Berühren, ein Muss

Du sagst
Ich soll Deinen Rücken entzücken
Er liegt entblößt vor mir
Ich muss ihn wieder streicheln
Mit meinen Kinderfingern
So zart wie möglich
Immer und immer wieder

Mit der Zeit tut mir die Hand weh
Du aber genießt das Kitzeln
Wie du es nennst
Immer und immer mehr

Es bereitet dir offenbar Lust
Ich tue mein Bestes
Fast bis zum Armkrampf
Immer und immer weiter

Irgendwann ist die Musik von Deinem
geliebten Mozart endlich vorbei
Die das Streichelgeschehen stets begleitet
Dann bin ich für heute erlöst

© finbarsgift

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

68 Kommentare zu “Berühren, ein Muss

  1. Da hilft nur fleißig trainieren lieber Lu 😉 Dir einen krampffreien Sonntag 🙂

  2. Ja, so etwas gibt’s, lieber Finbar 😦

  3. teekay1st sagt:

    Schönes Gedicht und viel Raum für Interpretation… 👍🏻

  4. … deine zeilen lassen mich sehr nachdenklich zurück, lieber lu.
    alles ist schön und spielerisch… bis zu einem gewissen punkt, der nicht überschritten werden sollte. ein intensives gedicht!
    einen lieben sonnigen gruß zu dir
    von diana

  5. Wili sagt:

    Mich schockieren und schmerzen die Zeilen und ich würde am liebsten dazwischen gehen. Es wirkt wie eine mächtige Angst, schlimmer als krampfende Fingerchen.

  6. Art of Arkis sagt:

    Puhh ! Das ist hart! Lieber Lu, dies und deine mutige, poetische „Offenheit“ … Hand aufs Herz … und lieben Gruß.

  7. autopict sagt:

    Bedrückend und teils wenig thematisiert, verdrängt, jedoch nicht weg.
    Dennoch ein schöner Sommertag: Vögel zwitschern, Schmetterlinge fliegen, ein warmer Abend im Freien, ein kühles Glas Weißwein und dem Mond beim Aufgehen zusehen.

  8. bruni8wortbehagen sagt:

    Du schreibst es Dir von der Seele, lieber Finbar, und es ist gut, WIE Du es tust.
    Ich würde den Mut dazu nicht aufbringen. Aber ich glaube, es ist eine wundervolle Idee, sich freizuschreiben, oder es wenigstens zu versuchen.
    Ich versuche es mit vielen anderen Dingen und verstecke doch zu vieles

    Nachdenklich bin ich schon, seitdem ich es das erste Mal gelesen habe und jedes Mal, wenn ich dann nochmal lese, berührt es mich sehr und dieses Gefühl nimmt nicht ab

    Ich grüße Dich herzlich

    • Es geht mir wie Dir, liebe Bruni. Bei jedem Lesen werde ich betroffener, nachdenklicher und ich weiß nicht, ob ich den Mut hätte. Aber Du, Lu, machst es auf eine zarte Weise, die umso mehr bedrohend wirkt auf den Leser. Lachende Gewalt ist, vielleicht, grausamer als rohe Gewalt. Man spürt, kann aber diese Form der Gewalt nicht greifen….
      Seid herzlich gegrüßt. Priska

    • finbarsgift sagt:

      Herzlichen Dank dir, liebe Bruni, für deine einfühlsamen Worte…
      Liebe Grüße vom Finbar

      • bruni8wortbehagen sagt:

        Es ist ja ein Text, lieber Finbar,der keinen,der ihn liest,unberührt läßt! Er berührt vor allem durch seine scheinbare Sachlichkeit, die alle Empfindungen zurückhält und genau das wird sehr spürbar und weckt in höchstem Maße unser Mitempfinden ,lieber Finbar

  9. Corona sagt:

    Welch Wort-und Zeilenspiel. Da ahnt man nichts, und dann kämpft man sich mit von Zeile zu Zeile , bis die Musik endlich verklungen ist.

  10. Anna-Lena sagt:

    Schreiben hilft zu verarbeiten und das begleitet dich schon einige Jahrzehnte. Ich hoffe und wünsche dir, dass du verarbeiten kannst, wozu man dich zwang, lieber Lu.

    Herzliche Grüße zum Abend,
    Anna-Lena

    • finbarsgift sagt:

      Seitdem er tot ist, liebe Anna-Lena, habe ich große Fortschritte gemacht…
      Herzlichen Dank für deine feinen Worte!
      Liebe Morgengrüße vom Lu

      • Anna-Lena sagt:

        Meine Mutter muss Ähnliches mit ihrem Vater erlebt haben, sie hat sich nur in Andeutungen geäußert. Als er starb, fielen die Steine der Erleichterung.

        Herzliche Grüße
        Anna-Lena

        • finbarsgift sagt:

          Das kann ich mir gut vorstellen, liebe Anna-Lena!
          Dankeschön für’s Erwähnen…
          Da scheint es mir sehr viele Betroffene zu geben!
          Herzliche Grüße vom Lu

          • Anna-Lena sagt:

            Und es hört nicht auf, lieber Lu. Und Kinder reden nicht darüber, das wird ihnen eingeimpft. Also müssen wir als Erwachsene die Augen doppelt gut aufhalten.

