die bora

zeit am meer
kinder spielen am strand
die bora ruht
meereswellen verlaufen im sand

zeit am meer
kinder graben im sand
die bora weht
meereswellen versickern an land

zeit am meer
kinder rennen an land
die bora tobt
meereswellen krachen gen strand

zeit am meer
niemand mehr vis-à-vis
die bora wütet
meereswellen wie tsunamis

zeit am meer
menschen wieder im lauf
die bora ruhiger
fensterläden erneut weit auf

zeit am meer
kinder gehen zum strand
die bora ruht
windfrieden erfasst das land

© finbarsgift

ps:
für meine kinder
die ja auch mal klein
waren so wie ich
und so wie wir alle

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Poesie.

63 Kommentare zu “die bora

  1. Clara HH sagt:

    Ich habe mir gerade vorgestern den Film über den Tsunami mit V. Ferres angesehen – so etwas schreckliches kann man sich kaum in der Phantasie ausmalen – aber bei dir geht es ja gut aus.

  2. www.wortbehagen.de sagt:

    Die unterschiedlichen Gesichter der Meere, lieber Finbar. Wie gut hast Du sie dargestellt.
    Leise plätschernd und sanft im Sand versickernd – ein Paradies für die Kleinen,
    die aber bei hohen Brechern so schnell in Gefahr geraten und ich sehe Dich rennen und sie in Sicherheit bringen. Unser wertvollstes Gut, die Kinder und Deine waren sicherlich noch sehr klein damals. Nicht auszudenken, wenn da etwas passiert.
    Lieber im Hotel sitzen und sie schützen …, auch wenn es nicht der Sinn des Urlaubs war, in einem Haus zu sitzen.

  3. Hat mir sehr gefallen, Lu. Auch in deinen Zeilen stieg es gefühlsmäßig an wie bei einer herannahenden Woge. Als Leser empfand ich textmäßig wie auch körperlich sowohl das laue Lüftchen und Gerinnsel, als auch das Gebraus und den überstürzenden Kamm.

    LG Michèle

    • finbarsgift sagt:

      Das freut mich, liebe Michèle, dass dieser Effekt gut rübergekommen ist, vor allem in Zusammenhang mit spielenden Kindern, die es nicht wahrhaben wollen, dass im Urlaub plötzlich nichts mehr geht, weil Wind und Wellen viel zu stark werden!
      Liebe Abendgrüße vom Lu

  4. christahartwig sagt:

    Es ist wunderbar, Gedichte für (seine) Kinder zu schreiben. Und ich habe gerade ein wenig davon profitiert und mich belesen: Bora scura, Borino, Borasco, … Dieser Gott des Nordwindes hat viele Gesichter.
    Liebe Grüße
    Christa

  5. Ein Urlaub der starke Eindrücke bei dir hinterlassen hat. Mich haben deine Worte die damalige Situation fühlen lassen.

    Liebe Grüße,
    Lilo

  6. Flowermaid sagt:

    .., wenn Inselwind sie Fensterscheiben konkarvt… mehr Gemeinsamkeit… als ein Abenteuerland…

  7. Anna-Lena sagt:

    Schaurig-schön mit allen Facetten, die das Meer und der Wind uns zu bieten haben. Aber wie schön es auch sein kann, so tückisch ist es auf der anderen Seite.
    So wie das Meer Leben spendet, reißt es auch wieder fort. Die Gewalten der Natur zeigen uns, wer die „Hosen anhat“ .

    Nachdenkliche Grüße
    Anna-Lena

  8. Ulli sagt:

    windfrieden … ist ein wunderbares Wort!!! Hier ist gerade wieder windwehend, nicht wissend, ob er stürmen oder wehen soll, es prasselt auf die Scheiben der Regen, jo, so vielzu blue moon, aber deins ist schön!
    herzlichst, Ulli zur guten Nacht

  9. ….und wenn Du und deine Lieben und auch die Menschen in der Umgebung keinen Schaden nehmen, dann ist es auch ein Geschenk Naturgewalten erleben zu dürfen
    Herzliche Sonnenscheingrüße

  10. quersatzein sagt:

    Wie schön, dieses Auf- und Ab, dieses Wild und Zahm – wie das Leben selbst!
    Ich bin begeistert.
    Mit lieben Grüssen,
    Brigitte

  11. hanneweb sagt:

    Wusste anfangs nicht wer oder was die Bora ist *schäm*, habs dann aber schnell kapiert und hast du richtig schön, nicht nur für deine Kinder hier rüber gebracht!
    Liebe Grüße von Hanne 🌞🍀

  12. kowkla123 sagt:

    Erinnerungen sind schön formuliert, herzlichen Gruß am 1. Februar 2018 von mir für dich, Klaus

  13. pflanzwas sagt:

    Hach einfach nur schön 🙂 Bezaubernd! LG, Almuth

  14. gkazakou sagt:

    Sehr schön, lieber Finbar. Bei uns ist es der Südwind, der die hohen Wellen vor sich hertreibt. Aber die Gewalt des Atlantik haben sie auch dann nicht.

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