giovanni gnocchi am violoncello (Wagner)

 

 

giovanni gnocchi spielt bach, während draußen
der sommer ist, die hitze, die stadt.
die göttlichste hummel aber ist hier,
verirrt im kühlen saal, fliegt träge
von note zu note, von blatt zu blatt.

giovanni gnocchi spielt bach, aber bach
spielt auch ihn, läßt seine finger klettern
wie blasse matrosen in der takelage,
während draußen die hitze ist, juli, die stadt.
und alles setzt segel. und alles legt ab.

© Jan Wagner

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47 Kommentare zu “giovanni gnocchi am violoncello (Wagner)

  1. Corona sagt:

    Bringst mit diesem Gedicht die Hitze in den Winter. Und ich sehe der Hummel zu, wie sie im Takt umherfliegt. 😄

  2. Karin sagt:

    Ich mag die Poesie des diesjährigen Büchner Preisträgers schon lange. Ein schönes Beispiel hast Du ausgesucht🤗Montagmorgengruss an Dich, Karin

  3. wow, gefällt mir sehr! 🙂

  4. gkazakou sagt:

    Ein geniales Gedicht, ein ganz neuer ungewohnter Ton. „… aber Bach spielt auch ihn“. Ich danke dir für diese Bekanntschaft.

  5. Ohje, ich bin die einzige Banausin hier, ich werde hungrig, wenn ich das lese … 😉

  6. Paleica sagt:

    das gedicht mag ich sehr! dass der herr gnocchi heißt amüsiert mich dennoch sehr. gab es bei mir am samstag zu mittag – und heute die reste 😀

  7. www.wortbehagen.de sagt:

    ich bin beeindruckt, lieber Finbar.
    Scheinbar schlicht, aber es täuscht. Ein leichter Ton, mit dem er Schweres angeht.
    Sommerworte, die die Hummel summt, während seine Finger Höhen erklimmen

    Gefällt mir sehr, sein Ton, ein junger moderner, der Neues nicht scheut.

  8. Flowermaid sagt:

    … das Instrument besitzt einen Stachel… nicht zur Verteidigung nur zur entspannten Hingabe des Beflügelten…

  9. quersatzein sagt:

    Wagner ist stark!
    Herzlichen Gruss,
    Brigitte

  10. christahartwig sagt:

    Das gefällt mir sehr. Trotzdem weckt bei mir der Name „giovanni gnocchi“ eine bei einem Bach-Konzert unziemliche Erinnerung. Ich war mit Kolleginnen in ein Orgelkonzert gegangen, als eine von ihnen beim Studieren des Programms bemerkte: „Meine Güte, das liest sich ja wie die Speisekarte beim Italiener.“

  11. Ich bin ja die zweite Banausin hier…
    Ein höchst anerkannter Interpret ein ein wunderbater Komponist
    Und doch alles erscheint eher negativ
    Die blassen Hönde der Vergleich mit der Harten Arbeit der Matrisen selbst die Hummel, die uns sonst mit ihrem Puschelpopo erfreuen wirken depressiv und über allem lastet die klebrige Julihitze…
    Doch mit der wunderbaren Musik können wir allem entfliehen…
    So vielleicht?

  12. Interessante Bildverbindungen: bach, hitze hummel. Machte Spaß zum Lesen.

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