Es ist halt schön (Busch)

Es ist halt schön,
Wenn wir die Freunde kommen sehen. –
Schön ist es ferner, wenn sie bleiben
Und sich mit uns die Zeit vertreiben. –
Doch wenn Sie schließlich wieder gehen,
Ist’s auch recht schön. –

© Wilhelm Busch

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​Fußball (Erhardt)

Vierundvierzig Beine rasen

durch die Gegend ohne Ziel.

Und weil sie so rasen müssen,

nennt man das auch Rasenspiel.

 

Rechts und links stehn zwei Gestelle,

je ein Spieler steht davor.

Hält er den Ball, ist ein Held er,

hält er nicht, schreit man „Du Toooor!“

 

Fußball spielt man meistens immer

mit der unteren Figur.

Mit dem Kopf, obwohl’s erlaubt ist,

spielt man ihn ganz selten nur.

 

© Heinz Erhardt

Lebenslauf (Busch)

Mein Lebenslauf ist bald erzählt.
In stiller Ewigkeit verloren
Schlief ich, und nichts hat mir gefehlt,
Bis daß ich sichtbar ward geboren.
Was aber nun? – Auf schwachen Krücken,
Ein leichtes Bündel auf dem Rücken,
Bin ich getrost dahingeholpert,
Mitunter grad, mitunter krumm,
Und schließlich mußt ich mich verschnaufen.
Bedenklich rieb ich meine Glatze
Und sah mich in der Gegend um.
O weh! Ich war im Kreis gelaufen,
Stand wiederum am alten Platze,
Und vor mir dehnt sich lang und breit,
Wie ehedem, die Ewigkeit.

© Wilhelm Busch

Blickwinkel (Malerba)

Ein schielendes Huhn sah die ganze Welt etwas schief und glaubte daher, sie sei tatsächlich etwas schief. Auch seine Mithühner und den Hahn sah es schief.
Es lief immer schräg und stieß oft gegen Wände.

An einem windigen Tag ging es mit seinen Mithühnern am Turm von Pisa vorbei.
„Schaut euch das an“, sagten die Hühner, „der Wind hat diesen Turm schiefgeblasen.“

Auch das schielende Huhn betrachtete den Turm und fand ihn völlig gerade.
Es sagte nichts, dachte aber bei sich, dass die anderen Hühner womöglich schielten.

 

 

© Luigi Malerba