Finbar’s extra Gift: aktuelle Quantitäten

Anlässlich seines fünften Geburtstags innerhalb des WP-Bloguniversums, veröffentlicht Finbar ein paar wenige aktuelle Kennzahlen als extra Gift (=Geschenk)
(Stand heute: 23.06.2017):

  • 5 Jahre bei WP (Juni 2012 – Juni 2017)
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Herzlichen Dank an alle Mitblogger/innen, die (teilweise sehr) fleißig durch ihre Besuche bei finbarsgift (mit Kommentaren sowie Likes) zu diesem, mich selbst überraschenden Zahlen-Ergebnis beigetragen haben!

Ich freue mich darüber sehr,
herzlich, Lu

 

 

 

© finbarsgift

Die menschliche Sexualität (Strauß)

 

Die menschliche Sexualität ist eine Sisyphosiade, ein Impotenz-Traum. Unentwegt strebt sie einem Höhepunkt von Natur entgegen, zu dem es uns hinaufzieht mit Versöhnung versprechender Kraft. Jedoch den Höhepunkt seiner Natürlichkeit zu erleben, ist dem Mängelwesen nicht verstattet: es erreicht ihn nie. Oder etwa in der kurzen, eine halbe Sekunde währenden Bewußtseinstrübung auf dem Überroll des Orgasmus? Und wenn es, wie die meiste Zeit, zur glücklichen Ohnmacht nicht langt, die Seligkeit zwei Zentimeter flacher ausfällt? Das Glück schafft Maßstäbe und Werteskalen, das Relative ist immer zur Stelle und erkennt keinen wirklichen Höhepunkt an. Auch daher das schallende Gelächter des Teufels, das, einem alten Wort zufolge, nach jedem Beischlaf uns verhöhnt.

 

 

 

 

© Botho Strauß

Grüne Papageien 

 

Fast jeden Sonntag gönne ich mir am Vormittag zwei bis drei Stunden Wellness in einem der feinen Mineralbäder Bad Cannstatts — alle nahezu bei mir um die Ecke.
Nach der Aqua-Fitness-Runde ab 9 Uhr schwimme ich normalerweise anschließend einige hundert Meter im Kaltbecken, bevor ich dann rüber zum Saunabereich wechsle.

Dort sich wieder etwas aufzuwärmen, das tut gut; kommt jedoch der Mann mit dem Aufguss, dann suche ich immer rechtzeitig das Weite.
Letzten Sonntag zu den Liegestühlen für die Nackedeis im Saunaaußenbereich.

Irgendwas war aber dieses Mal anders als sonst.
Das übliche Gezerfe der Rabenvögel untereinander, und wie sie mit lautem Gekrächze zu zweit Bussarde im Flug in die Zange nehmen und von ihrem Territorium vertreiben, das war mir ja zur Genüge bekannt, und das war ich auch beim Liegen gewohnt zu hören, aber dieses mächtige joviale Gekrächze letzen Sonntag, das klang doch ganz nach …

… Papageien!
Und tatsächlich waren das da vor mir auf den Bäumen mitten im großdimensionierten Areal des Mineralbads dieses Mal keine stinknormalen pechschwarzen Krähen, sondern eine Horde von 5 bis 10 muntergrünen Papageien!
Und was für einen Spaß die miteinander hatten, diese gesellige Bande.
Und so folgte ich mit Begeisterung ihrem Treiben, bis dieser Papageispuk plötzlich wieder vorüber war und ich mich aufmachte, mit den diversen Wasserdüsen in einem extra Becken alle meine Muskeln von Kopf bis Fuß ausgiebig zu massieren.

Leider konnte ich ja keine Fotos von den grünen Papageien bei ihren Aktivitäten auf den Bäumen des Leuze machen, da im kompletten Saunabereich verständlicherweise Fotoapparate aller Art und selbstverständlich auch Handys am (nackten) Mann nicht erlaubt sind.

So gegen 12 Uhr fuhr ich – wie neugeboren mich fühlend – wieder nach Hause, zum Turm auf dem Roten Berg am Rande der Kesselstadt.
Dort las ich dann in Ruhe im Internet alles nach, diese grünen Papageien in Bad Cannstatt betreffend, dass sie eigentlich Gelbkopfamazonen heißen, und in freier Natur es nur noch circa 7.000 Exemplare in Lateinamerika, von Mexico bis Brasilien gibt, und eben (derzeit) 48 Exemplare in Stuttgart und Umgebung, wobei sie sich besonders wohl im feinen Grünen U der Stadt fühlen, mit der Wilhelma und dem Rosensteinpark als Kern ihres Lebensraums. Aber sie sind auch schon im 20 km entfernten Fellbach gesichtet worden. Ich finde das alles irgendwie witzig, aber auch sehr schön.

 

 

 

© finbarsgift

Drachenfrieden  (C. M. Hafen)

 

Heute ist es ein altes Wort, lange her. Drachenfrieden. Nerina, dachte Mersan, vielleicht erzählt gerade jetzt eine Ahne am Feuer vom Drachenfrieden und meint dich, wenn sie vom irren Drachen erzählt. Dabei hast du nur die Veränderung gebracht, den Wandel der Geschichte, letztlich … mich.

„Da sind wir nun“, sagte er zu Hangameh und schluckte schwer. Diese ein oder zwei Schritte, die er schon gegangen war, standen ihr noch bevor. Zu gegebener Zeit würde er ihr seine Wörterbücher zeigen, seine langen Listen, die er angelegt hatte, seine Chronik der mowarischen Sprache.

