From the Beginning (ELP)

There might have been things I missed
But don’t be unkind
It don’t mean I’m blind

Perhaps there’s a thing or two
I think of lying in bed
I shouldn’t have said

But there it is

You see, it’s all clear
You were meant to be here

From the beginning

Maybe I might have changed
And not been so cruel
Not been such a fool

Whatever was done is done
I just can’t recall
It doesn’t matter at all

You see, it’s all clear
You were meant to be here

From the beginning

(Closing Instrumentals)

Songwriter: Gregory Lake

Lautverschiebung

Vor einigen Jahren wanderte ich von Westdeutschland in die USA aus, mit einer ganz normalen Green Card, die ich zuvor völlig problemlos beim Generalkonsulat in München beantragt und wenig später ausgehändigt bekommen hatte.

Damals hatte ich die Nase von den beiden Deutschen Staaten gestrichen voll, insbesondere der nicht nur nervtötenden innerdeutschen Grenze, dieser menschenverachtenden, brutalen Mauer in Berlin, und überhaupt von der gesamten unfassbar üblen Nazivergangenheit!

Als ich schon circa einen Monat lang in den USA lebte, und zwar in einer kleinen Stadt an der amerikanischen Ostküste zwischen New York und Philadelphia, da fragte mich eines Tages – nach einer meiner Mathematics-Lectures an der Uni – einer meiner Undergraduate-Studenten plötzlich: You are from Sweden, right?!

Ich zögerte ein wenig mit meiner verbalen Reaktion, lächelte und antwortete dann wahrheitsgemäß:
No, I am from Germany.
Daraufhin sagte mein Student:
Isn’t that the same? One can hear your European accent clearly, but your English is nevertheless quite good.
Thank you, sagte ich und verzog mein Gesicht etwas.
Especially your „th“ sounds pretty neat, fügte er noch selbstbewusst hinzu.

Ungefähr zwei Jahre später, als ich schon einige Wochen in Kalifornien lebte, direkt an der Westküste, am Rande des gigantischen, unvergleichlichen Pazifiks, in der Nähe einer zauberhaft schön gelegenen Uni inmitten riesiger Felder voller Golden Poppies, da sprach mich eines Tages wieder einer meiner Studenten an und sagte:
You are from the East Coast, right?!

Ich lächelte ein wenig, erinnerte mich an den Studenten der Uni an der Ostküste, zögerte noch kurz und antwortete dann aus purer Lust und Laune:
No, I am from Sweden.
Innerlich musste ich dabei schon ein wenig kichern, während ich äußerlich vollkommen cool blieb.

Daraufhin sagte mein Student: Incredible, your English is great and sounds pretty native.
Thank you, sagte ich und verzog hocherfreut mein Gesicht.
Especially your „th“ is absolutely gorgeous, fügte er noch hinzu.
Da musste ich schier lachen, doch ich wollte ihn in seinem Beurteilungseifer nicht brüskieren.

Wäre ich nun in einem dritten Schritt noch weiter nach Westen, also nach Hawaii gezogen und hätte meine Mathematics-Lectures an der Uni in Honolulu gegeben, dann hätte mich sicherlich irgendwann einer meiner Studenten gefragt:
Are you from the West Coast?
Und ich hätte dann postwendend geantwortet:
No, I am from the East Coast, where I was born in a little town between New York and Philadelphia.

Aber dazu kam es nicht (mehr), denn auf Dauer wäre ich in den USA (the American way of life is not at all my way) sicherlich im Laufe weiterer Jahre schwer krank geworden.
Und so hatte ich von diesem Land, das ja eigentlich aus über fünfzig ziemlich verschiedenen Ländern besteht, schon nach stark drei Jahren genug, gab völlig entspannt und überzeugt meine wertvolle Green Card zurück, und wanderte wieder aus, dieses Mal nach Europa, wo ich eben doch viel eher beheimatet bin als in den USA, und dies wohl auch lebenslang bleiben werde.

 

 

 

 

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