Der Tod ist nichts (Péguy)

 

Der Tod ist nichts,
ich bin nur in das Zimmer nebenan gegangen.
Ich bin ich, ihr seid ihr.
Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
seid nicht feierlich oder traurig.
Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich.
Betet für mich,
damit mein Name im Hause gesprochen wird,
so wie es immer war, ohne besondere Betonung,
ohne die Spur des Schattens.
Das Leben bedeutet das, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchschnitten.
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg,
nur auf der anderen Seite des Weges.

 

© Charles Péguy

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67 Kommentare zu “Der Tod ist nichts (Péguy)

  1. Weena sagt:

    Wenn man schon einen engen Menschen durch den Tod verloren hat, geht dieser Text sehr unter die Haut

  2. Corona sagt:

    Das sind wahrlich tröstende Worte. Sehr schön, berührend.

  3. www.wortbehagen.de sagt:

    Lieber Finbar, du hast das schönste und beste ausgesucht ,das es gibt.
    So ist es wirklich So ist es wirklich und einen besseren, schöneren Trost kenne ich nicht, ausser der Hand, die mitfühlend nach deiner greift

  4. Die Gedanken wandern zum tiefen Schmerz, den der Tod hervorruft und möchten wie ein Pflaster wirken …

  5. hanneweb sagt:

    Eine sehr schöne Grabrede… und der Tod ist ja eigentlich schon wenn wir geboren werden unser täglicher Begleiter, vor dem wir uns nicht fürchten sollten.
    Liebs Grüßle und einen schönen lebendigen Tag wünsche ich dir🌞🍀🌻

  6. ellilyrik sagt:

    Lieber Lu,
    diese Zeilen berühren mich sehr.
    Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes passiert?
    Alles Liebe, herzlichst Elke

  7. All dies wissend ist doch im Beginn des Scheidens die Endgültigkeit brutal. Einen geliebten Menschen nicht mehr durch die Tür kommen zu sehen, obwohl sich ein Geräusch doch so anhörte, ihn/sie nie wieder in die Arme nehmen zu können. Auf Dauer jedoch ist dieses Gedicht in seiner Wahrhaftigkeit ein gewaltiger Trost.

  8. Das sind wirklich tröstende Worte – doch die Realität sieht häufig ganz anders aus.

  9. ich liebe dieses gedicht!
    ich dachte jedoch, es sei von henry scott??
    herzliche grüße an dich, und alles liebe
    von diana

  10. kowkla123 sagt:

    man muss es aber können, Klaus

  11. utesmile sagt:

    This is lovely and it does help, it did help me a lot when I lost a loved one. Condolences.

  12. Hallo lieber Lu,

    in Gedanken bin ich jetzt bei Dir. Aber Dunkelheit und Trauer ziehen wieder fort und machen Licht und Freude Platz.

    Mit einem ganz lieben Gruß vom Paul

  13. Anna-Lena sagt:

    Meine Gedanken sind bei dir, lieber Lu.
    Mit stillen Grüßen
    Anna-Lena

  14. Hey Lu – wie treffend diese Zeilen, für einen lieben Menschen.
    Er würde sich bestimmt darüber freuen.
    Ich drück Dich!
    Alles Liebe,
    Michael

  15. …eine Zeile aus diesem Gedicht eröffnete den Dank an alle die mitgefühlt haben beim Tod meines Vaters
    Die Zimmer sind verbunden durch offene Türen und Fenster
    Dich mal sanft umarme

  16. schreiblaune sagt:

    Mein aufrichtiges Beileid, lieber Lu. Das ist immer schlimm – und die von dir gefundenen Worte von Charles Péguy sind zum Weinen schön.

  17. kowkla123 sagt:

    lasse es dir gut gehen, Klaus

  18. pflanzwas sagt:

    Ein sehr sehr schönes, berührendes Gedicht. Es erinnert mich an eins von Saint-Exupéry. Ich weiß den Titel nicht, aber ein paar Zeilen:
    Ich bin von euch gegangen, nur für einen Augenblick,
    und gar nicht weit.
    Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin,
    werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.

    Dir alles Gute, lieber Lu !

  19. bmh sagt:

    ein schönes Gedicht von Charles Péguy.

    Wer hat es sich nur ausgedacht und beim Wort -„Tor“
    das „r“ ersetzt und daraus „Tod“ gemacht?

    Lieber Lu, ich grüße Dich herzlich

    Barbara

  20. kowkla123 sagt:

    bei mir ist heute Ruhetag angesagt, Klaus

  21. Meine Art sagt:

    Lieber Lu,

    mein Beileid, ich hoffe dir geht es einigermaßen, jetzt beginnt die Zeit der Erinnerung.
    Das Gedicht kenne ich und ich finde es sehr passend..

    Liebe Grüße
    Astrid

  22. So fühle ich mit einem lieben Menschen, der gestorben ist, aber immer noch mit uns, durch unsere Geschichten etc., verbunden ist.
    Liebe Grüße. Priska

  23. Leela sagt:

    ein faszinierendes Gedicht…
    vielleicht ist es so…
    vielleicht sind sie wirklich mitten unter uns und wundern sich darüber, warum wir sie nicht mehr wahrnehmen…
    vielleicht sollten wir sie aber auch einfach vergessen und ziehen lassen…
    manchmal möchte ich die Antwort fühlen und wissen, was ist, wenn das, was ist nicht, nicht mehr ist…

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