Hangameh würde immer ein Kind bleiben. Sie mochte altern, vielleicht sogar die Zeit spüren, wenn sie weit genug von Mora entfernt war. Doch ohne Wurzeln, ohne Vergangenheit oder Zukunft konnte niemand erwachsen werden. Bei ihm war das anders. Die Sprache veränderte sich dauernd. Altes und Neues verband sich, ergab neue Wörter, andere verschwanden. Es gab viele, die standen nur noch in seinen Büchern und wurden nicht mehr genutzt. Das machte ihm aber nichts aus. Manchmal verwendetet er eines, das er gerne mochte, in einem Gespräch und schaute dann zu, wie es die Küste hinauf und hinunter wanderte, bis jemand zu ihm kam und das Wort zurückbrachte. Es war ein Kreislauf. Es war schön und nie zu Ende.

 

 

© C. M. Hafen
Auszug aus „Drachenfrieden“ – Band 3 der Reihe „Das Drachenvolk von Leotrim“,
Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des O´Connell Press Verlags.

Muttertag

Sonst habe ich ihr immer einen Strauß Blumen mit Fleurop zum Muttertag geschickt, aber letztes Mal bekam ich von ihr als Dankeschön nur zu hören: deine Blumen haben so übel gestunken, dass ich sie am nächsten Tag schon wegwerfen musste.

Da habe ich mich heuer, also gestern, kurzentschlossen selbst zum Muttertagsgeschenk gemacht, und sie sagte, als ich bei ihr eintraf: oh riechst du heute gut!
Und wir lachten.

Überhaupt war alles gestern eher „on the sunny side of life“, und das tut ja auch mal gut. Schon die Fahrt dorthin, auf der A7 ohne viel Verkehr mit meinem neuen weißen Flitzer direkt auf die noch sehr weißen Alpenberge zu, war herrlich!

Und so kam ich überpünktlich bei ihr an und wir hatten noch mehr Zeit zusammen, als sonst so bei meinen Wochenendbesuchen. Eine große Ladung digitaler Fotos aus den letzten Monaten, immer dort bei ihr gemacht, und bei Pixelnet in Papierabzüge umgewandelt, war mein Geschenk.

Sie war regelrecht begeistert und konnte es gar nicht glauben, dass es überhaupt noch Papierfotos gibt! Denn immer wird ihr nur kurz das Handy vor die Nase gehalten und schwuppdiwupp ist das betrachtete Minifoto auch schon wieder weg, auf Nimmerwiedersehen.

Sie hatte in ihrem Leben ja noch nie einen Computer oder gar ein mobiles Telefon und heutzutage reden alle Menschen ja nur noch davon, wenn sie sie im Altersheim besuchen, da habe ich mir gedacht: bringe ihr einfach mal ein paar Papierfotos von ihr und uns als Geschenk mit – es war der Hit!

Nach ihrem immer pünktlichen Mittagessen um elf Uhr dreißig – währenddessen gönnte ich mir in ihrem Zimmer eine Mittagsbanane – fuhren wir mit Auto und Rollator im Kofferraum zum Grab meines Vaters und deponierten dort einen kleinen Blumenstock und die Muttertagsrose, die sie gerade erst von der Heimleitung erhalten hatte.

Nach einer kurzen, wortlosen Andacht dort vor Ort, goß ich noch das Grab einige Male mit einer Gießkanne des Friedhofs. Danach gingen wir sehr langsam, zentimeterweise zurück zum Auto. Stürzen will sie niemals mehr, sagte sie. Wir hatten alle Zeit der Welt.

Ich schlug vor, sie noch zu einem nahen Aussichtspunkt zu bringen, damit sie mal wieder einen Blick auf ihre geliebten Allgäuer Berge machen konnte. Oben angekommen, hatten wir eine prächtige Fernsicht: vom Zugspitzmassiv bei Garmisch, weit links, bis zum Widderstein im kleinen Walsertal, weit rechts.

Das ist schon immer wieder umwerfend, dieses Panorama!
Schau, sagte sie: die Nagelfluhkette, der Hohe Ifen, die Trettachspitze, …
Sie sagte sie alle auf, jede Spitze konnte sie benennen, und auf die meisten davon war sie zusammen mit ihrem Mann früher gestiegen, und das nicht nur einmal.

Ich lächelte vor mich hin und freute mich sehr darüber, dass ihr Gehirn noch so wundervoll im hohen Alter funktionierte. Etwas wehmütig wird es mir schon, wenn wir beide so etwas schönes machen, sagte sie im Auto auf dem Rückweg vom Aussichtspunkt zum Heim, wo sie nun schon bald zwei Jahre lebt. Und das immer besser, finde ich. Von Krebs ist gar keine Rede mehr, sie hat ihn wohl endgültig besiegt!

Wir hatten abschließend noch eine wundervolle Stunde in der Nachmittagssonne, wo wir auf Gartenstühlen im kleinen Park des Heims dann wie immer über Gott und die Welt sprachen – ich liebe diese philosophischen Gespräche mit ihr. Sobald sie allerdings von ihrem geliebten Sport berichtet, höre ich zumeist weg oder gerate vorübergehend in den Dösmodus.

Zwischen vierzehn und fünfzehn Uhr machte ich mich dann wieder auf den Rückweg, der weniger leicht fiel als die sonnige Hinfahrt. Denn satte Wolkenbrüche mit Blitz und Donner galt es zu durchfahren und Autobahn-Wasserstraßen zu durchschiffen, ohne dabei in Aquaplaning-Nöte zu geraten.

