Beweis seiner Existenz (Foenkinos)

 

Noch ein weiterer Aspekt soll erwähnt  werden: Frédéric hasste es, irgendwelche Leute zu treffen. Nichts strengte ihn mehr an als der Gedanke, in einem Café sitzen und reden zu müssen. Die Angewohnheit der Menschen, sich für eine Stunde oder zwei zu verabreden, um irgendwelche Neuigkeiten auszutauschen, erschien ihm absurd. Er tauschte sich lieber mit der Stadt aus, das heißt, er ging spazieren. Nachdem er vormittags geschrieben hatte, zog er durch die Straßen und bemühte sich, alles in sich aufzusaugen, die Frauen vor allem.

Manchmal kam er an einer Buchhandlung vorbei, und da stieß es ihm sauer auf. Er betrat den für einen erfolglosen Schriftsteller deprimierenden Ort und quälte sich selbst, indem er nach der „Badewanne“ Ausschau hielt. Natürlich war sie nirgendwo mehr zu finden. Aber vielleicht hatte ein Buchhändler ja vergessen, sie an den Verlag zurückzuschicken, oder wollte sie einfach noch ein wenig im Regal stehen haben? Von Zweifeln zerfressen, wie er war, suchte er schlicht nach einem Beweis seiner Existenz. Hatte er tatsächlich einen Roman veröffentlicht? Wenn die Wirklichkeit ihn doch nur in den Arm hätte kneifen können, um ihn dieser Tatsache zu vergewissern.

 

 

 

© David Foenkinos

Life is short – Das Leben ist kurz (Twain-Spruch)

 

Life is short,
break the rules,
forgive quickly
kiss slowly, love truly,
laugh uncontrollably
and never regret
anything that made
you smile.

 

 

Das Leben ist kurz,
brich die Regeln,
vergib schnell
küsse langsam, liebe wahrhaftig,
lache unkontrolliert
und bereue nichts
was Dich zum Lächeln gebracht hat.

 

Mark Twain (30.11.1835 – 21.04.1910),
US-amerikanischer Schriftsteller