr ohne Smartphone kann. Früher waren es nämlich die Tageszeitungen, die als Konversationsverweigerer angesehen wurden… 😉

    • finbarsgift sagt:

      Herzlichen Dank *freu*

      Ein SEHR guter und SEHR passender Kommentar zum Thema,
      vielen vielen Dank dafür!

      Und jaaaa, was früher die Zeitungen waren, sind heute Tablet und Smartphone *schmunzel* irgendeinen Grund gibt es immer, sich nicht auf die „lieben Mitmenschen“ einzulassen,,,
      (da fällt mir gerade auf, wie eng verwandt die beiden Anglizismen Smalltalk und Smartphone in der deutschen Sprache sind *g* )

      Viele Grüße!

  34. refoexac sagt:

    Genau ! Und auch wenn ich füsisch unterwegs bin, ist das was die Menschen reden ebenfalls unterirdisch. Zum tausendsten Male hören, das sind die Guten und das sind die Schlechten, diejenigen muss man steinigen und die anderen in den Himmel loben. Wiederholung Wiederholung Wiederholung, ach wie langweilig.

    Da finde ich es unheimlich befreiend auf Wikipedia die Schiffsuntergänge der letzten 200 Jahre nachzulesen, vieles schön detailliert beschrieben, Kopfkino pur, besser als jeder Film. Echte Tragik kann kein Zombiemärchen toppen.

    • finbarsgift sagt:

      Und doch, lieber Josef, besteht unser Leben aus unzähligen Wiederholungen,
      der Alltag ist voll davon…

      DAS klingt interessant!
      Ich habe das mal zum Thema Flugzeugabstürze gemacht, furchtbar, tragisch, einprägsam, zum Beispiel der Zusammenstoß zweier Maschinen auf Teneriffa vor vielen Jahren; minutengenau kannst du darüber ALLES in Wiki nachlesen, unglaubliche Geschichte, spannender als alles, was ich zuvor an Fiktionen las…

      Liebe Grüße an dich von mir, Lu

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