Die Musik, die mir dabei half, kam von einigen CDs von Milky Chance, Michael Wollny, Procol Harum  und den Silencers, die ich vor der Fahrt extra eingesteckt hatte.
Und irgendwann am Abend kam ich dann doch noch wohlbehalten, wenngleich etwas müde und abgekämpft, Zuhause an. Insgesamt gesehen, war es aber ein feiner Muttertag.

 

 

© finbarsgift

Bücher lesen – Frage- und Antwortspiel

Schon ewig und drei Tage möchte ich dieses wohl von Tobi initiierte Frage- und Antwortspiel zum Thema „Bücher und Lesen“ mitmachen, das ich in Folge auch noch bei Christiane und Marga sah; endlich ist es soweit mit meinen Antworten; und ich muss sagen, es hat Spaß gemacht!

 

1) Warum liest du?
Weil ich – Mutter Allnatur sei Dank – zwei wundervolle Augen von ihr zum Gucken und Lesen geschenkt bekommen habe, also…warum sie nicht dafür nutzen!

2) Was liest du? Welche Genres bevorzugst du? Liest du auch Klassiker?
Ich lese sowohl Sachbücher aller Art (inklusive Mathematik, vor allem aber solche über Musik und Kunst), als auch Romane (seit einigen Jahren sogar Fantasy (da bin ich ein Spätzünder)).
Sogenannte Klassiker sind für mich einfach ganz normale Bücher und ich lese sie oft und immer wieder, hier ein Link zu einer kleinen Auswahl meiner Lieblingsbücher

3) Welche Autoren favorisierst du? Oder hast du keine bevorzugten Autoren?
Doch, ich habe jede Menge bevorzugte Autoren/Autorinnen:
Aurel, Bachmann, Baldursdottir, Camus, Cortazar, Döblin, Ende, Frisch, Gaarder, Gustafsson, Hadot, Hesse, Kabat-Zinn, McKillip, Marillier, Kafka, Kundera, Laxness, Mercier, Musil, Pascal, Pessoa, Poe, Ransmayr, Rilke, Roth, Sagan, Saint-Exupery, Tschechow, Williams, Woolf, Zweig.

4) Wo liest du überall? Nur Zuhause, nur in der S-Bahn, überall, …?
Vor allem innerhalb von vier Wänden, das aber egal wo (auch Café, wenn nicht zu laut), seltener draußen (außer in der Bahn und am Strand), im Auto wird es mir beim Lesen schnell schlecht, beim Töffen lese ich gar nicht.

5) Liest du viel oder wenig? Wie viel Zeit verbringst du in der Woche mit Lesen? Wie viele Bücher liest du im Schnitt pro Monat/Jahr? Machst du auch längere Lesepausen?
Ich lese wohl eher mehr als wenig, aber nicht besonders viel; vor allem nehme ich mir für jedes Buch viel Zeit, ganz besonders viel Zeit bei ganz wundervollen Büchern (das merkt man ja während des Lesens). Es geht mir – wie eigentlich bei fast allem, so auch beim Lesen von Büchern – primär um Qualität, weniger um Quantität. Längere Lesepausen gibt es bei mir kaum, ich lese (fast) täglich.

6) Liest du schnell oder langsam? Wie viele Seiten liest du ungefähr in einer Stunde?
Eher langsam wohl, aber wie gesagt, je besser das Buch, desto langsamer lese ich es.

7) Wie viele Bücher liest du in der Regel gleichzeitig?
Zwischen 5 und 10 sind es wohl fast immer.

8) Welche Formate bevorzugst du? Taschenbücher, gebundene Bücher, broschierte Bücher, Prunkausgaben?
Ganz klar gebundene Bücher.

9) Legst du Wert auf eine hochwertige Verarbeitung deiner Bücher? Spielt die Optik des Buches eine Rolle für dich?
Oh ja, sie spielt schon eine Rolle, wenn auch keine entscheidende.

10) Liest du auch Ebooks? Wenn ja wie oft und welche Bücher?
Ich lese auch Ebooks sehr gerne. Auf meinem Kindle befinden sich derzeit über 100 Ebooks, 75 Prozent davon sind an- oder ausgelesen, 25 Prozent sind also noch in der Ebook-Lese-Pipeline.

11) Wo versorgst du dich mit neuen Büchern? Beim Buchhändler ums Eck? In der Bibliothek? Aus dem Bücherbus?
Buchhändler, Online-shops, egal wo, ich habe da keine Präferenzen.

12) Kaufst du auch gebrauchte Bücher?
Sehr selten.

13) Wieviel bist du bereit für ein gutes Buch auszugeben?
150 Euro ist das Maximum (Hadot: die innere Burg)

14) Verleihst du Bücher? Wenn ja an wen und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
Ja, immer mal wieder, aber immer seltener, da man den ausgeliehenen eigenen Büchern meistens irgendwann hinterher rennen muss, um sie dann mal (womöglich erst nach Jahren) endlich wieder zurück zu bekommen.

15) Wie viele Bücher hast du im Schnitt auf deinem Stapel ungelesener Bücher? (Alternativ: wie viele Regale ungelesener Bücher hast du?)
In meiner Lese-Pipeline befinden sich dieser Tage mit Sicherheit so circa 100 ungelesene Bücher, wenn nicht mehr!