            Herzlichst
            Anna-Lena

  11. maribey sagt:

    Puh, sehr bitter, wenn Berühren ein Muss darstellt. Deine Liebe zu Mozart hat dies überdauert.

  12. ingeborgthoring sagt:

    Lieber Lu, ich wünsche Dir eine gesunde Nachtruhe, damit der Tag frisch beginnen kann. Dein Text ist sehr aufwühlend. Herzliche Grüße Inge

    • finbarsgift sagt:

      Dankeschön liebe Inge…
      Das alles wühlt mich immer weniger auf, je länger er schon tot ist…
      Hab einen schönen Tag,
      Herzliche Morgengrüße vom Lu

      • ingeborgthoring sagt:

        Jeder Tag kann Schönes hoch wühlen, etwas, was man gerne machen möchte und aus irgend einem Grund immer verschoben hat …
        Ich wünsche Dir einen interessanten Tag heute, viele Grüße Inge

  13. chinomso sagt:

    Traurig. Ich wünschte ich könnte dir helfen die Erinnerungen auszulöschen.

  14. schwere Gedanken, lieber Lu, die auch die mitgebrachte frische Nordseebrise nicht fortwischen kann.
    Danke, dass du mir erlaubst, in kleinen Puzzlestücken mehr und mehr von dir zu erfahren, wobei bisher lose Teile dann plötzlich mal zusammenfinden.

    Liebste Sonnenscheingrüße

  15. Lieber Lu,
    die Verstörung, die sich langsam aufbaut beim Lesen, beim Mitfühlen mit diesem kleinen schmerzenden Kinderärmchen, das den Schmerz von den Fingern in die Seele leitet, leiten muss. Es tut mir sehr leid.

    Vielen Dank für deine Offenheit und alles erdenklich Gute für dich.
    Viel Zartheit und Liebe für die nun erwachsenen Finger und die vielleicht noch kindliche Seele um weiter zu wachsen und zu heilen.

    Herzliche Grüße zu dir
    „Benita“

  16. ellilyrik sagt:

    Lieber Lu,
    bin tief berührt und bestürzt über deine Zeilen.
    Obwohl ich es auch kenne…!
    Traurige Grüße, Elke

    • finbarsgift sagt:

      Oh je, liebe Elke, ich denke, es sind mehr als ich mir vorstellen kann…
      Dankeschön für deine einfühlsamen Worte!
      Mitfühlende, herzliche Grüße vom Lu

      • ellilyrik sagt:

        DANKE DIR, lieber Lu!
        Ja die Dunkelziffer liegt enorm hoch und wächst ständig….! Es ist zum heulen….!
        Trotzdem wünsche ich Dir ein angenehmes
        Wochenende.
        Sonnen- und Herzgruß Elke

  17. sternchen sagt:

    Wenn Eltern manchmal wüssten, was sie anrichten. Berühren sollte nie ein Muss sein! Und Kinderseelen sind so viel zarter….und manchmal muss man einfach mit Menschen abschliessen, egal wie nah sie einem standen! Es tut einfach nicht gut. Alles Liebe, Ann….PS: Das Gute ist, man kann es besser machen!

    • finbarsgift sagt:

      Wie recht du hast, liebe Ann!
      Dankeschön für deine einfühlsamen Worte zu meinem Poem…
      Herzliche Morgengrüße vom Lu

      • sternchen sagt:

        Genau das war es, was mich an meinem Kommentar störte.Ich ewähnte nicht, dass es sich um ein sehr gefühlvolles Poem von erlebtem Schmerz handelte. Have a great day, Lu! and thanks;-)

  18. bernard25 sagt:

    Bonjour ou Bonsoir

    La plus belle des choses que tu possèdes

    Sait ce nouveau jour

    Alors sois heureux ou heureuse

    Aujourd’hui il est à toi

    Décide toi même de ce que tu veux faire

    Travail ou loisir

    Ce jour vis le , emplie le , chante lui ton bonheur

    Dis à ce jour que tu l’aimes et profite d’être là Pour Ce Jour

    Gros bisous Bernard

  19. bmh sagt:

    bezaubernd, lieber Lu, wirklich bezaubernd.
    Ich wünsche Dir eine gute Nacht.
    Barbara

  20. akpancho sagt:

    Lieber Finbar,
    oh es tut weh dieses Gedicht von dir bis zum Ende zu lesen. Und um so öfter ich es lese desto mehr schmerzt es.
    Mozart kann nichts dafür. Ich weiß nicht ob ich die Kraft hätte die Musik zu genießen ohne an den Vater denken zu müssen. Das Leben ist nicht immer gut. Und gerade als Kind ist es wichtig das man dort wo man zu Hause ist auch zu Hause ist.Bei den Menschen die man doch eigentlich liebt.
    Das ist grausam. Das ist Missbrauch.
    Es tut mir sehr leid das du so etwas erleben musstest.
    Liebe Grüße lieber Lu,
    Andreas

    • finbarsgift sagt:

      Herzlichen Dank, lieber Andreas, für deinen feinen, einfühlsam menschlichen Kommentar,
      er hat mich wirklich seeeehr gefreut!
      Einmal als Kind missbraucht, schon bist du lebenslang damit befasst…
      und sobald ich was irgendwo von Mozart höre(n muss),
      dann sowieso…
      Liebe Mittagsgrüße
      vom Lu

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