16) Wo bei dir Zuhause hast du überall Bücher?
Ausschließlich in Buchregalen, bis auf meinen Kindle, der liegt immer irgendwo griffbereit herum.

17) Wie sortierst du deine Bücher im Regal?
In verschiedenen Regalen ganz verschieden; manchmal alfabetisch nach Autor/in, manchmal gar nach Größe, manchmal sogar nach Farbe, manchmal nach Verlagen, nach Lust und Laune also.

18) Was nutzt du als Lesezeichen? Oder knickst du die Seiten ein?
Meine Bücher bekommen niemals Eselsohren verpasst, in der Regel befinden sich geschmackvolle Lesezeichen, dem Buch angemessen, in ihnen. Manchmal auch zur Not ein Fitzelchen Papier oder ein Tempotaschentuch.

19) Wenn du mit dem Lesen pausierst, liest du dann das Kapitel immer zu Ende oder hörst du auch mal mittendrin auf?
Beides kommt vor, aber in der Regel lese ich ein Kapitel zu Ende, bevor ich pausiere.

20)  Worauf achtest du beim Kauf eines Buchs? Was für Kriterien muss ein Buch erfüllen, damit du es dir kaufst? Spielt der Verlag eine Rolle?
Der Verlag spielt für mich eine große Rolle! Aber nicht ausschließlich.

21)  Wirfst du Bücher in den Müll?
Sehr selten in den Papiermüll.

22) Wie belesen ist dein Bekannten- und Freundeskreis? Kennst du Menschen, die kein Buch besitzen?
Ich kenne eigentlich nur Leute, die auch lesen (können). Donald Dagobert Trump gehört also zum Beispiel nicht zu meinem Bekannten- und Freundeskreis!

23) Was für eine Rolle spielen Bücher in deinem Berufsleben?
Einige Sach- und Fachbücher spiel(t)en eine große Rolle.

24)  Brichst du Bücher ab, wenn dir der Inhalt nicht zusagt?
Oh ja, relativ oft sogar; ich bin ein sehr wählerischer Leser (geworden).

25)  Bittet man dich im Freundes- und Bekanntenkreis um Buchtipps?
Ja, und dann sprudle ich nur so los (und höre kaum mehr auf *g*)

26) Wenn deine Bücher plötzlich alle verloren gehen (z.B. Feuer, Hochwasser, böse Fee, …), welche drei Bücher würdest du dir sofort neu bestellen?
Aurels Selbstbetrachtungen und Hesses Glasperlenspiel,
McKillips Riddlemaster und Marilliers Sevenwaters,
Mulischs Entdeckung des Himmels und Bulgakows Meister und Margarita.

27)  Gehören ein Heißgetränk und Kekse zum Leseabend?
Manchmal so zwischendrin schon.

28) Hörst du während dem Lesen Musik, oder muss bei dir völlige Stille herrschen?
Völlige Stille ist mir mit Abstand am liebsten, bloß keine Muzak im Umfeld!

29)  Liest du Bücher mehrmals? Wenn ja welche und warum?
Ja, es gibt ein paar (gar nicht so wenige), die lese ich immer und immer wieder…
dazu gehören vor allem die unter Punkt 26 genannten, aber auch noch einige andere.

30) Markierst du dir Stellen in einem Buch? Wenn ja wie?
Ich habe beim Lesen (fast) immer einen Bleistift in der Hand und markiere und streiche an nach Lust und Laune, auch im Ebook, dort allerdings mit der Markierungsfunktion und dem Finger.

 

 

 

 

© finbarsgift

Herzkramen at random

 

Ich habe in meinem Herzen auch mal bissle herumgekramt
–  so à la RANDOM –
und dabei folgendes dort assoziativ zu den von Random
vorgeschlagenen 11 Begriffen gefunden:

I • Blog

  • Die beste Erfindung der Menschen seit Dekaden
  • Denkpartner (Ich blogge, also bin ich: kleines Descartes-Korollar)
  • Tagebuch – privat/öffentlich
  • Auslotung von Marc Aurels Selbstbetrachtungen,
    Patricia McKillips Erdzauber und Juliet Marilliers Sevenwaters
  • Unendliche Welten, unendliche Höhen, unendliche Tiefen
  • Nicht übertreiben! Balance von RL und VL wahren
  • Trotzdem die Grenzen zwischen RL und VL ausloten
  • Keinen Bloggern wehtun durch dummes Gekwatsche
  • Immer wieder mal Musik aller Arten einstreuen und Fotos (primär von Mutter Allnatur)
  • Also nicht täglich nur Schreiben, sondern auch mal die Klappe halten
  • Nicht mehr wegdenkbar

II • Sprache

  • Absolut notwendig
  • Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch: alle schön und wichtig!
  • Französisch ist am Allerschönsten (gleich gefolgt von Portugiesisch)
  • Bei verbalen Umgangssprachen oft unklar, was genau gemeint ist
  • Die Sprache der Mathematik ist viel genauer
  • Formelsprachen sind auch sehr interessant
  • Ich liebe Rätsel und Geheimnisse, egal ob mit Buchstaben, Zahlen oder Symbolen formuliert
  • Übersetzungen sind oft schwieriger niederzuschreiben als Originale
  • Große Poeten sind große Sprachkünstler, z. B. Goethe, Rilke, Eliot, Poe, Baudelaire
  • Toll auch, die Blindensprache und die Sprache der Taubstummen
  • Albtraum: ohne Zunge zu sein (passiert in Abträumen manchmal)

III • Orte

  • Marienberg im Erzgebirge
  • Schwäbisch Hall im Hohenlohischen
  • Kesselstadt und Neckarweinberge
  • Konstanz am geliebten Bodensee
  • Philadelphia, Vororte und Main Line
  • La Jolla und Baja California samt Pazifik
  • Zürich mit See und Alpen
  • Hanaus Freiheitsplatz und Wilhelmsbad
  • Corralejo auf der Insel im Atlantik
  • Le Pouldu en Bretagne
  • Palau auf Sardinien plus Maddalena Inseln

IV • Pflanzen

  • Natur pur
  • Ohne Blumen wären wir arm dran
  • Insektenfressende Pflanzen sind spannend
  • Durch sie LEBEN wir: Flora (und Fauna)
  • Habe ich immer welche um mich herum, egal wo ich gerade bin
  • Mutter Allnaturs ist ein wundervoller Name
  • Im Namen der Rose: ich liebe Rosen
  • Rosen fotografieren ist Leben pur
  • Obst bietet unübertroffenen Naturzucker
  • Gemüse gehört bei mir zu jedem Essen, ich habe es zum Fressen gerne
  • Botanische Gärten (und die Wilhelma) sind Paradiese auf Erden

V • Tiere

  • Eichhörnchen und Kolibris sind mir besonders ans Herz gewachsen
  • Ich mag aber fast alle Tiere gerne
  • An Haustieren hatte ich mal: Kaninchen, später Fische
  • Ich bin Hundescheu, da Hunde unberechenbar sind
  • Katzen sind schön, aber mir irgendwie unheimlich
  • Schmetterlinge sind Geschenke Gottes
  • Ich gehe gerne und oft in die Wilhelma, den zauberschönen Zoo der Kesselstadt
  • Wespen und Hornissen können mir gestohlen bleiben, Fliegen auch (besonders grüne)
  • Bis auf Schwebfliegen, die finde ich immer sehr süß
  • Das schönste aus meinem persönlichen Tiererleben:
    von einem Delfin mal mitgenommen worden zu sein
    am Rande des Pazifiks in Kalifornien
  • Ich liebe Vögel, Singvögel vor allem, insbesondere Amseln,
    aber auch das Lachen der Grünspechte

VI • Musik

  • Ohne Musik wäre ich auf dieser Welt verloren, sie gibt mir Kraft und Lebenslust
  • Ohne die drei großen klassischen BBB wäre die Welt arm dran (vor allem, weil dann fehlen würden: h-moll-Messe von Bach, dritte Sinfonie von Beethoven und die Vierte von Brahms)
  • Die drei größten Musikwerke aller Zeiten:
    Bachs Matthäuspassion, Mozarts Zauberflöte, Beethovens Neunte
  • Komponisten mit Musik zum Verlieben: Chopin, Rachmaninoff, Schubert, Schumann
  • Auch Jazz und Pop und Rock und und und enthält feine, aussagekräftige Musik!
  • Tolle Bands: Doors, Pineapple Thief, Porcupine Tree, Blackfield
  • Toller Jazz: von Keith Jarrett, EST, Lester Young, Eric Dolphy, Charlie Parker, Ketil Björnstad, Jan Garbarek, überhaupt norwegischer Jazz
  • Music is your only friend, until the end
  • Mein ganz persönlicher Komponisten-Freund: Domenico Scarlatti und seine 555 Sonaten
  • Traumhaft schön: alle Mollstücke von Bach und Mozart und Schubert
  • Die Platte/CD für die einsame Insel: It’s a beautiful day

VII • Literatur

  • Etwas ganz wundervolles, die Belle-Tristik, die Schön-Tristesse
  • Bonjour Tristesse, ein beachtliches Werk einer Sechzehnjährigen
  • Lieblingsbücher: Erdzauber, Entdeckung des Himmels, Glasperlenspiel
  • Immer noch Lieblingsautoren: Hesse, Rilke, Poe, Baudelaire, Woolf, Bachmann
  • Frühere Lieblingsautoren: Dostojewski, Turgenjew, Gogol, Lermontow
  • Die Literatur von heute wird völlig überbewertet,
    aber das war ja wohl zu jeder Zeit, die Gegenwart war, vermutlich so
  • Derzeit lesenswert: Die Welt im Rücken von Thomas Melle, die ersten beiden Knausgards
  • Tolle Gedichte: The Bells und the Raven von Edgar Allen Poe
  • Rilkes Elegien: ein unübertrefflicher zauberschöner poetischer (Alb)Traum
  • Alle Poeme von Emily Dickinson sind großartig
  • Jedes gute Poem ist eine geschenkte Perle

VIII • Bildende Kunst

  • Calder und Rothko
  • van Gogh und Gauguin
  • Vermeer und Rembrandt
  • Caspar David Friedrich
  • Monet und Toulouse-Lautrec
  • Manet und Degas
  • Leonardo da Vinci, der Allergrößte
  • Macke und Marc, überhaupt alles vom blauen Reiter
  • Klee und Kandinsky (Lenbachhaus)
  • Brueghels Turm zu Babel
  • Picassos Guernica

IX • Technik

  • Windows-Computer
  • Apple-Geräte
  • Roboter
  • Smartphone
  • Motorräder
  • Flugzeuge
  • Fernsehtürme, überhaupt Türme
  • Mathematik, Physik, Chemie, Informatik: Korollar: Technik
  • Ohne MINT keine moderne Welt
  • Alle technischen Waffen wieder komplett vernichten
  • Atomenergie nur von der Sonne

X • Lebensmittel

  • Gefüllte Flädle
  • Vanilleeis mit Pinienkernen
  • Pizza à la Spinat, Feta, Crevetten
  • Noch warme Laugencroissants
  • Brezeln direkt aus dem Ofen
  • Statt Wurst Käse und Schinken
  • Kapern mit Königsberger Klopsen
  • Salate aller Arten (ohne Fleisch)
  • Ich bin ein absoluter Gemüsefan
  • Spätzle mit Soße *g*
  • Pommes mit Ketchup *gg*

XI • Sinneseindrücke

  • Musik hören
  • Bücher lesen
  • Landschaften betrachten
  • An Rosen riechen
  • Haut streicheln
  • Lippen küssen
  • Gedanken denken
  • Laut JA schreien inmitten Mutter Allnaturs Schoß
  • Mit einem starken Düsenjet starten und dabei fest in den Sitz gedrückt werden
  • Tierlaute wahrnehmen, insbesondere Vogelgesang
  • Stille spüren

 

 

© finbarsgift

Stoisches Gebet (Marc Aurel)

 

 

Sei in deinem Tun nicht fahrlässig,
in deinen Reden nicht verworren,
in deinen Gedanken nicht zerstreut;

laß dein Gemüt nicht eng werden,
noch leidenschaftlich aufwallen,
noch laß dich von Geschäften
vollauf in Beschlag nehmen.

Mögen sie dich ermorden,
zerfleischen, verfluchen, was tut´s?
Deine denkende Seele kann dessenungeachtet
rein, verständig, besonnen und gerecht bleiben.

Hört denn die reine süße Quelle auf,
rein und süß zu quellen,
wenn einer, der dabei steht,
sie verwünscht?

Und wenn er Schmutz und Schlamm hineinwürfe,
würde sie´s nicht sofort ausscheiden und hinwegspülen,
um rein zu bleiben wie zuvor?

Du auch bist im Besitz einer solchen ewig reinen Quelle,
wenn du die Seele frei, liebevoll, bescheiden,
ehrfurchtsvoll dir zu bewahren weißt.

 

 

Marc Aurel: Selbstbetrachtungen,
Achtes Buch, Spruch 51

Arnos Fragen – meine Antworten

 

ARNO hat mir einen weiteren Stöckchen-Liebster-Award verpasst, herzlichen Dank dafür!
Ausnahmsweise werde ich seine Fragen mal kwasi postwendend beantworten, weil ich gerade Bock darauf habe, los geht’s:

Hast du den Mut ein Lebewesen von seinem Elend zu befreien, wenn der nahe Tod offensichtlich ist?
Das hängt vom Lebewesen ab. Einen Regenwurm mit Sicherheit, einen Menschen niemals.

Welcher Mensch ist dir der liebste auf der Welt und warum?
Meine Mutter. Sie hat mir mein Leben – im Auftrag von Mutter Allnatur – geschenkt.

Du könntest einen Menschen auf der Welt retten, der wiederum tausende Menschen retten könnte oder du rettest nur deinen Lieblingsmenschen. Wie entscheidest du dich?
Ganz bewusst für meinen Lieblingsmenschen.

Wenn du dir bewußt eine letzte Mahlzeit wünschen könntest, was würdest du gerne essen?
Du meinst kurz vor der Hinrichtung?
Hhhmmm…das ist echt schwer…hhhmmm…vielleicht Hascheeflädle…

Würdest du die Erde verlassen, auch wenn du nie wieder zurück kommen könntest?
Nein, niemals, die Erde ist mit Sicherheit der feinste Platz im gesamten Kosmos! Warum ihn also verlassen für etwas total Ungewisses?

Stell dir vor du bist tot und triffst tatsächlich Gott und dürftest ihm nur eine Frage stellen. Welche wäre das?
Warum hast du dich mein ganzes Leben über (vor mir) versteckt?!

Du bist der letzte Mensch auf der Erde. Was machst du den lieben langen Tag?
Mit Sicherheit Musik hören, zum Beispiel the end von den Doors oder auch von Nico und it’s the end of the world von REM, aber auch die Trauersinfonie von Haydn, das Deutsche Requiem von Brahms und finalemente die Matthäuspassion von Bach…danach kann kommen, was will…egal…

Könntest du ohne Smartphone und Internet leben und was wäre deine Alternative dazu?
Ja, könnte ich gut, ich würde dann wieder mehr lesen, schreiben, Musik machen, Musik hören… das, was ich ja davor auch schon immer gemacht habe…

Du dürftest eine Rede für beide Kandidaten um das Bundeskanzleramt schreiben. Was steht da drin?
Liebes Volk, bitte wählt MICH, ICH will unbedingt (wieder) Bundeskanzler/in werden!
Ich verspreche euch auch, alles was ihr wollt (vor der Wahl) und vergesse es dann sofort wieder, sobald ihr mich gewählt habt,
vielen herzlichen Dank,
liebes Volk!

Immer werden dir die gleichen blöden Fragen gestellt, aber was würdest du wirklich gerne einmal beantworten?
Was machst du eigentlich nach deinem Tod?
Wirst du dann aus dem Jenseits weiterbloggen?

 

 

© finbarsgift

Ludi at Random et Conma

Von RANDOM und CONMA wurde ich vor einiger Zeit für den „Versatile Blogger Award“ (Vielseitigkeits-Blogger-Auszeichnung) nominiert, was mich sehr gefreut hat.
Vor allem, weil einerseits von einem meiner besten Schreib- und Musikfreunde im Internetz, dessen Blog ich jedem/jeder nur wärmstens ans Herz legen kann – mit einem Highlight in Sachen Sprache und Musik nach dem anderen -, sowie andererseits von dem schon seit Januar 2010 bestehenden sehr interessanten, vielseitigen Blog von Conma, in jüngster Zeit mit einer Reihe von interessanten Posts zum Thema Erotik und musikalischen Einträgen zu verschiedenen Interpretationen des Liedes „Ave Maria“ .
Herzlichen Dank an euch beide – auch an dieser Stelle nochmal – für die Auszeichnung!

Mit der Annahme dieser „Vielseitigkeits-Blogger-Auszeichnung“ ist die „Pflicht“ verbunden, meinerseits – nach Random und Conma zuvor – sieben Dinge über mich bzw. aus meinem Leben zu berichten, dem Leben also, das sich sozusagen „hinter dem Dasein meines virtuellen Alter Egos finbarsgift“ abspielt, und zwar von solchen Dingen, über die ich hier beim Finbar bisher noch nicht viel oder noch gar nicht berichtet habe.
Dem komme ich sehr gerne nach…

…und da fällt mir doch gleich mal das Wort (Lu –>) LUDI  – lateinisch für „Spiele“ – ein!
Und zwar, weil ich immer schon sehr gerne alle möglichen Spiele spielte in meinem bisherigen Leben, und… dies auch immer noch begeistert mache, vor allem natürlich in Gesellschaft – manchmal aber auch allein, wenn niemand mich herausfordert -, wenn auch nicht mehr so häufig und heftig und/oder teilweise sogar so grausam wie zu Marc Aurels Zeiten bei den damals sehr bekannten und beliebten LUDI ROMANI, das waren diverse prekäre Zirkusnummern, inklusive Tierhatz im Circus Maximus, den bekannten Wagenrennen und gefährlichen Gladiatorenkämpfen im Colosseum, sondern eher etwas harmloser, ungefährlicher – zeitgemäßer eben.
Hier also eine Auswahl von sieben Spiel(art)en, die mich bis zum heutigen Tag faszinieren und die ich bis dato noch begeistert verfolge:

 

Erstens: Billard

Soweit ich zurückdenken kann, war ich stets (auch als kleiner Junge schon) ein großer Freund von bunten Kugeln aller Arten, fasziniert von schönen Murmeln (auch Glaser –> der Beginn meines eigenen Glasperlenspiels) vor allem und natürlich Billardkugeln.
Wann ich genau mit dem Billardspielen begann, weiß ich leider nicht mehr, irgendwann aber während der Schulzeit, da spielten ein paar Freunde und ich immer mal wieder begeistert Pool, hauptsächlich Achtball oder Neunball.
Später dann, als ich einige Zeit in der sogenannten freien Wirtschaft arbeitete (die natürlich in Wirklichkeit überhaupt nicht frei ist), programmierte ich ein Billardprogramm, einen Tutor, wie man am besten Dreibandbillard, auch Karambolage genannt, spielt. Ich verkaufte diese Software sogar mehrfach dann bei diversen Billard-Meisterschaften, wobei ich einigen Dreibandweltmeistern auch schon mal die Hand schütteln durfte. Natürlich versuchte ich mich damals auch selbst im Dreibandspiel, das mir immer noch große Freude bereitet.
Doch als ich dann irgendwann mal Snooker am TV sah, war es um mich geschehen, ab da spielte und spiele ich pro Woche bis dato ein bis zwei Mal Snooker — ein ganz wundervolles Spiel von Kugeln und Farben, Ruhe und Konzentration; ja, ich sehe Snooker sogar als eine Art gelebte Mathematik der ganz besonders praktischen Art.

 

Zweitens: Doppelkopf

Bereits in der Sexta spielte ich, so oft es irgendwie ging, Skat mit zwei anderen Schulkameraden im Pausenhof, oft sogar stehend, manchmal im Regen mit Schirm, bis dieses Kartenspiel doch irgendwann mal langweilig wurde und wir in der Oberstufe dann das viel faszinierendere Doppelkopf entdeckten, wobei man aber zu viert sein muss.
Hatten wir auch nachmittags Schule, zum Beispiel die Mathe-AG im Jahr vor dem Abitur, dann trafen wir uns sogar über Mittag noch im gemütlichen Althanau, aßen dort etwas, tranken ein kleines Pils dazu, und spielten anschließend so lange Doppelkopf, bis unsere Köpfe vor Begeisterung glühten und wir uns wieder mal schier totgelacht hatten über die unfassbaren Stiche, die da manchmal passierten, zum Beispiel, wenn am Ende zwei Karlchen zwei Füchse fingen, da wurde es dann schon mal so richtig laut in der guten Stube!

 

Drittens: Schach

Das königliche Spiel brachte mir mein Vater schon bei, als ich noch sehr klein war. Solange er mich damit schlagen konnte, machte es ihm auch noch großen Spaß, danach mochte er nicht mehr, und ich spielte gegen meine Brüder, als sie alt genug waren.
Schach begleitete und begleitet mich schon mein ganzes Leben über, mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen, mal mehr, mal weniger.
Am intensivsten spielte ich Schach zu jener Zeit, als ich an meiner Mathe-Dissertation in der Schweiz arbeitete, da spielte ich nebenher ab und zu auch bei einigen internationalen Schachturnieren mit, vor allem in Zürich und Lugano, kam allerdings nie auf einen der ersten drei Plätze. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung, auch mal gegen sehr gute internationale Meister (IM) oder gar Großmeister (GM) anzutreten, wenn es dabei auch kaum eine echte Gewinnchance gab.
Damals lag meine Spielstärke bei einer Elo-Zahl von um die 2000, was schon recht gut ist (GM haben allerdings 2500 und mehr. Die bisher höchste Wertungszahl von 2882 erreichte Weltmeister Magnus Carlsen im Mai 2014).
Zwei von meinen Kindern spielen übrigens auch sehr gerne Schach und inzwischen verliere ich gegen sie auch mal, ohne mich groß darüber aufzuregen, ist es doch ein Spiel, wenn auch ursprünglich kriegerischen Kämpfen nachempfunden.

 

Viertens: Scrabble

Stellvertretend für unzählige Gesellschaftsspiele, die ich immer wieder gerne mitspiele, erwähne ich hier mal Scrabble, das ja wohl jede/r kennt und somit sage ich nur noch, dass es viel Spaß macht, es auf Deutsch oder im Englischen Original zu spielen. Es könnte aber auch Canasta sein oder Rummikub oder vor allem auch Activity oder Nobody is perfect; ich sage zu fast allen Gesellschaftsspielen ja. Immer noch weit interessanter als Partys, bei denen der Alkohol in Strömen fließt und der Smalltalk die Menschen vollends verblödet; dort wird man mich niemals antreffen.

 

Fünftens: Tischtennis

Eindeutig mein Lieblingssport; noch jetzt bewundere ich die Weltmeister in dieser Disziplin, was sie für Künstler doch sind (im Vergleich zum Beispiel zu völlig überbewerteten Fußballspielern). In der Schule habe ich neben Tischtennis auch immer noch gerne Handball gespielt, weil Ballweitwurf auch in Leichtathletik immer meine beste Disziplin war. Es gab sogar mal eine Zeit, da wollte ich Speerwurf-Olympia-Sieger werden und übte solange, bis ich mir schier mal den rechten Arm vor lauter Eifer auskugelte. Ab da ließ ich es dann, als die Gefahr plötzlich, womöglich nicht mehr Musik selbst machen zu können, zu groß war.
Tischtennis spielte ich vor allem fast täglich während meiner Jahre als Student in den USA und der Schweiz. In Kalifornien erreichte ich sogar mal bei den Studentenmeisterschaften den vierten Platz,  nur drei Studenten aus China und Taiwan waren noch vor mir (jetzt muss ich selbst schmunzeln).
In Kalifornien war es für mich auch möglich rund um die Uhr Tennis zu spielen, eine Ganzjahreserfahrung der ebenfalls persönlich sehr schönen Art.

 

Sechstens: Outcast

Wie schon gesagt, spiele ich manchmal auch allein. Dann ist es meistens ein Computerspiel, wie zum Beispiel Myst und seine vielen Derivate; oder auch verschiedene Rollenspiele wie die der bekannten und sehr erfolgreichen Elderscrolls Serie, also Morrowind, Oblivion, Skyrim; oder derzeit etwa Limbo (zum dritten Mal) und mal wieder eines meiner absoluten Lieblingsspiele, das einmalige Outcast (mindestens schon zum dritten Mal), das in der Parallelwelt Adelpha spielt, wo der Held Ulukai (eigentlich Cutter Slade von der Erde) die Bösen (natürlich) ausschalten muss; dass es dabei nicht immer nur bierernst und kämpferisch zugeht, sondern auch sehr humorvoll, macht den ewigen Reiz dieses Spiels für mich aus.
Niemals spiele ich allerdings pure Egoshooter, wie zum Beispiel Counterstrike; sie sind mir einfach viel zu primitiv und pures virtuelles Geballere, das langweilt mich schier zu Tode.

 

Siebtens: Flöte

Ich spiele sehr gerne auf meiner Kwerflöte, wenn ich allein bin.
Flöten (und andere Blasinstrumente) begleiten mich bereits lebenslang. Das fing mit der Blockflöte in der Grundschule an – wo ich meinen ersten kleinen Auftritt mit zwei Menuetten von Bach und Händel hatte – und setzte sich fort mit der Klarinette, die ich von meiner Großmutter aus dem Erzgebirge mal zum Geburtstag geschenkt bekam, setzte sich fort mit der Kwerflöte und auch dem Altsaxofon, einem sehr nahen Verwandten, vor allem auch von der Grifftechnik her.
Es gibt (gab) viele große Jazzer, wie Yusef Lateef und Eric Dolphy zum Beispiel, die aus diesem Grund alle möglichen Flöten und Saxofone virtuos beherrsch(t)en.
Und noch etwas: es gibt kaum etwas schöneres im himmlischen Bereich der Musik, als selbst ein Musikinstrument zu spielen, es selbst möglichst gut zu beherrschen.
Und am Allerschönsten ist es (für mich jedenfalls), die Flötenmusik von Bach zu spielen, sie ist ein Wunder auf Erden; insbesondere der Flötenpart in der großen h-moll-Suite und in der großartigen ersten Flötensonate, auch in h-moll — nichts kann schöner sein auf Erden…
nur noch: in einer leeren Kirche zu stehen, mit der eigenen Kwerflöte in den Händen und die Sarabande aus Bachs Solopartita in a-moll auswendig selbst dort vor Ort zu spielen, einfach traumhaft, das eigene Ich für eine Weile komplett transzendierend:
BACH SARABANDE

 

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